Sebastian Rauchenstein, Wollerau, Dirigent Aspirantenspiel der Jugendmusik und Musikschule Einsiedeln. Bild Lukas Schumacher
Sebastian Rauchenstein, Wollerau, Dirigent Aspirantenspiel der Jugendmusik und Musikschule Einsiedeln. Bild Lukas Schumacher

Musik

«Das ist eine sehr gute Grösse»

Das Aspirantenspiel probt wieder. Bläser und Schlagzeuger bereiten sich auf die Jugendmusik vor. Der Musiker hat um die 30 Musikantinnen und Musikanten. Der Dirigent spricht von einer sehr guten Grösse.

Mit Sebastian Rauchenstein sprach Urs Gusset.

Urs Gusset: Sebastian Rauchenstein, was löst das Stichwort «Aspirantenspiel» bei Ihnen aus?

Sebastian Rauchenstein: Neuanfang für 30 jugendliche und motivierte Instrumentalisten ab neun Jahren, die ihre ersten Erfahrungen im Orchesterspiel machen. Je nach Alter bleiben sie zwei bis vier Jahre im Aspirantenspiel. Zuvor hatten sie zwei Jahre Instrumentalunterricht.

Als Dirigent leben Sie im Spannungsfeld zwischen Freud und Leid: Zum einen verlieren Sie immer wieder Musikanten, zum andern kommen immer wieder neue. Wie gehen Sie damit um?

Das ist in meinem Job inbegriffen. Ich bin Ausbildner mit dem Ziel, dass die Musikanten möglichst schnell weg sind (lacht). Sie gehen dann in die Jugendmusik, das Ziel aller, wenn sie im Aspirantenspiel Erfahrung gesammelt und Leistung gezeigt haben.

Wie schwierig ist es für Sie als Dirigent, immer wieder neu anfangen zu müssen?

Es braucht jedes Mal wieder Vorbereitung. Und ich muss mich in die neuen Musikanten, die das erste Mal im Orchester sind, hineinversetzen.

Welches ist dabei die grösste Herausforderung?

Level ausbalancieren, Schwierigkeit der Stücke gut wählen und jeden dort abholen, wo er ausbildungstechnisch steht.

Ist diese ständige Aufbauarbeit nicht ermüdend?

Nein, sonst würde ich es nicht machen. Es ist schön, wie es ist, zuzusehen, einen Prozess mitzuverfolgen, wie die Musikanten reifen und am Schluss ihr erstes Konzert spielen. Diese Ermüdung nehme ich gerne in Kauf.

Wie schwierig ist es, neue Musikanten zu gewinnen?

Es ist nicht so schwierig. Die Zusammenarbeit mit den Musiklehrern funktioniert sehr gut. Die El tern sind daran interessiert, ihre Kinder ins Ensemble zu bringen. Ich muss den Aufwand auf mich nehmen, das Telefon in die Hand zu nehmen und Mails zu verschicken, um Leute zu erreichen. Jetzt habe ich um die 30 Musikanten.

Ist das eine gute Grösse?

Das ist eine sehr gute Grösse, weil mit dieser Anzahl richtig gut Orchestermusik gemacht werden kann. Es macht Spass, weil der Klang da ist.

Ist das Aspirantenspiel «in»?

In Einsiedeln ja. Das Bedürfnis ist da.

Wieso soll jemand im Aspirantenspiel mitmachen?

Musikanten, die ihr Instrument mit andern zusammen spielen wollen und Freude erhalten, die einem zugute kommt, und junge Leute, die gerne mit Gleichaltrigen etwas unternehmen.

Welche Erwartungen haben Sie an die einzelnen Register?

Musikanten, die schon lange dabei sind, sollten ihre Erfahrungen mit den Neuen teilen. Von den Instrumenten her, Bläser und Schlagzeuger, geht es ganz gut auf. Umpolen machen wir im Aspirantenspiel noch nicht.

Was machen die Musikanten, die das Aspirantenspiel verlassen?

Sie gehen in die Jugendmusik, was eine grosse Herausforderung ist, und bereiten sich auf ein Erwachsenen-Blasorchester vor.

Einsiedler Anzeiger (Urs Gusset)

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

06.09.2016

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www.schwyzkultur.ch/XKPGBJ