Sonja Erny-Schuler ist eine von 130 Mitwirkenden des Projektes «Stabat Mater»
Sonja Erny-Schuler ist eine von 130 Mitwirkenden des Projektes «Stabat Mater»

Musik

Das Projekt «Stabat Mater» ist berührend und begeisternd

Mit dem Männerchor Einsiedeln, dem Jugendchor «Vocal Joy», einem Ad-hoc-Frauenchor und dem Orchester «Wood & Metal Connection» gelangt das Werk «Stabat Mater» auch in Einsiedeln zur Aufführung.

Victor Kälin: Die Einsiedler Dirigentin Susanne Theiler muss ein 130-köpfiges Team zusammenhalten. Wo sind Sie zu finden?

Sonja Erny: Zusammen mit 30 anderen Frauen als Sopranistin im Ad-hoc-Frauenchor. Ich singe sonst im Stiftschor. Dort wurde ich auf dieses Projekt aufmerksam gemacht. Da ich leidenschaftlich gerne singe, habe ich zugesagt. Zudem kenne ich Susanne Theiler als positive, humorvolle und motivierende Dirigentin. Sie ist wirklich sehr erfrischend. Und da mein Vater Augustin Schuler mit dem Männerchor ebenfalls mitsingt, ist Stabat Mater auch ein kleines Familienprojekt.

Wie anspruchsvoll ist Ihre Aufgabe?

Ich sang schon schwierigere und strengere Partituren. Aber es ist ein Werk mit wenigen Solopartien – dafür einem grossen Choreinsatz, was eine entsprechende Konzentration voraussetzt. Vor allem der Schluss ist mit seinen hohen Tonlagen enorm anforderungsreich. Da stossen einige Stimmlagen an die Grenze des Machbaren.

Was dürfen die Zuhörer erwarten?

Sie dürfen sich auf viele Melodien freuen, welche einen sofort ansprechen. Stabat Mater ist ein Werk, das sich jeder und jede anhören kann. Es ist überraschend, begeisternd und berührend.

Was heisst «Stabat Mater»?

«Es stand die Mutter…» Gemeint ist die Mutter Gottes, die beim Kreuz Jesu stand. Im Text heisst es weiter: «… schmerzerfüllt bei dem Kreuze, tränenreich…» Das Werk macht das Leiden von Maria bei der Kreuzigung ihres Sohnes zum Thema. Den grössten Teil singen wir in Latein. Aber es gibt auch englische Passagen. Und ganz spannend sind die Einschübe auf Hebräisch, Aramäisch und Griechisch.

In Menzingen, Ingenbohl und Einsiedeln gelangt das Werk jeweils in Kirchen zur Aufführung: Gehört «Stabat Mater» in einen sakralen Raum?

Ja. Es ist geistliche Musik, wenngleich nicht im klassischen Sinne. Karl Jenkins hat das Werk 2008 komponiert.

Wie hoch ist der Aufwand?

Jetzt in der Schlussphase ist das Engagement natürlich sehr intensiv. Nach dem Start im Vorjahr üben wir seit Anfang 2012 regelmässig. Susanne Theiler hat die Proben sehr gut eingeteilt. Zusätzlich habe ich zu Hause vor allem jene Stellen vertieft, welche mir nicht gerade auf Anhieb «ins Ohr gehen».

Wie gefällt Ihnen das Stück?

Mich überzeugt die Vielfältigkeit. Als Sopranistin ist mir nie langweilig. Und auch als Zuhörer wird man immer wieder überrascht. Persönlich ist der 7. Satz mein Favorit. Vom Text her ist er der schlichteste: «Und die Mutter weinte…» Die Melodie ist sehr berührend und das Verschmelzen der verschiedenen Sprachen spannend.

Und bei welcher Stelle gibt es die berühmte «Hühnerhaut«?

Ich denke beim letzten Satz, der Nummer 12. Nicht für uns zum Singen, aber für die Zuhörer und Zuhörerinnen. Der Rhythmus lässt einen nicht mehr ruhig sitzen. Der Steigerungslauf der Musik ist enorm…

«Stabat Mater» von Karl Jenkins

5. Mai 20 Uhr Pfarrkirche Menzingen
6. Mai 18 Uhr Klosterkirche Einsiedeln
12. Mai 20 Uhr Klosterkirche Ingenbohl
13. Mai 18 Uhr Klosterkirche Einsiedeln


Leitung: Susanne Theiler

Solostimmen: Christin Maho und Doris R. Grossenbacher

Infos

ww.stabatmater.ch

Einsiedler Anzeiger

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

04.05.2012

Webcode

schwyzkultur.ch/n5MbDk