Laudator Pater Urban Federer (rechts) mit den beiden Hauptdarstellern des Abends: Autor Paul Jud (links) und Illustrator Toni Ochsner. Bild René Steiner
Laudator Pater Urban Federer (rechts) mit den beiden Hauptdarstellern des Abends: Autor Paul Jud (links) und Illustrator Toni Ochsner. Bild René Steiner

Literatur

Ein Lausbub am Weihnachtsmarkt

Paul Jud und Toni Ochsner haben ihr neustes Buch vorgestellt «für alle, die sich auf Weihnachten freuen!», wie es in der Widmung heisst.

Paul Jud und Toni Ochsner sind immer für eine Überraschung gut. Auch an diesem Dienstagabend gibt es die Buchpräsentation wie gewohnt in ungezwungenem Rahmen, aber an einem ungewöhnlichen Ort. Das Duo bittet seine Gäste in die klostereigene Schmiede, die Hans Gantner bestens hergerichtet hat. Mit der Buchvorstellung ist auch ein Blick auf die schwere Arbeit des Schmieds verbunden. Meister und Lehrling zeigen den neugierigen Besuchern, wie man einen ramponierten Stern wieder in Form bringt. Ist dies Teil von Meiris Geschichte?

Ein Wunder am Weihnachtsmarkt

Meiri ist die Fantasiefigur von Paul Jud für seine Bilderbuchserie. Nicht unbedingt ein moderner Name, aber gut passend zu einem Einsiedler Kind. Meiris Familie besucht den Weihnachtsmarkt. Schliesslich stehen sie auf dem Klosterplatz und bewundern die riesige Weihnachtstanne. Meiri ist fasziniert und möchte – wie der grosse Stern obenauf – von grosser Höhe auf die Häuschen und die vielen, vielen Menschen herabschauen. Er stiehlt sich davon und klettert hinauf. Typische Lausbubenidee. Nur zu dumm! Der grosse Stern an der Spitze fällt runter. Klar, will Meiri das Malheur in Ordnung bringen. Mit der Hilfe seines Onkels gelingt ihm dies. Inzwischen haben die Leute das Fehlen des Sterns bemerkt, die Eltern suchen Meiri. Nach erfolgreicher Reparatur wandert der Stern unbemerkt an seinen Platz zurück. Am folgenden Abend freuen sich die Leute über den zurückgekehrten Stern, der ja noch heller leuchtet. «Das ist ein Wunder!», habe sogar der Einsiedler Anzeiger getitelt…

Nicht nur für Kinder!

Mit dieser liebenswürdigen Geschichte, geschrieben von Paul Jud und illustriert von Toni Ochsner, haben die beiden dem viele Jahre umstrittenen Einsiedler Weihnachtsmarkt ein Denkmal gesetzt. Das «Kindermärchen» ist geradlinig erzählt, ohne wesentliche Umschweife, aber mit wesentlichen Gedankengängen. Wunderschöne, stimmungsvolle Bilder begleiten diese einfache Geschichte mit dem – auch real –beeindruckenden Weihnachtsbaum immer wieder im Zentrum. Das grosszügig gestaltete Bilderbuch ist im neu gegründeten Vogelherd-Verlag erschienen und kann nebst dem Buchhandel auch direkt beim Verlag bezogen werden.

Die Besucher strömen herbei

Die Vernissage in der Schmiede findet Anklang. Jud und Ochsner zeigen sich erfreut und erstaunt, wie sich der grosse Raum bis auf den letzten Platz füllt. Pater Urban Federer hält die Laudatio. Der Dekan des Klosters macht sich Gedanken zum Weihnachtsfest, erzählt aus seiner Kindheit, von seinen Christbaumvorstellungen – «mindestens vier Meter und nicht darunter» –, philosophiert über «das Kind im Manne», und zitiert dazu keinen geringeren als Nietzsche. Fleissig setzt, besser murrt, Rita Noser ihre Bemerkungen und Sprüche dazwischen und sorgt für zahlreiche Lacher.

Dankesworte rundum

Zum Dank erhält Pater Urban das Buch Nummer eins aus den Händen von Paul Jud, der sich rundum für die ideelle, materielle und finanzielle Unterstützung bedankt. Ein schönes Kompliment erhalten die beiden Schaffer von Erika Weber. Unsere Kulturministerin meint: «Solche Leute halten unseren Bezirk lebendig.» Recht hat sie, denn nach der vierten Buchpräsentation haben «solche Leute» bereits ihr nächstes Projekt im Köcher. Man darf gespannt auf das «wo, was und wie» sein. Doch «wetten dass»: Beim nächsten Meiri werden wieder Pater Urban und die schnippische Rita Noser dabei sein.

Meiri und der Weihnachtsstern

Bilderbuch von Paul Jud mit Illustrationen von Toni Ochsner

www.vogelherd-verlag.ch



Einsiedler Anzeiger

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

15.11.2011

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schwyzkultur.ch/aRrqc3