Die Feldmusik Bennau bot unterhaltsame Musik auf einem hohen Niveau. Foto: Franz Kälin
Die Feldmusik Bennau bot unterhaltsame Musik auf einem hohen Niveau. Foto: Franz Kälin

Musik

Auf höchstem Niveau unterhalten

Unter dem Motto «La Vita» begeisterte die Feldmusik Bennau unter der Leitung von Ernst May am vergangenen Samstagabend im Kultur- und Kongresszentrum «Zwei Raben» die sehr zahlreich erschienenen Zuhörerinnen und Zuhörer.

Moderatorin Ursi Staub führte mit viel Humor und Charme durch das Programm und bot dabei nicht nur tolle Unterhaltung, sondern vermittelte auch Hintergrundinformationen. «Le storie sono nostri sogni, e nostri sogni sono la vita» – «Die Geschichten sind unsere Träume und unsere Träume sind das Leben.» Gemäss diesen Worten des Regisseurs Tim Burton erzählte die Feldmusik Bennau mit ihrer Musik aus dem und für das Leben. Ein sehr geschickt gewähltes Motto für das Jahreskonzert – lässt sich doch darunter eine grosse Bandbreite von Musik vereinen – und Ursi Staub spannte mit ihren witzigen Kommentaren den grossen Bogen über die verschiedenen Stücke des Konzertprogramms. Mit ihrem auch ohne Übersetzung verständlichen sympathischen Urner Dialekt bot die kleine Moderatorin mit der grossen Klappe – dies Ursi Staubs eigene Worte – nicht nur beste Unterhaltung, sondern auch Informationen zur gespielten Musik und zur Feldmusik Bennau und ihrem Dirigenten. Die hohe Qualität der Feldmusik und ihres musikalischen Leiters wurde schon in den ersten Takten hörbar. Der Marsch «Stars and Bars» war mit den schnellen Sechzehnteln und klangmässig heiklen Kombinationen ein gewagter Einstieg. Aber da war keine technische oder intonationsmässige Unsicherheit zu hören, obwohl die Besetzung äusserst grosse Holzregister hat. So war das Publikum vom ersten Augenblick an vom Geschehen auf der Bühne gefesselt – und vom Gehörten begeistert. Kurz und bündig und mit ihrer humorvollen Art erklärte die Moderatorin den Inhalt von Giuseppe Verdis Oper «La Traviata», aus welcher dann die Ouvertüre und das berühmte Trinklied zu hören waren. Von Anfang an war das dramatische und traurige Ende der Oper hörbar – vielleicht etwas gar schwer.


Intonationsmässig heikel


Der musikalische Höhepunkt des Abends war bestimmt «Heidi und Peter» des Komponisten Mario Bürki. Das Stück wurde 2009 als Wettstück komponiert und besteht aus fünf Sätzen. Es ist kein trockenes akademisches Wettbewerbsstück, sondern unterhaltsame Programmmusik auf höchstem Niveau. Da sind alle Tücken und Schwierigkeiten vorhanden, welche in intensiver disziplinierter Probenarbeit gelöst sein wollen. Ungerade Taktarten in schnellen Wechseln (es folgen sich da 3/8- auf 4/4- und 7/8-Takt und viele weitere Kombinationen), für die einzelnen Register schwierige Lagen, die intonationsmässig heikel sind oder auch griffmässig ungünstige Tonfolgen fordern die einzelnen Musikanten. Und da war beim Zuhören nichts zu spüren von all diesen Schwierigkeiten, sondern es war reines Vergnügen, diese Klangwelt auf sich wirken zu lassen und die Spielfreude der Musikerinnen und Musiker zu erleben. Der Erstklassverein Feldmusik Bennau mit ihrem erfahrenen Dirigenten Ernst May hat mit diesem Stück den Erfolg bei der Teilnahme am Musikpreis Grenchen im April dieses Jahres wahrlich verdient! Es ist auch toll, dass in dieser Besetzung von über 60 Instrumentalistinnen und Instrumentalisten auch einige Jungmusikanten mitspielen und ihr Können dadurch erweitern dürfen.


Grosses Können gezeigt


Nach der Pause brillierten die Trompeter Christian Hitz, Roland Kälin und Max Steiner als Solisten in «Trumpet Blues and Cantabile» und begeisterten das dankbare Publikum. Auch im nachfolgenden Stück «The Jungle Book» zeigten Solisten in verschiedenen Registern ihr grosses Können und demonstrierten damit das hohe Niveau der einzelnen Mitglieder der Feldmusik Bennau. Und wie schwungvoll «La Vita» im Orient, in Südamerika und in Spanien sein kann, zeigte die Feldmusik in den eher kürzeren – aber nicht weniger gehaltvollen – Stücken «Bessarabyanke», «Carioca» und «Flores de España». Das Publikum bedankte sich für die von allen Beteiligten auf sehr hohem Niveau gebotene Unterhaltung mit langem Applaus und wurde dafür mit zwei Zugaben belohnt. Alle Zuhörerinnen und Zuhörer haben es wohl genossen, mit sympathischen Leuten am Tisch den Abend zu verbringen und die tolle Musik zu geniessen.


Einsiedler Anzeiger / ms

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

27.11.2018

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schwyzkultur.ch/74HVyx