Die Musiker von Orchesterverein und Jugendorchester Einsiedeln boten ihren Zuhörern ein gelungenes Gemeinschaftskonzert. Foto: Franz Kälin
Die Musiker von Orchesterverein und Jugendorchester Einsiedeln boten ihren Zuhörern ein gelungenes Gemeinschaftskonzert. Foto: Franz Kälin

Musik

Anspannung weicht der Spielfreude

Ein abwechslungsreiches Programm, eine virtuose Solistin und begeisterte Zuhörer prägten den sonntäglichen Konzertabend von Jugendorchester und Orchesterverein.

Nervös wirken sie nicht, die Mitglieder des Einsiedler Orchestervereins. Ruhig und routiniert werden Stühle und Notenständer in die richtige Position gerückt, Freunde und Bekannte begrüsst. Konzentriert warten die jungen Nachwuchsmusiker auf ihren Auftritt. Etwas nervös sei sie, meint die 12-jährige Geraldine Grab aus Rothenthurm. Aber dies sei nicht ihr erstes Konzert und geübt habe sie täglich eine halbe Stunde. Vor allem die schnellen Achtelnoten seien schwierig. Sie schaut einen Moment ernst, streicht dann selbstbewusst ihr elegantes Konzertkleid glatt, nimmt die Geige und sucht ihren Platz auf der Bühne.

Spiel der Generationen

Ein traumhafter Frühlingsabend verführt zum draussen sein. Im Theatersaal sitzen trotzdem viele Musikliebhaber. Das freut Präsidentin Ruth Thalmann. Mit sympathischen Worten stimmt sie die Zuhörenden ein auf das bevorstehende Programm. Es sind anspruchsvolle Werke aus verschiedenen Epochen, vom Barockmusiker Corelli bis zum erst 1958 verstorbenen Vaughan Williams. Sieben Tatsachen freuen die Präsidentin. Erstens das Zusammenspiel mit dem Jugendorchester. Zweitens die Tatsache, mehrere Generationen unter den Musikern zu haben. So sind zum Beispiel mit Maya Kälin, ihrer Tochter Fränzi und Enkelin Lisa drei Generationen vertreten. Freude Nummer drei seien die treuen Aushilfen bei den einzelnen Instrumenten und viertens die Vielseitigkeit von Helen Küchler. Wichtige Stütze bei den Streichern, spielt sie heute zusätzlich Cembalo.

Zahlreiche Freuden

Punkt fünf geht als grosser Dank ans Kloster für die Benützung des Saals. Die Solistin Selina Cuonz ist ein weiterer dicker Freudenpunkt. Den siebten Punkt verteilt die Präsidentin ans Publikum, das gekommen ist, um zuzuhören und hoffentlich am Schluss die Leistung mittels barer Münze wertschätzt. Die Kosten sind hoch und ein allfälliger Überschuss geht in die Lagerkasse des Nachwuchses.

Virtuoses Spiel

Konzentriert beginnt das Orchester mit dem Concerto Grosso, einem barocken Werk von Arcangelo Corelli. Die Jugendlichen werden von den geübten Orchestermitgliedern getragen. Die anfängliche Gespanntheit weicht bald und macht der Spielfreude Platz. Gut gemacht! Beim zweiten Stück darf der Nachwuchs zuhören. Die Bühne gehört nun der 23-jährigen Winterthurerin Selina Cuonz und ihrer Harfe. Das Konzert in A-Dur für Harfe und Streichorchester ist ein Höhepunkt des Abends. Mit Claude Debussy und seiner Petite Suite «en bateau» geht es weiter. Bläser, Streicher und Harfe ergänzen sich wunderbar. Das Stück passt zum sommerlichen Wetter, die Töne tragen den Zuhörer gedanklich aufs Wasser. Zum Schluss gibt es die English Folk Song Suite von Ralph Vaughan Williams, nun wieder zusammen mit den Jugendlichen. Geraldine packt noch einmal die Geige und setzt sich zwischen die Grossen an ihren Platz.

Kontrabass ist cool

Hinter ihr steht Cousin Joel am Kontrabass, auch für ihn das erste Konzert mit dem Orchesterverein. Dass er mit diesem grossen Instrument auffällt, stresst Joel nicht. Er findets cool. Vater Beat steht mit dem gleichen Instrument neben ihm und könnte helfen. Am Sonntagabend wars nicht nötig. Der Applaus ist lang und herzlich. Blumensträusse? Zuerst noch eine Zugabe. Man hätte am liebsten allen Beteiligten Blumen verteilt.

Einsiedler Anzeiger

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

19.04.2011

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schwyzkultur.ch/7Z9eW1