Kein Kind blickt auf den Erfolgsautor Carlo Meier (stehend), die Antworten zum Quiz sind wichtiger. Foto: René Steiner
Kein Kind blickt auf den Erfolgsautor Carlo Meier (stehend), die Antworten zum Quiz sind wichtiger. Foto: René Steiner

Literatur

«Kaminski-Kids» in Einsiedeln

Aufmerksam lauschten am Samstagnachmittag die kleinen und grossen Fans dem Erfolgsautor Carlo Meier. Spannend, ja eindrücklich waren nicht nur die Geschichte, sondern auch die Ausführungen zu ihrer Entstehung.

Grosse Bilder, ungewohnte Klänge, Teppiche und ein Angebot, das ein wenig an arabische Basare erinnert, empfangen die Besucher. Der Drittweltladen Claro wartet mit einem ganzen Sortiment fein riechender Gewürze auf – riechen erlaubt. Der Stand des Reisebüros Mittelthurgau führt keine Riesenstapel mit Glanzprospekten, denn das Angebot für Reisen in dieses nordafrikanische Land ist klein und eher auf Individualisten gemünzt. Doch die aufgestellten Gegenstände geben einen Eindruck, welchen Bijous man in diesem Wüstenland begegnen kann. Die Organisation Terre des hommes bietet nicht nur Gebäck, Tee und andere Getränke – ohne Alkohol – feil, sie empfiehlt ebenso ihre Produkte, mit deren Einnahmen sie notleidende Kinder unterstützt. Ein Projekt unter vielen: Marokko. Der Standauftritt der Öffentlichen Bibliothek beweist, dass Marokko nicht der Medienrenner der Literaturwelt ist. Dafür zeigen die aufgelegten Neuerscheinungen das vielfältige Angebot von Büchern für kleine Kinder bis zum aktuellen Roman und Krimi.

Mit Spannung erwarteter Auftritt

Endlich ist die Gelegenheit da, den Schweizer Bestsellerautor persönlich kennen zu lernen. Bevor er starten kann, begrüsst ihn Einsiedelns Kulturministerin, Bezirksrätin Erika Weber, herzlich und Edith Fässler stellt die Organisation Terre des hommes vor. Nun ist die Reihe an Carlo Meier und seinem letztes Jahr erschienenen Jugendkrimi: «Das Geheimnis von Marrakesch». Die Geschichte hat er vor Ort recherchiert, sie beruht auf wahren Begebenheiten. In diesem neuen Fall, es ist der zwölfte, tauchen die «Kaminski-Kids» in die völlig fremde, exotische Welt Marokkos ein. Sie lernen in den orientalischen Gassen von Marrakesch das Mädchen Saida und den Jungen Abdel kennen. Als in ihrer Nähe ein verlassenes Baby auf der Strasse gefunden wird, versuchen sie, dessen Mutter aufzuspüren.

Sprache für Kinder

Der erfolgreichste Schweizer Jugendkrimiautor wartet mit einigen Textstellen aus seinem Buch auf und lässt die Spannung spielen, Kinder und Erwachsene hören mucksmäuschenstill diesen Ausführungen zu. Seine Sprache spricht die Kinder an – und gefällt den Erwachsenen. Zum Schluss der Vorleserunde gibt es ein Quiz mit fünf Fragen und vier Gewinnern. Als Preis winkt ihnen ein farbenfrohes Poster. Einmal mehr zeigt sich treffend, dass Kinder- und Jugendbücher nicht nur von diesen, sondern ebenfalls von vielen Erwachsenen gelesen werden. Denn in der anschliessenden Fragerunde stellen diese genauso viele Fragen. Geduldig stehen zum Schluss alle für das begehrte Autogramm an. Mit strahlenden Augen und freudigem Gesichtsausdruck verlassen die kleinen und grossen Fans den Gemeindesaal.

«gut!» und «…ja, war schön!»

Die Kinder urteilen über diese Begegnung mit Carlo Meier mit «gut!» und «…ja, war schön!» Carlo Meier ist 1961 in Zürich geboren und lebt seit über 20 Jahren in Zug. Er ist verheiratet und hat drei Kinder. Mit 28 Jahren hat er mit Schreiben begonnen. Seither sind zwölf Bände der beliebten und spannenden «Kaminski-Kids» erschienen. Von einigen gibt es Hörspiele und Übersetzungen in mehreren Sprachen. Seine Bücher entstehen in Zusammenarbeit mit seiner Familie. Seine Kinder hecken die Geschichten aus, der Vater schreibt sie, und gemeinsam werden die Texte überarbeitet.

Einsiedler Anzeiger

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

29.03.2011

Webcode

schwyzkultur.ch/p2ggK9