Paul Jud während der offiziellen Begrüssung. Bild Martina Reichmuth
Paul Jud während der offiziellen Begrüssung. Bild Martina Reichmuth

Literatur

So ein Buch gab es noch nie!

Am vergangenen Freitagabend, 8. April, lud der Einsiedler Autor Paul Jud zusammen mit Toni Ochsner zur Vernissage ihres neuen Buches «Schöne Wehmut» ein. Viele der persönlich eingeladenen Gäste sind der Einladung in «Jimi's Bike Pit Stop» gefolgt und hörten der Bucheinführung von Franz Breu zu.

Ein sichtlich nervöser Paul Jud begrüsste am Freitagabend seine rund 70 Gäste im Bikeshop an der Schwanenstrasse. Neben den Familienmitgliedern waren viele Gäste eingeladen, die in den letzten Jahren zu treuen Anhängern der im Vogelherd-Verlag erschienenen Bücher geworden sind. Intensive Handarbeit Etwas später als geplant konnte Paul Jud mit der offiziellen Begrüssung zwischen den nostalgischen Maschinen in Jimi's Bike Pit Stop anfangen. Nachdem er erklärt hatte, wie das neueste Werk in Handarbeit zusammen mit Kurt Rudin und Peter Eichenmann, Druckermeister in der Schwarzdruckerei des Klosters Einsiedeln, entstanden ist, übergab er das Wort an Franz Breu. Dieser führte erneut in ein Werk von Paul Jud und Toni Ochsner ein.

Bikeshop als idealer Ort

Als erstes erklärte er den Begriff «Wehmut» und zitierte hierzu auch zwei Gedichte von Goethe, um diese Definition etwas besser spürbar zu machen. Genauso wie die Oldtimer-Töffs in Jimi's Bike Pit Stop, welche wehmütig an vergangene Zeiten erinnern, spielen sich auch fast alle Geschichten im neuen Buch in der Vergangenheit ab. Eine davon trägt den Titel «Freiheit» und handelt von Peter, einem fünfjährigen Bub, welcher davon träumt, später einmal mit einem Töff und einer Frau als Sozius auf dem Rücksitz in die Freiheit fahren zu können. Dieses Gefühl schätzt auch Allrounder Jimi, wenn er auf einer seiner Maschinen sitzt und durch die Landschaft fährt. Da Paul Jud und Toni Ochsner, welcher jeweils alle Werke von Paul illustriert, für ihre Bucheinführungen nie ein Restaurationslokal haben wollten, soll die Wahl der Lokalität immer irgendwie zum Inhalt des Buches passen. Somit war klar, warum die neueste Vernissage im Bikeshop von Jimi stattfand.

Franz Breu machte «gwundrig»

Wie in der Einladung schon drin stand, ist dies ein Buch, das es bisher so noch nie im Vogelherd-Verlag gab. Es wurde auf altem Papier von Hand gedruckt und gebunden. Keine Seite sieht so aus wie die andere und es gibt weder ein Vorwort, ein Inhaltsverzeichnis noch Seitenzahlen. Franz Breu bezeichnete die insgesamt vier Geschichten und drei Gedichte, welche in diesem Buch eingebunden sind, als Querschnitt durch die bisherigen Werke von Paul Jud. Er las von jedem gerade so viel vor, dass man als Zuhörer «gwundrig» wurde und möglichst bald das Buch mit den nachdenklichen, aber schalkhaft geschriebenen Inhalten in der Hand halten wollte.

Dank an alle Beteiligten

Bevor es so weit war, bedankte sich Paul Jud persönlich noch bei einigen Personen mit einer Ausgabe des Buches, welche beim Veröffentlichen und Drucken von diesem mitgeholfen hatten. Unter anderen war dies der Schriftsteller Torsten Haeffner, welcher das Werk gegengelesen hatte, und natürlich Jimi vom Bikeshop. Ein grosser Dank ging auch an den künstlerisch tätigen Toni Ochsner und die unkomplizierte Zusammenarbeit mit ihm, welche es ermöglicht hatte, dass sie zusammen bereits das elfte Buch veröffentlichen konnten. In Anlehnung an den Titel «Mostfass», einer weiteren Geschichte aus dem Buch, gab es dieses Mal nicht wie gewohnt Wein zum Apéro, sondern süssen oder sauren Most. Mit dem Auftakt zum kulinarischen Teil des Abends ging der offizielle Part nach rund einer Stunde zu Ende. Gleichzeitig jedoch konnte nun endlich eine Ausgabe des neuen Buches «Schöne Wehmut» ergattert und von den Künstlern signiert werden.

Wehmut geweckt

Mit seinem neuen Buch «Schöne Wehmut», in das Paul Jud sehr viel Herzblut hineingesteckt hatte, weckte er bei manchen die Erinnerungen an die Vergangenheit und sorgt künftig bestimmt für diesen oder jenen Gesprächsstoff. Und wer weiss, vielleicht erfüllt sich der eine oder andere auch schon bald den Traum von Freiheit und kauft an dem kommenden Wochenende während den Ausstellungstagen einen Töff bei «Jimi's Bike Pit Stop».

Einsiedler Anzeiger (mia)

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

12.04.2016

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schwyzkultur.ch/uWQV1w