Die anwesenden Autorinnen (von links): Mitra Devi, Johanna Gerber, Gerda Döring, Dorothe Zürcher, Elisabeth Wandeler-Deck, Marianne Mathys und vorne Verena Uetz. Bild René Steiner
Die anwesenden Autorinnen (von links): Mitra Devi, Johanna Gerber, Gerda Döring, Dorothe Zürcher, Elisabeth Wandeler-Deck, Marianne Mathys und vorne Verena Uetz. Bild René Steiner

Literatur

Gesamtschweizerischer Literaturanlass stösst auf Interesse

Die Veranstaltung «LesBar» führte sieben Autorinnen, darunter die bekannte Krimiautorin Mitra Devi, nach Einsiedeln. Sie stellten ihre neusten Bücher vor. Die Bibliothek an der Klostermühlestrasse platzte aus allen Nähten.

Für einmal waren freie Plätze in der Öffentlichen Bibliothek an der Klostermühlestrasse Mangelware und unter den Besuchern sah man nicht nur die «bekannten» Gesichter. Für die Schriftstellerinnen war dieses «full house» natürlich eine herrliche Kulisse. Lag es am Wort «LesBar»? An der Lesung allein konnte es ja nicht liegen, die Bibliothek lud ja nicht zum ersten Mal zu einer Lesung ein, Bücherkaffee und Erzählnacht sind mittlerweile regelmässige Anlässe. Nun diese «LesBar» ist eine doch recht spezielle Veranstaltung. Da trafen sich sieben Deutschschweizer Schriftstellerinnen sie kommen aus Basel, Bern, Zürich und Umgebung in der Bibliothek des Klosterdorfes und sorgten für einen Kulturanlass, der locker und ungezwungen, in vielem spontan ablief und gesamthaft anregend war.

Lust und Freude am Schreiben

«femscript.ch das Netzwerk schreibender Frauen» verbindet seit 1988 schreibfreudige Frauen quer durch die Schweiz. Die Organisation will diese Frauen unterstützen und vernetzen. Regelmässig gehaltene regionale Treffen sollen die literarische Arbeit fördern, es werden Tipps und Tricks ausgetauscht. Denn «gegenseitige Hilfe bringt uns schneller weiter», davon sind diese Autorinnen überzeugt. Es war aufschlussreich, darüber mit Elisabeth Hostettler, der Präsi dentin dieser Organisation, zu sprechen. Die engagierte Frau leitete an diesem Samstagnachmittag als Moderatorin durch das Programm. Die «LesBar» in Einsiedeln ist bereits die 17. Durchführung. Sie ermöglichte es sechs Autorinnen, in zehn Minuten ihr neustes Werk vorzustellen und dem Publikum einen Einblick in ihre literarische Gedankenwelt zu geben. Nur Mitra Devi durfte mit einem längeren Auftritt für den literarischen Höhepunkt sorgen.

Gedanken, Raben und Wunder

So stellte Elisabeth Wandeler-Deck ihr Buch «Das Heimweh der Meeresschildkröten» vor. Mit ihren tiefsinnigen Gedanken zu Schnee aktuell zum Tag und zur Zeit sorgte Marianne Matthys für Nachdenken und Schmunzeln. IhrBuch: «Dem Alltag lauschend». Gerda Döring beschrieb ausführlich die Suche nach dem Grab ihrer Grosseltern. Ihre fehlenden Zündhölzli erinnerten im umgekehrten Sinne an Mani Matter, die helfenden Raben sorgten für ein Wunder. Ihr Buch «Ilonka» ist übrigens im Vogelherd-Verlag erschienen. Noch mehr von Raben gibt es in «Der schwarze Garten» zu le sen. Dorothe Zürcher erzählte packend aus ihrem Fantasyroman, der topaktuelle Vorgänge mit alten Sagen und Erzählungen verwebt und dabei auch nach Einsiedeln führt. Verena Uetz-Manser stellte ihre Lebensabschnittspartner vor: Klaviere der Nobelmarken. Zusätzlich las sie ihre Geschichte «Ave Maria in Einsiedeln» vor, die wenn auch frei erzählt schlicht unter die Haut ging. Genauso wie der Beitrag von Johanna Gerber mit «Die Schwestern Löwenherz», ihr Buch beschäftigt sich mit dem Phänomen Zwangsheirat.

Einmal mehr Mitra Devi

Seit diesem Jahr gibt es «Der Blutsfeind» als Taschenbuchausgabe. Grund genug zum grossen Auftritt von Mitra Devi, der bekannten Krimiautorin. Einmal mehr verstand sie es, ihre Protagonisten packend zu beschreiben und die nervenaufreibende Geiselnahme dem Zuhörer nahezubringen. Als Dessert präsentierte sie einige ihrer herrlich schrägen, bitterbös angekündigten, vielmehr zum Schmunzeln verleitenden Gedichte. So setzte sie der Veranstaltung den gelungenen Schlusspunkt.

www.fernscript.ch

Einsiedler Anzeiger (rst)

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

24.11.2015

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schwyzkultur.ch/ScFQZr