Die Blaskapelle Etzel-Kristall unter der Leitung von Toni Gräzer begeisterte das Einsiedler Publikum dermassen, dass nach allen Soli und zum Schluss diverse Zugaben verlangt wurden. Bild Franz Kälin
Die Blaskapelle Etzel-Kristall unter der Leitung von Toni Gräzer begeisterte das Einsiedler Publikum dermassen, dass nach allen Soli und zum Schluss diverse Zugaben verlangt wurden. Bild Franz Kälin

Musik

Das Konzert mit fünf Zugaben beendet

Das 22. Jahreskonzert der Blaskapelle Etzel-Kristall war ein voller Erfolg. Die Truppe um Toni Gräzer riss das Publikum mit und begeisterte Jung und Alt mit böhmischer und mährischer Blasmusik.

Bereits zwei Stunden vor Beginn war der Saal im Kultur- und Kongresszentrum Zwei Raben rappelvoll. Nicht nur daran merkte man, wie sehr sich die 20 Männer in den letzten 23 Jahren einen Namen gemacht haben. Das eindrückliche und oftmals äusserst anspruchsvolle Konzertprogramm liess erahnen, dass viele gemeinsame Stunden Probenarbeit dahintersteckten. Man spürte, dass für die Musiker die Qualität der Musik im Mittelpunkt steht. Jedoch braucht es, um das zu erreichen, auch grosse Freude und nicht minder grosses Talent, was beides bei den Blasmusikern nicht zu kurz kommt.

Diverse Instrumente im Zentrum

Ausserdem verstanden sie es, mit viel Geschick und musikalischem Können, eine ständige Spannung aufzubauen. Auch ganz feine Nuan cen kamen sehr gut zur Geltung. Die Blaskapelle spielte allerdings nicht nur mit der Lautstärke in den verschiedenen Stücken, sondern auch mit ihrem Erscheinungsbild. Teilweise gab es auf der Bühne ganze Performances, bei denen im mer andere Instrumente in den Mittelpunkt gerückt wurden.

Anekdoten zwischen den Stücken

Toni Gräzer eröffnete das Jahreskonzert mit dem Konzertmarsch «Salemonia», der Salems grösster Open-Air-Veranstaltung, dem Schlossseefest, gewidmet ist. Und weil das südbadische Schloss Salem früher ein Kloster war, passte dieses Stück auch zu Einsiedeln. Diese Geschichte erzählte Christoph Huber dem Publikum. Der Bassposaunist führte die Gäste den ganzen Abend durch das Programm und unterhielt sie mit Anekdoten aus der Etzel-Kristall-Geschichte. Beispielsweise auch, dass die Blaskapelle vor genau zehn Jahren als beste Blasmusikkapelle der Schweiz ausgezeichnet wurde. Leider war aber keiner anwesend, um den Preis entgegenzunehmen und so hatte man die Musiker suchen müssen.

Virtuose Soli

Wie immer gab es einige Soli, in denen die einzelnen Musiker ihr Können demonstrieren durften. Von einem Baritonduett, welches sogar mit einem Gedicht angekündigt wurde, bis hin zu virtuosem Trompetenspiel war alles dabei. Bruno Marggi und Marcel Stössel griffen sogar für einmal zum Sopransaxophon, anstatt zur Klarinette. Sie zeigten somit dem begeisterten Publikum, dass sie nicht nur ihr Hauptinstrument sehr gut beherrschen, sondern auch ohne Probleme auf ein anderes, eher ungewohntes Instrument wechseln können. Den Zuhörern gefiel dies so gut, dass sie nach jedem Solo eine Zugabe verlangten. So durften die jeweiligen Solisten von ihrem Stück noch einmal einen Ausschnitt spielen.

Jahreshighlight Südtirol

Dieses Jahr nahm die Blaskapelle zum ersten Mal am Festival der böhmischen und mährischen Blasmusik teil und reiste dafür ein Wochenende ins Südtirol. Dass sie dabei das schweizerische Blasmusiktreffen verpasste, war ein dummer Zufall. Die beiden Anlässe fielen auf das gleiche Wochenende. Für die Blaskapelle Etzel-Kristall hat sich allerdings die Reise ins Südtirol gelohnt. Sie besiegten den vielversprechenden Favoriten aus Holland und gewannen den ersten Platz. Natürlich durften das eine oder andere Stück, mit dem dieser Anlass gewonnen worden war, nicht fehlen.

Wohlwollendes Publikum

Natürlich lief nicht alles wie geplant. Es gab einige lustige Versprecher, und einmal sogar eine Klarinettenpanne. Diese musste zuerst repariert werden, bevor das Konzert weiterging. Die Panne wurde souverän überwunden. Trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen, wurde der Abend von viel Humor begleitet. Und das Publikum bedankte sich für dieses wunderbare musikalische Erlebnis, indem sie nicht eine, sondern gleich fünf Zugaben verlangten.

Einsiedler Anzeiger (cel)

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

25.10.2016

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schwyzkultur.ch/w5USDW