Rücken in ihren Publikationen unterschiedliche Themen in den Fokus: Pater Odo Lang (links) und Pater Christoph Müller. Foto: Karl Hensler
Rücken in ihren Publikationen unterschiedliche Themen in den Fokus: Pater Odo Lang (links) und Pater Christoph Müller. Foto: Karl Hensler

Literatur

Zwei Bücher – zwei Themen – geeinte Literatur

Zwei Neuerscheinungen aus Kloster Einsiedeln, welche unterschiedlicher wohl kaum sein könnten, wurden am letzten Mittwoch, 24. März 2010, im Grossen Saal des Klosters präsentiert.

Das erste Buch hat Zeilen, Seiten, Werke, also bereits bestehende Dokumente als Ausgangslage. Das Ziel ist hier, alte Niederschriften, kulturelle Geschichte, Deutung und Aufnahme der umfassenden Bibliothek des Klosters vorzulegen. Das zweite Buch geht hinaus, geht immer weiter, führt sukzessive zu einem entfernten Ziel. Dabei liegen aber Erlebnisse eines Menschen, eines Mönchs am Weg. Die Gemeinsamkeit beider Werke ist aber darin begründet, dass beide sich als Literatur, als Lesestoff für uns vereinen.

Die Vernissage

Pater Basil Höfliger, Dekan des Klosters Einsiedeln, begrüsste eine grosse Schar von interessierten Zuhörern und wohl auch Lesern, sowie natürlich auch die Autoren. Gerne erwähnte er die grosszügigen Stifter des Werkes zur Stiftsbibliothek: Vereinigung Freunde des Klosters, AVINA Stiftung Hurden, den Lionsclub Schwyz und die Welttheatergesellschaft. Umrahmt wird die kleine Feier mit Musik, dargeboten durch ihn und Pater Lukas Helg.

Der Mönch und das Buch

Einfach, wie der Mönch selbst, kommt dieser Titel daher. Und doch verbirgt sich dahinter Geschichte, werden Dokumente und bunte Bilder präsentiert, die in ihrer Grösse fast unendlich wirken. Umfasste die seinerzeitige Publikation im Zusammenhang zur Renovation der Stiftsbibliothek noch 140 Seiten, so liegt heute ein Nachschlagewerk des Wissens von 447 Seiten, mit eingestreuten Farbbildern, vor uns. Die Register beanspruchen allein 53 Seiten. Das zeigt schon an, welch immense Historie zwischen diese Buchdeckel gepackt ist. Zum Zweck des vorliegenden Buches schreibt der verdienstvolle Autor Pater Odo Lang in seinem Geleit: «Den ungezählten Besuchern etwas vom Geist der Bibliothek zu vermitteln». Solches geschieht nun mit diesem Werk zur Buchkultur in umfassender Weise. Wer das Inhaltsverzeichnis überliest, stellt fest, dass Pater Odo versucht, mit dem Gestern auf das Heute überzuleiten, um für das Morgen bereit zu sein. Passend ist selbstredend, dass er an den Anfang die Bibel stellt. Damit einhergeht, fast zu erwarten, die Erwähnung, dass der heilige Meinrad wohl das erste Buch nach Einsiedeln gebracht hat. Wer vom Umfang dieses Werkes hört, mag vielleicht erschrecken.

Nicht nur Faktenabgehandelt

Dass hier nicht «nur» einfach Fakten abgehandelt werden, dafür sorgt der flüssige Schreibstil des Autors. Wollte man näher auf das Werk eintreten, so wäre der Platz in dieser Zeitung bald zu eng. Stellvertretend ein paar Fingerzeige aus dem Inhaltsverzeichnis: Die Bibel in der Stiftsbibliothek, die Benediktsregel, Schule und Bildung, das Buch und der Raum, Bibliothek mit Zukunft. All dies und noch viel mehr in sehr übersichtlicher Weise aufgereiht. Damit wir aber überhaupt ein solches Nachschlagewerk in den Händen halten können, braucht es nebst einem Autor auch eine Produktionsstätte. In gewohnt sauberer und fachgerechter Art und Weise erledigte diesen umfangreichen Part die einheimische Druckerei Kälin AG.

Neuland unter den Sandalen

Anders geartet ist das Buch von Pater Christoph Müller. Silja Walter schreibt auf der Umschlagrückseite: Das charmant-liebenswürdige Pilgertagebuch eines Benediktiners. Pater Christoph erlebt den Jakobsweg als Mönch, Sportler, Journalist und Dichter. D ie Präsentation durch den Autor im Grossen Saal des Klosters deutete schon an, dass während des Pilgermarsches nach Santiago de Compostela nicht nur klerikale Dinge passiert sind. Auch ein Mönch kann erleben, dass die Welt mancherlei bereit hält, das nicht nach Planung aussieht. Das schien Pater Gregor zu ahnen, als er dem Pilgrim auf den Weg mitgab: Jakobspilger begegnen oft Wundern, die sie nicht als solche erkennen.

Per pedes nach Santiago

So ist es wohl nicht alltäglich, dass der Kyriepart bei einem Gottesdienst unter freiem Himmel von Enten übernommen wird. War da wohl Franz von Assisi am Werk? Aber nicht nur per pedes wurde die Strecke von Einsiedeln zur Kathedrale von Santiago in 50 Tagen abgespult. Ein Teil erfolgte auch mit dem Drahtesel. Gleich einer Bilanz schreibt der Aut

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

26.03.2010

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schwyzkultur.ch/DMN9hr