Im Grossen Saal des Klosters begeisterte der Chor «Cum Anima» die rund hundert Besucher. Bild Karl Hensler
Im Grossen Saal des Klosters begeisterte der Chor «Cum Anima» die rund hundert Besucher. Bild Karl Hensler

Musik

Der Chor «Cum Anima» überzeugte auch mehrsprachig

Im Grossen Saal des Klosters Einsiedeln überzeugte der Chor «Cum Anima» am vergangenen Freitag die rund hundert Besucher.

Vor ein paar Jahren gab sich der «Plauschchor» unseres Klosters einen speziellen, nicht alltäglichen Namen. «Cum Anima» heisst soviel wie «mit Seele  beseelt». Das Konzert am vergangenen Freitag, 11. Dezember, im Grossen Saal des Klosters, wies da und dort auf diese Thematik, gekoppelt mit Überzeugung zum Gesang, hin. In den ausgezeichnet vorgetragenen Liedern schwang solches ab und zu mit.

Besonderer Klang

Ging der Zuhörer die Reihen des Chores durch, so stellte er fest, dass die 23 weiblichen Stimmen gegenüber der kleinen Zahl von 6 männlichen Sängern ein Übergewicht darstellten. Ein gesangliches Missgewicht? Mitnichten. Mit viel Feuer, sicher, phasenweise gar energisch wirkend, liess die Dirigentin Adeline Marty diese nicht alltägliche Durchmischung zu einem Musikgefüge wachsen, das zu einem speziell klingenden Musikgenuss befähigt wurde. Die Lektüre des Programms könnte leicht dazu verführen, sich auf ein feierliches Weihnachtskonzert einzulassen. Die Vorträge zeigten alsbald, dass dem nicht so sein muss. Die zu einem besonderen Strauss zusammengefügten Lieder in deutsch, englisch und gar hebräisch liessen diese Vorahnung verfliegen.

Ein besonderes Gesangsangebot

Die über hundert Zuhörer erlebten ein stimmungsmässig abwechslungsreiches Konzert. Ein paar Beispiele seien hier erwähnt. Zum einen waren getragene, feierliche Melodien, wie beim Eröffnungslied «Gott send herab uns deinen Sohn», von der Dirigentin arrangiert, oder «You are the Light» zu hören. Zum andern glaubte man bei dem im Oktett vorgetragenen Lied «Heiligste Nacht» von Michael Haydn fast Engelstimmen zu vernehmen. «Mary, did you know» wirkte erzählend, erinnernd. Speziell dabei war der gut gelungene Rhythmuswechsel. Ankündigend kam «Engel haben wir vernommen» daher. Dass der weit herum be kannte Klassiker «White Christmas» nicht, wie so oft zu hören, schmelzend wirken muss, bewies der Chor im Vortrag des guten Arrangements der Dirigentin.

Präsente männliche Stimmen

Das von Stean Beard und Barry Tucker arrangierte «Believe» begann getragen, um sich bis zum Schluss wie zu einem Befehl zu steigern. Die männlichen Stimmen konnten hier zeigen, dass sie wirklich präsent sind. Eine Besonderheit war an diesem gern aufgenommenen Konzert zu hören. Es ist gewiss nicht alltäglich, dass der Abt eines Klosters in einer solchen Formation mitsingt. In Einsiedeln tut dies, mit grosser Sangesfreude, Pater Urban Federer. Er singt aber nicht «nur», irgendwo in den Reihen stehend, mit. Im besonderen Quartett zusammen mit Pater Lukas Helg, dem aktuellen Rektor Johannes Eichrodt und einem vierten Sänger liess er den Beatlessong «Let it be», von Lorenz Maierhofer arrangiert, erklingen. Wie eingangs erwähnt, bot diese besondere Formation eines gemischten Chores ein vom Publikum mit viel Applaus verdanktes Konzert. In manchem Besucher wird der Vorsatz erwacht sein, sich ein anderes Mal erneut unter die Zuhörer zu mischen.

Einsiedler Anzeiger (heka)

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

15.12.2015

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schwyzkultur.ch/tgSauN