Schlichte Übergabe, grosse Freude: Abt Martin Werlen und Architekt Roger Diener. Fotos: Victor Kälin
Schlichte Übergabe, grosse Freude: Abt Martin Werlen und Architekt Roger Diener. Fotos: Victor Kälin
Langer Applaus für die Stiftsschülerinnen mit ihrer anspruchsvollen Tanzeinlage.
Langer Applaus für die Stiftsschülerinnen mit ihrer anspruchsvollen Tanzeinlage.

Musik

«… wär der Stift ein stummes Haus»

Mit einigen Reden, vor allem aber viel Musik hat das Kloster Einsiedeln am gestrigen Montag das neue Musikhaus der Stiftsschule in Besitz genommen.

«Ohne Plauschchor, Feldmusik, Orchester und Big Band wär der Stift ein furchtbar ödes, stummes Haus!» sang der Plauschchor gestern Montag voller Überzeugung – und belegte damit exakt die Richtigkeit dieses von Stiftskapellmeister Pater Lukas Helg ein wenig umformulierten Zitats von Friedrich Nietzsche. Und genau diese Bedeutung der Musik, ja der Kunst allgemein liess an Stelle des alten Musikhauses auch etwas Neues, Bedeutsames entstehen.

Kontinuität und Neuerung

Daran erinnerte der offizielle Festakt gestern Montag, dem viele Persönlichkeiten, Gönner und Sympathisanten des Klosters und der Stiftsschule beiwohnten. Die beiden Rektoren der Stiftsschule, Pater Markus Steiner und Peter Lüthi, erwähnten «die lange und wechselvolle Planungsgeschichte» und «die dafür aber zügige Bauphase» (EA 73/10). Aus den verschiedenen Reden wurde nochmals ersichtlich, wie viele Kräfte zusammenwirken mussten, bis das neue Musikhaus in dieser Form entstehen konnte. Mit besonderem Interesse wurde Architekt Roger Diener (Diener & Diener, Basel) erwartet.

Doppelrolle des Hauses

Er verwies auf die Doppelrolle des neuen Gebäudes: Einerseits Musikhaus, andererseits mit dem Foyer auch Begegnungsstätte. Aus diesen beiden Aspekten leitete der mehrfach prämierte Architekt die «prägende Identität des Bauwerks» ab, mit dem die «grossartige Kontinuität erwahrt und gleichzeitig Neues erreicht» würde. In sympathischer Art dankte er Architekt Ruedi Birchler: «Wir haben von Anfang an zusammengearbeitet; er hat uns als Architekten hier eingeführt. Und so ist es ein gemeinsames Projekt geworden.»

«Eine zeitgemässe Lösung»

Abt Martin Werlen war es letztlich, der die architektonisch zeitgemässe Lösung forderte: «Auch im 21. Jahrhundert will das Kloster mit grossen Architekten bauen, deren Werke in Zukunft Bestand haben.» Finanziell ist der Voranschlag eingehalten worden (man spricht von rund fünf Millionen Franken). Abt Martin verdankte in diesem Zusammenhang die zahlreichen Spenden und Zuwendungen, dank denen bereits ein grosser Teil der Kosten gedeckt werden konnte. Dennoch hat das Kloster als Bauherrin einen beträchtlichen Teil noch selbst beizusteuern. Als Präsident der Stiftung pro Stiftsschule teilte Fredi Lienert nicht nur die Freude der Anwesenden; seine Stiftung steuerte mit vier neuen Klavieren gleich noch einen Teil des Inventars bei.

Musik und Kunst

Aufgelockert wurden die Reden durch verschiedene Darbietungen. So blies die Feldmusik unter der Leitung von Marcel Schuler einen solch frischen Wind durch Räume und Gänge, dass jedem Anwesenden bewusst wurde, wie sinnvoll die Investition in das neue Musikhaus ist. Ebenso viel Applaus war der Tanzgruppe «ad hoc» sicher, nachdem diese mit einer äusserst anspruchsvollen, von Silvia Hesse und Rachel Stocker eingeübten Choreografie brilliert hatte.

Plauschchor mit treffendemLied

Und letztlich gefiel der eingangs erwähnte Plauschchor mit seinem treffenden Lied über «ein stummes, ödes Haus», das die Stiftsschule auch dank des neuen, ebenso funktionalen wie ästhetischen Musikhauses eben nicht ist. Davon konnte man sich im Anschluss an die von Abt Martin und dem St. Galler Bischof Markus Büchel vorgenommene Einsegnung des Gebäudes an einem fantasievollen «Musikmarkt» gleich selbst überzeugen. Zu diesem Musik-Parcours der ganz besonderen Art ist gestern Montag dann auch die Einsiedler Öffentlichkeit eingeladen worden.

Einsiedler Anzeiger

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

21.09.2010

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schwyzkultur.ch/hWhLvU