Die Blaskapelle Etzel-Kristall präsentierte am Samstag in Einsiedeln Musikgenuss von hoher Qualität. Foto: Franz Kälin
Die Blaskapelle Etzel-Kristall präsentierte am Samstag in Einsiedeln Musikgenuss von hoher Qualität. Foto: Franz Kälin

Musik

Der Etzelkristall glänzte erneut

Die Blaskapelle Etzel-Kristall zeigte an ihrem Jahreskonzert am letzten Samstag, dass sie eine Spitzenformation ist. Leiter Toni Gräzer wurde für seine 10-jährige Tätigkeit geehrt.

Wer hör- und sichtbar Freude an der Musik erleben will, dem sei der Besuch eines Konzertes der Blaskapelle Etzel-Kristall empfohlen. Am vergangenen Samstag war solches wiederum im Kultur- und Kongresszentrum Zwei Raben zu geniessen. So früh, wie an diesem Abend war der Saal wohl selten prall gefüllt. Den Start einer guten Stimmung erwirkte der liebevoll gestaltete Bühnen- Hintergrund. Bunte grossformatige Bilder, in Anleitung der Mütter von Musikantenkindern gemalt, dienten einem zu erlebenden Musikgenuss als themagerechten Schmuck. Die humorvolle und von viel Fachwissen gestützte Moderation von Christoph Huber trug das Weitere zu einem erfreulichen Musikabend bei. Dass Musik kameradschaftlich verbindet, bewies der zahlreiche Aufmarsch von Delegationen aus musikalischen Kreisen. Auch das neue, gut eingespielte Service-Personal trug das seine zu einem erfreulichen Abend bei.


Ein paar Rosinen aus dem Programm


Die aus 20 Bläsern plus Direktion bestehende Blaskapelle steigerte sich seit der Gründung von 1993 bis heute zu einer Spitzenformation. Ihre musikalische Hauptausrichtung ist auf die böhmisch-mährische Musik ausgelegt. An diesem Abend war eine zeugnisgebende grosse Schar von Anhängern mit häufigem Zugaben-Applaus feststellbar. Ein erster Höhepunkt des Abends war der hervorragende Auftritt des Trompeters Marcel Kälin. Das mit viel Zweiunddreissigstel gespickte Stück «Corrida» verlangte nach ebenso viel Talent und Probeneifer wie auch Auftrittsicherheit. Es ist bedauerlich, wenn auch aus Belastungsgründen verständlich, dass es das letzte Konzert von ihm gewesen sein soll. Das Überraschungsgeschenk war von ihm mehr als verdient. Dass der unvergessliche Ernst Mosch in das Programm eingebaut wurde, glich einem ehrenden Muss. Der Flügelhornund Bariton-Klang lässt unverwechselbar den Egerländerstil erkennen. Beobachtete man den Dirigenten, so bekam man das Gefühl, als ob er den Führungs- Stil von Mosch übernommen hätte. Ein aufgeführtes Stück trägt den Titel «Pfifferling». Bekanntlich handelt es sich dabei um eine Pilzart. Demgegenüber aber wirkte die überzeugende Darbietung der drei Klarinettisten Bruno Marggi, Marcel Stössel und Sascha Corti geradezu pfiffig, was mit spitzbübisch oder schalkhaft zu vergleichen ist.


Toni Gräzer geehrt


Einen besonderen Akzent erhielt der von toller Musik gefüllte Abend mit der Ehrung von Toni Gräzer. Seit bereits zehn Jahren leitet er mit viel Herzblut die Formation. Sein fundiertes Studium der auszuwählenden Stücke überträgt sich positiv auf die Sicherheit des Spiels seiner Musikanten. Mit viel Humor überreichte ihm der Moderator einen mit reichlich Überraschungen gespickten Koffer. Das gut gelaunte Publikum lieferte mit anerkennendem Applaus den Kranz dazu. Einen speziellen Anstrich erhielt das Flügelhorn-Solo von Valentin Egli. Sein gut gelungener Vortrag, mit träumerischen Elementen, wurde geschmückt durch Einschübe von Klarinetten- und Cornetspiel. Ein weiterer Ganzpunkt des Musikabends war das Tenorhorn-Solo von Silvan Arnold. Er meisterte das von hohem Tempo begleitete Stück mit viel Anforderung an den Bläser mit Bravour. Die Kurztonfolgen verlangen viel Talent und Übung für das Gelingen der Aufführung. Das Publikum verdankte sein Spiel mit überwältigendem Beifall. Vom Riesenstrauss der Schluss-Zugaben ist das gut anzuhörende Trompeten-Solo von Nik Schuler und Marcel Kälin zu erwähnen. Originell bei diesen hohen Anforderungen stellenden Vortrag war das Ablösespiel der beiden. Der Abschluss-Titel des Programms «Freunde für immer», kommt der Verbindung zwischen der Blaskapelle und seiner treuen Anhängerschar gleich. Es klang, als ob damit gesagt werden will «Chönd mit!».


Einsiedler Anzeiger / Karl Hensler

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

22.10.2019

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