Einen Blick gewähren in eine doch fremde Welt: Regula Grenier beim Signieren ihrer «Briefe aus den USA». Foto: Victor Kälin
Einen Blick gewähren in eine doch fremde Welt: Regula Grenier beim Signieren ihrer «Briefe aus den USA». Foto: Victor Kälin

Literatur

USA ein Stück näher gekommen

Stimmungsvoller Autorinnenabend mit Regula Grenier-Flückiger. Charmant, witzig und tiefgründig erzählte die Einsiedlerin Regula Grenier
über ihr Alltagsleben in einer Kleinstadt der USA.

Seit zehn Jahren schreibt Regula Grenier-Flückiger in der EA-Kolumne «Brief aus den USA» über den Alltag in einer amerikanischen Kleinstadt: Thornton, einem Vorort von Denver im Bundesstaat Colorado. Am Mittwochabend liessen es sich über 50 Personen nicht nehmen, im Restaurant Bären mehr aus erster Hand zu erfahren: Zusammen mit dem Einsiedler Anzeiger lud die Autorin zur Vernissage ihres «Best-of»-Heftes.


Was man zu kennen meint


Die Erzählungen von Regula Grenier zeigten ein Land, das man zu kennen meint, gerade im Alltagsleben aber stark von den eigenen Vorstellungen abweicht. Angefangen vom Schulwesen, über die (Berufs-) Bildung bis hin zum generell eher tiefen Lohnwesen unterscheiden sich die USA fundamental von der Schweiz; dasselbe gilt für das Krankenversicherungswesen. Manch einer der Zuhörenden war erstaunt über die Verhältnisse «ennet dem Teich» und insgeheim froh über die doch nachhaltigeren sozialen Einrichtungen in der Schweiz. Nichtsdestotrotz kann sich die 45-jährige Einsiedlerin eine Rückkehr nicht vorstellen. Einerseits fühlt sich ihre Familie in Thornton heimisch; andererseits liebt sie die fast unendliche Weite und die Einsamkeit des Umlandes am Fusse der Rocky Mountains. Das färbt sich irgendwie auf das Gemüt ab: Regula Grenier empfindet die US-Amerikaner entspannter und gelassener als die meisten Schweizer. Selbst ein fehlender Kündigungsschutz bringe die Amerikaner nicht aus dem Konzept. Wer betroffen ist, sucht sich eine neue Anstellung. Schliesslich war die Einsiedlerin bei ihrer Auswanderung vor elf Jahren mit derselben Situation konfrontiert: Ohne Job, dafür in der festen Hoffnung, einen zu finden.


Chorständchen zum Abschluss


Da Regula Greniers Vater Fritz Flückiger sowie Chorpräsidentin Evi Hupfauf-Grätzer im Chor Singen 60+ wacker Werbung für den Abend gemacht hatten, fanden sich viele Sängerinnen und Sänger in der Zunftstube ein. Und so kam es zum Schluss der Veranstaltung zu einem spontanen Ständchen! Als Geschenk sozusagen der alten Heimat an die neue. Es war ein berührender emotionaler Höhepunkt eines reichhaltigen und kurzweiligen Abends.


Das «Best-of»-Heft kann beim Einsiedler Anzeiger im Haus Rosenegg am Bahnhofplatz 8 zum Preis von 15 Franken bezogen werden.


Einsiedler Anzeiger / Victor Kälin

Autor

Einsiedler Anzeiger

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Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

23.11.2018

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