Christian Maag (links) mit einer seiner Lieblingsplatten, Christoph Lienert mit Iron Maidens «Soundhouse Tapes» vor ihrer Sammlung. Foto: Adrian Meyer
Christian Maag (links) mit einer seiner Lieblingsplatten, Christoph Lienert mit Iron Maidens «Soundhouse Tapes» vor ihrer Sammlung. Foto: Adrian Meyer

Musik

900 Kilogramm Musik gesammelt

Christoph Lienert und Christian Maag sind leidentschaftliche Sammler und besitzen tausende Punk- und Metal-Schallplatten.

Säuberlich aufgereiht, eingepackt und nach Bands sortiert stehen sie im Regal: Tausende Schallplatten, die Mehrheit davon aus dem Genre des Heavy Metals. Sichtlich stolz präsentieren Christoph Lienert (Willerzell) und Christian Maag (Einsiedeln) einen Grossteil ihrer Plattensammlung: Zwei auf drei Meter misst das Wandgestell im Elternhaus von Christoph Lienert in Willerzell, in dem die Vinylplatten lagern. Dabei ist das noch nicht einmal alles: Der Rest der Platten steht in Christian Maags Wohnung. Er hat sich gänzlich dem Punkrock verschrieben. Zusammen besitzen die beiden rund 3600 Schallplatten. Rechnet man ihre CDs, DVDs und Kassetten dazu, besitzen sie insgesamt über 5500 Tonträger.

Länge von 1,1 Kilometer

Würden die beiden alle ihre Schallplatten der Fläche nach aneinanderreihen, ergäbe sich eine Länge von über 1,1 Kilometer. Eine Schallplatte wiegt mit Hülle zirka 250 Gramm, das Gesamtgewicht der Sammlung beträgt daher rund 900 Kilogramm. «Diese Sammlung ist die Kette unserer Freundschaft», sagt der 30-jährige Christian Maag, kaufmännischer Angestellter bei Sport Country in Einsiedeln. «Sie ist aber auch ein Fass ohne Boden – finanziell.» Wie viel die Sammlung wert ist, wissen beide nicht so genau. «Es bewegt sich aber sicher im fünfstelligen Bereich», sagt der 27-jährige Christoph Lienert, der an der Universität Luzern Kulturwissenschaften studiert.

Heiliger Gral für LP-Juwelen

Ihren Lieblingsplatten und besonders wertvollen Raritäten haben die beiden ein eigenes Gestell gewidmet: «Das ist unser heiliger Gral», sagt Christian Maag. Darin befinden sich vor allem Platten aus den Anfängen des britischen Heavy Metals Ende der 1970er-Jahre, der sogenannten «New Wave of British Heavy Metal» mit Bands wie Iron Maiden, Saxon oder Cloven Hoof. Iron Maiden ist Christoph Lienerts Lieblingsband. Er besitzt 170 Tonträger allein von ihnen. Iron Maidens erstes, gleichnamiges Album von 1980 seine Lieblingsplatte. Und ebenfalls von Iron Maiden ist das wertvollste Stück der Sammlung: Ein unversehrtes Exemplar des allerersten Demotapes von 1979, auf 5000 Kopien limitiert: den «Soundhouse Tapes». Auf Ebay wird die 7-Inch mit nur drei Liedern für über 1000 Dollar angeboten. «Wir haben die Platte deswegen noch nie abgespielt.»

Qualität vor Quantität

Christian Maag hat seine erste CD im Alter von sechs Jahren gekauft. Über das Rollbrett-Fahren kam er in Kontakt mit Punkrock. Die erste Schallplatte überhaupt war jene seiner Lieblingsband Social Distortion, die er im Alter von zehn Jahren kauft. «Ich kaufte damals Schallplatten, weil ich sie irgendwie cooler fand als CDs», sagt Christian Maag. Mit seinem Enthusiasmus für Vinyl konnte er irgendwann auch seinen Freund Christoph Lienert überzeugen, der bis dahin CDs kaufte. Irgendwann entwickelte sich das Kaufen von Schallplatten für die beiden zum Hobby. Sie blätterten fortan in Sammelkatalogen, tingelten regelmässig in die Schallplattenläden von Zürich oder Bern, durchwühlten an Plattenbörsen die Regale oder bestellten mit dem Aufkommen des Internets auf Mailinglisten und Auktionsportalen. Früher hätten sie manchmal sogar bis zu 200 Platten auf einmal bei Händlern bestellt. Sie durchsuchten sie nach guten Alben, warfen den Rest weg oder verkauften ihn weiter. Doch das kommt heute weniger vor: «Wir haben langsam keinen Platz mehr.» Trotz der Grösse ihrer Sammlung betonen die beiden, dass ihnen Qualität vor Quantität geht: «Wir kaufen nur Platten, die wir auch wirklich gut finden, sagt Christoph Lienert, «und nicht um des Sammelns willen.» Und fügt an: «Andere sammeln Briefmarken, wir sammeln Schallplatten.»

Sammlung aktiv geniessen

Der Vorteil dabei sei jedoch: Sie können ihre Sammlung aktiv geniessen und immer wieder abspielen. Musik auf Vinyl zu hören, sei ein spezielles Erlebnis: «Wir begreifen Musikhören nicht als Konsum, sondern zollen damit den Musikern Respekt», sagt Christian Maag. «Wenn du eine Schallplatte auflegst, kannst du nicht einfach Lieder überspringen.» Deshalb würden

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

17.07.2012

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schwyzkultur.ch/passXK