Silvia Götschi las Geschichten aus ihrem Buch. Bild René Steiner
Silvia Götschi las Geschichten aus ihrem Buch. Bild René Steiner

Literatur

Ein Reiseführer, kein Krimi

Silvia Götschi, bekannt als Krimiautorin, stellte am Freitagabend in der öffentlichen Bibliothek an der Klostermühlestrasse ihr neustes Buch vor – ein Reiseführer zum Kanton Schwyz.

Das neuste Buch zum Kanton Schwyz lässt uns «Kenner» schmunzeln. Wir wissen doch bestens, was dazu gehört, aus Einsiedler Sicht: das Kloster, Schwyz mit den Mythen, die Rigi … Wir haben genaue Vorstellungen, was zum Klischee gehört. Wir wissen auch, wo wir die Reise starten müssten, wo sie enden würde. «111 Orte im Kanton Schwyz, die man gesehen haben muss» erfüllt genau diese Erwartungen nicht. Das Buch stellt viele Orte vor, die viele nicht kennen. Es rückt Kleinigkeiten in den Mittelpunkt und lässt uns auf Dinge blicken, die wir längst kennen und doch neu entdecken können. Das macht die «111 Orte» auch für Insider lesenswert.

Reise durch den ganzen Kanton

Das Reiseprogramm lässt sich allerdings nicht eins zu eins übernehmen, das ist auch nicht die Absicht der Autorin gewesen. Die Reise beginnt in A wie Alpthal, führt in Vorschlag zwei nach Altendorf und schon bald nach Arth. Der grösste Hupf wäre von Nummer 72 zu 73 – von Reichenburg nach Riemenstalden. Also eine knappe Stunde Fahrzeit, mit dem öffentlichen Verkehr beinahe schon eine Tagesreise. Man merkt, die Orte reihen sich alphabetisch aneinander. Nach A kommt schon bald E wie Einsiedeln. Hier kennen wir unsaus, da können wir der Autorin auf den Zahn fühlen. Herkömmliche Orte – Diorama, Panorama, Schafbockmuseum – finden ihren Platz, wie auch der Salami und die Kaffeebohnen. Weitere Tipps führen zur Schanzenanlage und zur Bibliothek – auf der Luegeten. Der Besuch der Stiftsbibliothek ist «nur» als weiterer Tipp erwähnt. Man merkt: Die ausgewählten Orte entsprechen nicht dem Klischee alt gleich gut und neu interessiert uns nicht. So warten auf den Leser 111 abwechslungsreiche Orte mit 111 Bildern und 111 weiteren Tipps – ein Buch mit viel «jöö».

Einfacher vorgestellt

Silvia Götschi stellte «111 Orte» am letzten Freitag in der öffentlichen Bibliothek dem interessierten Publikum vor. Die Autorin erzählte einiges aus ihrer Arbeit, die sie sich einfacher vorgestellt hatte, die länger dauerte und einige Stolpersteine enthielt. Vor allem seien viele Anfahrtswege nicht immer einfach und klar zu finden gewesen. Aber sie habe auf diesen Reisen «extrem viel dazugelernt». In ihrer gut einstündigen Lesung führte sie ihre Zuhörer an einige dieser Orte, erzählte von Oldtimern, Katzenhotels und kulinarischen Entdeckungen und erwähnte sogar Orte, die einst als militärisch geheim galten.

Die nächsten Projekte

Und was dürfen die Fans von Silvia Götschi in Zukunft erwarten? Weitere Reiseführer oder Krimis? Die Buchautorin aus Weggis hat es ja mit «Klausjäger» und «Herrengasse » gar auf die Topliste geschafft! Noch dieses Jahr wird der Krimi «Muotathal» erscheinen. Und gerne bestätigt Silvia Götschi das Gerücht, dass dann Einsiedeln ins Zentrum rücken soll. Zum Inhalt ihres geplanten Einsiedler Krimis möchte sie sich allerdings noch nicht äussern. Nur so viel lässt sie aus sich herauslocken, es gebe verschiedene Arten und Motive zu kriminellen Handlungen.

Einsiedler Anzeiger (rst)

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

24.03.2017

Webcode

schwyzkultur.ch/EhAUVQ