Alle vier Bücher, die Iris Galey bisher schrieb, waren für sie Schritte auf dem Weg zur eigenen Heilung. Bild Heidi Degiorgi
Alle vier Bücher, die Iris Galey bisher schrieb, waren für sie Schritte auf dem Weg zur eigenen Heilung. Bild Heidi Degiorgi

Literatur

Erfolgsautorin Iris Galey las aus ihrem neuesten Buch

Reich an Lustigem, Traurigem und Lehrreichem. Das ist das neueste Werk von Iris Galey «das gefrorene Lächeln».

Vor 25 Jahren war Iris Galey schon mal für eine Lesung in Einsiedeln, mit ihrem Weltbestseller «ich weinte nicht als Vater starb». Das Thema Missbrauch ist noch aktuell, betrifft viele Menschen. Jedes Jahr gibt es 40’000 Inzestfälle in der Schweiz. Diese Zahl erschreckt sehr. Darum schrieb die Erfolgsautorin Iris Galey weitere Bücher.

Zwölf Jahre geschrieben

Und am letzten Mittwoch lud die Buchhandlung Benziger zur Lesung ins Café Tulipan ein. Verschiedene Abschnitte aus dem neuesten Buch der 73-jährigen Iris Galey «das gefrorene Lächeln», unterbrochen von ihrem reichen Erfahrungsschatz. Zwölf Jahre schrieb sie an ihrem Buch, korrigierte, änderte, musste den Text straffen, und daraus entstand das Buch. In dieser Zeit begleitete sie das Gedicht «Achte gut auf dich!», was auch uns Mut fürs Leben macht. Dass wir nicht nur geben können, allen alles geben, sondern uns selber Gutes tun, daraus Kraft schöpfen. Im weiteren sprach sie davon, dass sie lernte, echt zu sein. Nicht etwas vorspielen, sondern zeigen wie es einem geht. Daraus entstand der Buchtitel «das gefrorene Lächeln». Weil Iris Galey meinte, immer lächeln zu müssen. Den Schmerz zulassen, den Menschen mit Missbrauch erlebten.

Sie machte Mut zum Hinschauen.

Den eingefrorenen Schmerz auftauen, das heisst anschauen, zulassen, spüren und annehmen, was er sagen will. Und dann Schritte gehen. Sie las Artikel aus ihrem Buch, die ganz nahe kamen, wie im Beispiel, als sie an Heiligabend allein in ihrem kleinen Zimmer sass und rundum in der Nachbarschaft feierten alle Weihnachten. Allein gelassen, nach 30 Jahren Ehe, viele Jahre in Neuseeland gelebt, nun einen Neuanfang wagend am Ort ihrer Kindheit. So begann das Schreiben an ihrem neuen Buch. Darin macht sie Mut zu einem eigenen Leben; das zu wagen, was gut tut. Den Traum leben. Auf unser Inneres zu achten. Das vorliegende Buch ist reich an Lustigem, Traurigem, Lehrreichem. Alle vier Bücher, die Iris Galey bisher schrieb, waren für sie Schritte auf dem Weg zur eigenen Heilung. Gleichzeitig betont sie auch, dass sie Hilfe in Anspruch nahm. Als Abschluss las sie aus ihrem Buch das Gedicht Monument, dass Gott jedem ein sorgfältig ausgewähltes Päckchen mit Problemen zutraut, die wir anpacken dürfen mit den Talenten, die wir ebenfalls anvertraut erhielten, und dem Wissen, dass Gott uns liebt; und dieses Monument, das wir aus unserem Leben machen mit Hilfe unserer anvertrauten Probleme, das wird zum Symbol der Liebe.

Einsiedler Anzeiger

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

27.11.2009

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schwyzkultur.ch/iKdmQk