Hedi Füchslin singt als Sopran im Chor 90 Stimmen. Bild Daniel Koch
Hedi Füchslin singt als Sopran im Chor 90 Stimmen. Bild Daniel Koch

Musik

«Das Feuer war schnell entfacht»

Der Chor 90 Stimmen tritt morgen Samstag mit dem Programm Winterklang in der Jugendkirche Einsiedeln auf.

Hedi Füchslin singt als Sopran im Chor 90 Stimmen. Mit ihr sprach Daniel Koch.


Daniel Koch: Was ist Ihre Motivation, beim Chor 90 Stimmen mitzumachen?


Hedi Füchslin: Ich habe mich im letzten Jahr aus meinem abwechslungsreichen und spannenden Berufsleben zurückgezogen. Als ich dann hörte, dass der Chor 90 Stimmen ein neues Projekt in Angriff nimmt, habe ich mich gleich angemeldet. Das Feuer war danach schnell entfacht.


Die Musik, die am Samstag gesungen wird, stammt von zeitgenössischen Komponisten. Hat dies eher Vor- oder Nachteile?


Als ich dies vernommen hatte, dachte ich zuerst, das sei nichts für mich. Als ich dann aber Musik der beiden Komponisten Dan Forrest und Ola Gjeilo hörte, war meine Skepsis sofort verschwunden. Es erfüllte mich mit Freude, dass zwei junge Komponisten – beide haben Jahrgang 1978 – solch wunderbare Musik schreiben können.


Der Chor besteht zurzeit nur aus knapp 60 Stimmen, ist das ein Problem?


Nein, das ist absolut kein Problem. Auch mit 60 Stimmen ist genügend Volumen vorhanden, um Meisterwerke wunderbar erklingen zu lassen.


Im Chor singen 44 Frauen und nur 11 Männer, also exakt viermal weniger. Wie wirkt sich dieses Ungleichgewicht aus?


Wir hätten natürlich gerne einige Männer mehr gehabt. Da die elf Männer absolut top sind, kommen die Stimmen auch so zum Tragen. Die Männer sind mit Leib und Seele dabei.


Die erste Probe in der Jugendkirche ist vorbei. Wie ist es gelaufen?


Wir mussten uns hier akustisch neu orientieren. Es nahm einige Zeit in Anspruch, um herauszu finden, wo wir hinstehen sollen, damit die Klänge optimal in die Kirche hinausgetragen und im ganzen Raum gehört werden.


Wie gefällt Ihnen die Zusammenarbeit mit Agnes Ryser, der Dirigentin?


Die ist optimal. Agnes ist für mich eine echte Künstlerin, welche die Musik im Blut hat. Aus meiner Sicht macht sie alles auf einem sehr hohen Niveau.


Wie ist der Chor ursprünglich entstanden?


Der Chor ist ursprünglich aus dem Welttheater heraus entstanden. Ich bin seit letztem Jahr dabei.


Haben Sie beim Welttheater auch schon mitgemacht?


Natürlich. Ich startete im Alter von zehn Jahren als Sing-Engel, das war 1965. Für mich war dies etwas Einmaliges. Ich erinnere mich, wie am Schluss alle Darsteller nochmals auf die Bühne traten. Wir kamen aus der Klosterkirche und sangen «Grosser Gott, wir loben dich». Alle Theaterbesucher standen auf und beteiligten sich am Gesang. Für mich war das damals sehr eindrücklich.


Singen Sie noch in anderen Chören mit?


Ich engagiere mich noch im Kirchenchor Bennau. Mir gefällt, dass dieser Chor auch Jodel in seinem Repertoire hat.


Bekommt man beim Singen eigentlich auch ab und zu Gänsehaut oder passiert dies nur den Zuhörern?


Wenn man singt, sind die Emotionen noch intensiver und man be findet sich in Einklang mit der Musik. Es kam schon vor, dass mir während des Singens fast die Tränen gekommen sind.


Einsiedler Anzeiger/ Daniel Koch

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

14.12.2018

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schwyzkultur.ch/Fd3Tdq