Ein unvergesslich schöner Abend: Die Brass Band Willerzell überzeugte. Bild Franz Kälin
Ein unvergesslich schöner Abend: Die Brass Band Willerzell überzeugte. Bild Franz Kälin

Musik

Das Alphorn-Experiment ist geglückt

Die Willerzeller Musikgesellschaft zeigt sich auf hohem Niveau experimentierfreudig und zelebriert herrliche Brassmusik in allen Variationen. Dem treuen Publikum gefällts und quittiert es mit einem Grossaufmarsch und viel Applaus.

Für die grosse Fangemeinde von gut gespielter Brassmusik ist die zur Tradition gewordene Konzertnacht der Brass Band MG Wil-lerzell im Dorfzentrum ein alljährliches Highlight. Am vergangenen Samstagabend war es wieder so weit. Das sehr zahlreich aufmarschierte Publikum bekam neben klassischem Brass auch ein nicht alltägliches Experiment zu hören.

Brass-Ikone Schönbächler

Neben zahlreichen Vereinsdelegationen konnte Präsident Peter Schönbächler auch den Präsidenten des Kantonalen Musikverbandes Alex Zimmermann mit Gemahlin Cordula begrüssen. Sabrina Kessler-Schnyder war für die Ansagen der Musikstücke verantwortlich. Sie tat dies mit viel Hintergrund-Informationen, gekonnt und charmant. Für die musikalische Leitung ist schon Jahre Walo Schönbächler verantwortlich, er meisterte auch die diesjährige Konzertnacht einmal mehr bravourös. Er ist in der Zwischenzeit zu einer wahren Brass-Ikone avanciert. Das Repertoire umfasst Originalwerke für Brass Band, Bearbeitungen aus Klassik, Pop und Filmmusik, moderne Unterhaltungsmusik, sowie Märsche, Polkas und Walzer. Die diesjährige Stückwahl hat von jeder einzelnen Musikantin, von jedem Musikanten und vor allem vom Dirigenten sehr viel Probenfleiss und volle Konzentration abverlangt. Zum guten Gelingen des Konzertes hat aber auch das Publikum seinen Beitrag geleistet, mit dem Applaus hat es die Band immer wieder ermuntert und angetrieben, mit dem erfreulichen Resultat eines ausgezeichnet gespielten Konzertes.

Abwechslungsreich

Ob Filmmusik oder Marsch, ein bunter, abwechslungsreicher Strauss herrlicher Melodien, einmal melodiös-romantisch, einmal mit Getöse à la James Bond, nicht alles einfach zu spielen, aber das Publikum hat es begeistert. Überzeugt haben auch die beiden Solisten, Kaspar Schönbächler mit dem Flügelhorn und Meiri Kälin mit der Posaune, aber auch alle anderen Musikantinnen und Musikanten boten dem Publikum ausgezeichnet gespielte Blasmusik zum Geniessen.

Nachwuchs vorhanden

Da wäre noch der zwölfjährige Dominik Kälin zu erwähnen, der sein Xylophon perfekt einsetzte und die Band ausgezeichnet unterstützte. Nicht zu vergessen die sieben Jungs und das eine Mädel von der Jugendmusik Einsiedeln, die – welch ein Zufall – fast alle auf den Namen Schönbächler hören, was wohl heisst, dass die Willerzeller ein gutes Reservoir für Nachwuchs sind. Und nicht nur für die Jugendmusik Einsiedeln. Ihr Einsatz war jedenfalls gekonnt und für die Zukunft vielversprechend. Wer an diesem Abend wen verstärkt hat, kann getrost offen gelassen werden. Die Blasmusik-Szene kann jedenfalls beruhigt in die Zukunft blicken.

Spezielle Aufmerksamkeit

Ganz spezielle Aufmerksamkeit genoss aber ohne Zweifel das Experiment mit den zwei Alphörnern. Das Zusammenspiel einer Brass Band mit zwei Alphörnern ist nicht nur aussergewöhnlich, es war trotz zwei, drei kleinen «Holperern» ein herrlicher, unvergesslicher Ohrenschmaus. Die beiden Alphornsolistinnen Yvonne Gisler und Manuela Kubli, die das Experiment auch angestossen hatten, überzeugten zusammen mit der Brass Band auf der ganzen Linie. Die «Alphorn-Ballade» war ein konzertanter Auftritt, von allen Beteiligten genüsslich zelebriert, von den Konzertbesuchern genossen und gewaltig applaudiert. Auch optisch wurde das einmalige Vergnügen sehr edel abgerundet, für einmal standen die beiden Alphorn-Solistinnen nicht in der sonst üblichen Tracht, sondern in langer, schwarzer Abendrobe auf der Bühne, was übrigens sehr gut zur gespielten Ballade und den jungen Damen passte. Ein Augen- und Ohrenschmaus also.

Einsiedler Anzeiger

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

15.05.2012

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