Stolz präsentiert Paul Jud sein neustes Werk «Pommes Frites und schwarze Zehennägel» Bild WolfgangEberle
Stolz präsentiert Paul Jud sein neustes Werk «Pommes Frites und schwarze Zehennägel» Bild WolfgangEberle

Literatur

Eine Reise mit vielen Geschichten

Paul Jud lud zu einer besonderen Buchvernissage ein und zwar zu einem Bildervortrag mit anschliessender Buchpräsentation «Pommes Frites und schwarze Zehennägel» über seinen zweieinhalbmonatigen Jakobsweg des vergangenen Jahres.

Der Weg durch die Schweiz hat er über längere Zeit in einoder zweitägigen Etappen zurückgelegt. Das Stück ab Genf bis Les Abrets mit seiner Frau Anna Maria während zwei Ferienwochen in den Jahren 2009 und 2010 erwandert. Les Abrets liegt im Departement Rhones-Alpes südöstlich von Lyon. Von da an startete er am 16. April das letztjährige Abenteuer, das schlussendlich am 29. Juni, an seinem Namenstag, in Santiago de Compostela endete.

Viele Erlebnisse

Paul Jud freute sich sichtlich, eine gute Hundertschaft von Interessierten am vergangenen Donnerstagabend im Raum Balthasar des Hotels Drei Könige begrüssen zu dürfen. Humorvoll und packend wurden die Anwesenden auf den Jakobsweg geführt. Die ersten zwei Wochen bis kurz vor dem wichtigen Etappenort Le Puy, ungefähr zweieinhalb Zugstunden südwestlich von Lyon, begleitete ihn seine Frau Anna Maria. Er berichtete, unterstützt mit einer Power Point Präsentation, über viele seiner Erlebnisse. So von Wegen, die einem Bachbett ähnelten, von kargen Landschaften und vielem mehr. Gegen Ende April kehrte unerwartet der Winter nochmals zurück und das machte das Wandern teilweise schwierig. Speziell freute er sich, als ihn über das verlängerte Auffahrtsweekend Sohn Mathias und Schwiegertochter Salome für einige Tage begleiteten.

Gute Tropfen

Auf seinem Weg sei er auch mehrmals an wunderbaren Kulturstätten vorbeigekommen, so auch am romanischen Kreuzgang des Klosters in Moissac, aber auch an Kapellen und Schutzhütten für Hirten und Pilger. Weiter zeigte er den Anwesenden die Stadt Cahors mit einem mittelalterlichen Verteidigungsbauwerk, ausgezeichnet als Unsesco Weltkulturerbe. Immer wieder traf er Menschen, die mit ihm auf dem Weg waren und schlussendlich das gleiche Ziel hatten. Dass Paul Jud auch dem guten französischen Wein nicht abgeneigt war, wurde dem Zuhörenden bald klar, denn mehrmals erwähnte er die guten Tropfen, sei es in Frankreich und auch in Spanien. So probierte er auch gerne mal den französischen Schnaps «Armagnac», der im Südwesten Frankreichs produziert wird. Während etwa acht Tagen bis zur spanischen Grenze und dem grösseren sehr touristischen Etappenort St-Jean Pied-de-Port begleitete ihn auch der Schreibende.

Schwarze Zehennägel

Die anstrengende Etappe danach führte dann über die Pyrenäen auf 1400 Meter und wieder hinunter zum ersten Nachtlager in Spanien, der Abtei Roncesvalles. Da er tags zuvor seine Zehennä gel nicht gehörig geschnitten hatte, habe er hier ein Andenken in Form von schwarzen Nägeln eingefangen. Inzwischen seien diese aber wieder mehrheitlich geheilt und nachgewachsen. Auch der spanische Camino stand dem französischen Teil nicht nach, weder landschaftlich noch kulturell. Der Referent erinnerte an Städte wie Pamplona, Burgos mit den meisten Sehenswürdigkeiten auf spanischem Boden, aber auch an herrlich duftende Eukalyptuswälder in Galicien. Geschichten wie die Begegnung mit dem Schweizer Benediktinerpater Pius Mühlbacher, der in einem Dorf eine Pfarrei betreute, waren für Paul Jud jeweils ganz spezielle Erlebnisse und von denen gab es mehrere. Am 29. Juni 2016 war es geschafft. Er kam mit seinen beiden seit Längerem treuen Begleitern, den Franzosen Claude und Jacques, in Santiago de Compostela an. Es sei ein bewegender, emotionaler und grosser Moment gewesen. Da gab es ein Diplom für die Beendigung des Jakobsweges und in der Kathedrale wurde ein Abschlussgottesdienst zelebriert. Für die Reise nach Finisterra, wo viele zum Ende ihre Schuhe verbrennen, respektive ins Meer werfen, nahmen die drei dann den Bus.

Pommes frites

Was es mit der Geschichte der «Pommes Frites» auf sich hatte, gab Paul Jud nicht preis. Diese ist aber in seinem Buch nachzulesen, das im Vogelherd-Verlag Einsiedeln erschienen ist. Es war ein spannender, informativer und aufschlussreicher Abend, der vielleicht einige für das Abenteuer «Jakobsweg» animiert hat.

Einsiedler Anzeiger (we)

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

31.01.2017

Webcode

schwyzkultur.ch/gswtTF