Snout Snails (von links): André Fuchs, Patrick Schönbächler, Peter Annen und Andrea Deuber. Fotos: zvg
Snout Snails (von links): André Fuchs, Patrick Schönbächler, Peter Annen und Andrea Deuber. Fotos: zvg
2002 hatte Snout Snails sieben Bandmitglieder.
2002 hatte Snout Snails sieben Bandmitglieder.

Musik

«Die Band ist unsere Konstante»

Am 28. April feiert Snout Snails am Let’s Fetz mit Leadsängerin Andrea Deuber, Bassist Peter Annen, Gitarrist Patrick Schönbächler und Schlagzeuger André Fuchs ihr 20-Jahr-Bühnen-Jubiläum.

Die Bandmitglieder von Snout Snails machen Rockmusik, weil es seit 20 Jahren ihre ungetrübte Leidenschaft ist – das Leben habe sich verändert, doch die Musik sei immer ihre Konstante, oder wie es ein Bandmitglied ausdrückt: «Jeden verdammten Mittwoch treffen wir uns seit 20 Jahren, um gemeinsam Musik zu machen.»


Mehr Songs als Hauptband


Vor über 20 Jahren, 1996, traf sich der langjährige Kern der Band, Patrick Schönbächler, Andrea Deuber, Reto Effinger und Michael Faoro, zum ersten Mal in seinem «Rümli» im Birchli. Eine Band waren sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht und es konnte auch niemand richtig Gitarre spielen. «Wir waren nur ein paar Kollegen, die eine Band wollten, aber nichts konnten», erinnert sich Patrick Schönbächler schmunzelnd. Das Spielen haben sich die damaligen Teenager selbst beigebracht. Die ersten Lieder wurden um Akkorde, die sie nicht konnten, herumgespielt und Gitarrensoli gemieden. Zwei- bis dreimal pro Woche übten die jungen Musiker voller Leidenschaft. Bassist Peter Annen stiess ein paar Mal bei den Proben dazu und gab den Bandmitgliedern Tipps. Ihr erstes Konzert spielte die noch junge Band vor vollem Haus in einer ominösen Bar in Uznach. «Wir hatten 22 Coversongs in petto, mehr als die Hauptband, die nach uns spielte», erinnern sich die Bandmitglieder, die nach dem Konzert im Auto übernachteten. Eine Gage gab es bei diesem Gig nicht, obwohl sie nicht unerwähnt liessen, dass nicht nur Bier und Wein, sondern auch die härteren alkoholischen Getränke offeriert wurden. Bald darauf stieg Bassist Marco Birchler aus und Peter Annen trat 1999 der Band bei. Das zweite Konzert im Sommer 1999 fand bereits vor grösserem Publikum statt, nämlich beim damaligen Seenachtsfest in Gross. Hier war Improvisationstalent angesagt, musste die unerfahrene Band doch kurzfristig die gesamte benötigte Technik auftreiben, da sie die vorhandene Technik nicht nutzen durfte. Dank der Hilfe ihres Freundes Edi Deberti, der sie danach noch jahrelang begleitete, ging zum Glück alles gut aus.


An jeder «Hundsverlocheten»


Nach den ersten paar Auftritten ging es mit Snout Snails richtig los: «Wir haben an jeder Hundsverlocheten gespielt», erzählt Gitarrist Patrick Schönbächler. Gespielt wurden hauptsächlich Coversongs an verschiedensten Festen in unserer Region. Die Band darf auf viele Highlights zurückblicken, wie zum Beispiel auf den Auftritt am ersten Open Air Hoch-Ybrig, das sie als erste Band eröffneten, oder auf die Teilnahme am Musikwettbewerb «Newcomer 2000», wo sie ihre erste eigene CD mit Coversongs und drei eigenen Songs einreichten. Hier schafften sie es von 640 Teilnehmern unter die besten 6. «Als Highlight möchte ich nicht die einzelnen Konzerte bezeichnen, sondern die gesamte Zeit, die wir als Bandmitglieder miteinander erleben durften», sagt Leadsängerin Andrea Deuber, welche mit dieser Aussage für die ganze Band spricht. Ihre erste CD produzierten die Einsiedler mit der Hilfe von Roli Lutz, welcher grosse Freude an den jungen, motivierten Musikern hatte und diese gerne unterstützte. Nur ein Jahr später, 2001, entstand ihre zweite CD.


«100 Prozänt»


Idealismus kann man das dritte Album der Musiker wohl nennen. Die Einsiedler nahmen sich vor, ein Album zu produzieren, auf dem ausschliesslich eigene Songs zu hören sind. «100 Prozänt» tauften sie die aufwendig produzierte Platte, welche 2007 herauskam. Dieses Album war ihr Eintrittsticket bei diversen regionalen Radiosendern, welche ihre Musik spielten und sie zu Interviews einluden. Die Resonanz der grossen Sender blieb jedoch mehrheitlich aus. «‹100 Prozänt› haben wir für uns gemacht», sagen die Musiker, welche viel Zeit und Geld in das Album steckten, welches von Giovanni Dolci produziert wurde. Noch heute wird auf dem beliebten Radiosender «Swiss Pop» wöchentlich ihr Song «Lonely» gespielt.


Let’s Fetz


Das Let’s Fetz hat für Snout Snails eine grosse Bedeutung. Zu Beginn war es ihr grosses Ziel, das höchste, was sie erreichen könnten, wäre, einmal am Let’s Fetz vor Hunderten von Zuschauern zu spielen. Ihrem ersten Auftritt im Jahr 2000 folgten zahlreiche weitere, wobei «Snout Snails» auf den Plakaten mit den Jahren immer grösser geschrieben wurde. 2015 traten sie das erste Mal mit ihrem neuen Schlagzeuger André Fuchs auf, welcher frischen Wind und Moderne in die Band brachte. Aktuell befindet sich Snout Snails mitten in den Vorbereitungen für ihren Jubiläums-Auftritt am Let’s Fetz, mit Gästen und Überraschungen.


«Bis wir tot umfallen»


Was den aktuell vier Musikern an der Musik und ihrer Band liegt, merkt man nicht nur, wenn sie über ihre Vergangenheit reden, sondern vor allem, wenn sie sich Gedanken über ihre Zukunft machen. Ans Aufhören möchte niemand denken. In näherer Zukunft wollen sie wieder eine eigene CD produzieren. Fragt man sie nach der ferneren Zukunft, so kommen nicht ganz ernst gemeinte Antworten wie einen Eintrag in der Rock’n’Roll Hall of Fame, eine Welttournee und mehrere Groupies – sozusagen Rock’n’Roll durchs Band. «Spass beiseite, wir wünschen uns, dass unsere Band und unsere Freundschaft lange erhalten bleiben.» Mit dem Satz «wir wollen Musik machen, bis wir auf der Bühne tot umfallen, aber erst am Schluss des Konzerts», bringt es Peter Annen auf den Punkt. Alle anderen Mitglieder würden das sofort unterschreiben.


Einsiedler Anzeiger / Lukas Schumacher

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

13.04.2018

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schwyzkultur.ch/Qt8kBb