The «Ravens» (von links): Pater Lukas Helg, Rahel Fröbel, Angela Steinauer und Abt Urban Federer erzählten von der Enstehung ihrer CD und stellten einige Stücke vor. Bild Marianne Schönbächler
The «Ravens» (von links): Pater Lukas Helg, Rahel Fröbel, Angela Steinauer und Abt Urban Federer erzählten von der Enstehung ihrer CD und stellten einige Stücke vor. Bild Marianne Schönbächler

Musik

Der Abt singt mit drei weiteren Raben

Das Vokalquartett «The Ravens» taufte am vergangenen Sonntag seine neue CD im Museum Fram. Am Vorabend von Dreikönigen luden der neue Abt Urban Federer, Pater Lukas Helg, Rahel Fröbel und Angela Steinauer zu ihrer CD-Taufe ein. Die Erlöse gehen vollumfänglich an die Partnerschule der Stiftsschule Einsiedeln, Namwala, in Sambia.

Auf sehr eisigen Wegen fanden sich am letzten Sonntag rund 100 Gäste im Museum Fram an der Eisenbahnstrasse in Einsiedeln ein. Darunter viele ehemalige Stiftsschüler, Verwandte und Lehrpersonen. Das Vorstandsmitglied des Vereins Alumni Scholae Einsidlensis, Daniele Bürli, begrüsste die vielen Besucher. In einem aufschlussreichen Interview mit den Sängerinnen Rahel Fröbel und Angela Steinauer erhielten die gut gelaunten Besucher einen Einblick zur Entstehungsgeschichte der CD und zur Partnerschule in Sambia.

«The Ravens» und die CD

Die Idee zur Aufnahme einer CD kam eigentlich vom Vater von Rahel Fröbel. Der Cousin der ehemaligen Stiftsschülerin erklärte sich bereit, die Aufnahmen zu realisieren. So wurden in nur fünf Stunden die 17 Stücke in einem Tonstudio aufgenommen. Auf die Frage von Daniele Bürli, wie denn der Name «The Ravens» entstanden sei, meinte Rahel Fröbel lachend: «Die Bedeutung von ‹Ravens› sind die Raben, wie auf dem Einsiedler Wappen. Unsere beiden Herren in der Band sehen wie Raben aus und wir singen auch nicht wie die Nachtigall, sondern eher wie die Raben.» Mit diesen Antworten gewann sie das Publikum sofort für sich. Die 17 Stücke sind ein Potpourri von verschiedenen Songs. «Einfach, was Spass macht, und es ist immer ein Solo dabei», sagte Angela Steinauer, die extra aus Amerika angereist kam.

Namwala in Sambia

Im September 2004 hat die Stiftsschule Einsiedeln beschlossen, eine Partnerschaft mit der Namwala High School in Sambia aufzubauen. Hannes van der Weijden war als Lehrperson in der Stiftsschule beschäftigt. In den Siebzigerjahren unterrichtete er einige Jahre an der Namwala High School. Als er die Schule nach 20 Jahren wieder besuchte, fand er diese in einem desolaten Zustand. Er war der Initiant und Mentor dieser Zusammenarbeit.

2006 besuchten Rahel Fröbel und Angela Steinauer die High School und waren tief beeindruckt. Sie bekamen einfach eingerichtete Schulzimmer zu sehen. Tische, Stühle und eine Wandtafel mussten ausreichen. Rahel Fröbel erwähnte, dass sie keine Verfechterin von jedem Hilfsprojekt sei. Das Besondere an diesem Projekt sei, dass man nicht nur Geld spende, sondern die Schüler einbinde. So wurden beispielsweise Fenster gekauft, doch die Installation erfolgte durch die Studierenden und den Werklehrer selber. So werde auch die Hilfe nicht als Selbstverständlichkeit angesehen, sondern als besondere Wertschätzung wahrgenommen.

Singende Raben begeisterten

Mit einem herzlichen Applaus wurden die zwei Herren in Schwarz begrüsst. Eröffnet wurde das Konzert mit der afrikanischen Nationalhymne. Feierlich wurde ein lateinisches Lied gesungen, gefolgt von einem irischen Song. Pater Lukas bemerkte beim Stück «Am Brunnen vor dem Tore», dass Pater Alois schon bei der ersten Strophe die Tränen in den Augen habe. «Was gibt es Schöneres, wenn man singt und jemand weint», meinte er augenzwinkernd.

Das Solo von Abt Urban mit der beeindruckenden Tenorstimme und mit dem Song der Beatles «Let it be» wurde von den Zuhörern begeistert aufgenommen. Ebenso die Soli von Rahel Fröbel, in schönstem Sopran, Angela Steinauer mit ihrer kraftvollen Altstimme und Pater Lukas Helg mit seinem gefühlvollen Bass, erfreuten die Gäste vollumfänglich. Beim letzten Stück «Hellow my baby» hielten alle Solisten ein Handy am Ohr und sangen «phone me». Jetzt klatschte das Publikum stehend und die Raben waren darauf vorbereitet. Pater Lukas Helg schlug vor, gleich drei Stücke als Zugabe vorzutragen. Mit «Standing Ovations» dankte die grosse Gästeschar.

Feierliche Taufe der CD

Die Champagnerkorken knallten und der Moderator Daniele Bürli schritt zur Taufe der gelungenen CD. Dies sei ein denkwürdiger Akt, wie eine Taufe eines Kindes, betonte er. Das Spezielle sei die Geburt dieses «Pseudokindes», das zur Welt gekommen sei. Doch anstelle der Paten wurde das gesamte Publikum zur Patenschaft aufgerufen. In lockerer Stimmung wurde auf die neue CD angestossen und für das gelungene Konzert gedankt. Der Musikträger konnte danach

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

08.01.2014

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