Erwin Füchslin gibt die Leitung des Aspirantenspiels nach 20 Jahren ab. Bild zvg
Erwin Füchslin gibt die Leitung des Aspirantenspiels nach 20 Jahren ab. Bild zvg

Musik

Die Freude am Zusammenspiel wecken

Dieser Tage wurde bekanntgegeben, dass Erwin Füchslin, seit 20 Jahren Leiter des Aspirantenspiels, auf Ende des Schuljahres demissioniert. Damit macht er den Weg frei für jemand Neues.

Für den 47-jährigen Grosser ist der Zeitpunkt zum Wechseln ideal. Er arbeite zwar sehr gerne mit jungen Musikantinnen und Musikanten zusammen, irgendwann müsse man jedoch einen Schlusstrich ziehen. Eines vorneweg: Die Jugendmusik leitet Erwin Füchslin auch weiterhin, der Wechsel im nächsten Sommer betrifft «nur» das Aspirantenspiel.

Der geeignete Zeitpunkt

20 Jahre als Dirigent des Aspirantenspiels ist eine lange Zeit und zehrt an den Kräften. Aktuell sei ein guter Zeitpunkt, den Rücktritt für nächsten Sommer vorzubereiten. So kann sich der neue Leiter überlegen, wie er das Orchester in die Zukunft führen will. Füchslin bietet seinen Dirigentenposten extra zum passenden Zeitpunkt an. «Ich will nicht Aspirantenspiel und Jugendmusik bis zur gleichzeitigen Demission leiten», sondern einem neuen Dirigenten die Möglichkeit geben, das gemeinsame Ensemble der Jugendmusik und der Musikschule gesund weiterlaufen zu lassen. Ähnlich lief es damals, als Erwin Füchslin das Aspirantenspiel von Felix Ochsner übernahm. Das Wichtigste für Erwin Füchslin ist, dass der neue Dirigent guten Kontakt zur Musikschule pflegt und auch die Musiklehrer kennt. «So kann man gezielt Leute anfragen.» Anfang Schuljahr überfordert Das 20. Jahr als Dirigent des Aspirantenspiels bedeutet zugleich die Leitung des 20. Orchesters. Je nach Zusammensetzung und Kön nen der einzelnen Musiker hatte das Orchester immer eine spezielle und einzigartige Klangfarbe.

34 Orchester-Neulinge

Die Orchester-Neulinge sind normalerweise ein bis zwei Jahre im Aspirantenspiel dabei. Heuer sind es 34 Kinder. «In den ersten Proben sind sie jeweils masslos überfordert», erzählt der Dirigent lachend. Es töne von allen Seiten: «Herr Füchslin, ich höre mich selbst nicht mehr!» und ähnliche Klagen. «Es ist bereits eine Kunst, dass alle miteinander einen Ton beginnen und auch wieder aufhören.» Bis zum Jugendmusik-Konzert im Frühling sind aber immer auch die Aspiranten bereit, einige Stücke zum Besten zu geben. Beim Auftritt gebe es oft einen «Jö-Effekt», da die jüngsten Kinder erst sieben oder acht Jahre alt sind. Wie kommt er zu den Musikanten?

Suche mit viel Elan

Die Suche nach neuen Aspiranten braucht viel Elan: Ende Schuljahr schrieb Erwin Füchslin jeweils die Musikschullehrer der Bläser und vom Schlagwerk an, sie sollen die geeigneten Schüler fürs Aspirantenspiel anfragen. «Das ist ein Gratis-Angebot der Musikschule und man kann nur davon profitieren.» Das Korps probt einmal pro Woche und das nur während der Schulzeit. «Es braucht Gespräche und einiges an Überzeugungsarbeit, bis die Kinder vorbeikommen.» Dies sei jeweils schon eine Herausforderung. Wenn die Kinder dann aber im Ensemble spielen, haben sie umso mehr Freude. «Im ersten Jahr wenn man ein Instrument spielt, ist man ein einsamer Mohikaner. Wenn man jedoch diese Hürde gemeistert hat und im Ensemble spielen kann, bringt es viel.» Auch durch die soziale Komponente steige die Motivation spürbar.

Gemeinsame Stückwahl

Um die Spielfreude bei den Aspiranten zu fördern, suchen sie die Stücke immer gemeinsam aus. Heute gebe es dazu sehr viel gute Literatur auf kindgerechtem Niveau. «Früher musste ich oft selber zu Notenblatt und Bleistift greifen», die Stückauswahl sei heute viel einfacher und das Angebot grösser. Ziel ist der Erwachsenenverein Der vorgesehene Verlauf für einen jungen Musikanten mit Freude an der Musik ist vom Aspirantenspiel zur Jugendmusik und später zu einem Erwachsenenverein zu wechseln. «Es ist selten, dass jemand vor der Jugendmusik aufhört, weil es keinen Spass macht.» Zwischen der Jugendmusik und den Erwachsenenvereinen finden sich eher Gründe wie Ausbildung, Arbeit, Sport und andere Interessen und so weiter fürs Aufhören. Als Dirigent der Jugendmusik vermittelt Erwin Füchslin den Musikvereinen unserer Region auch bei Projekten aktiv Jungmusikanten.

Wieder Zeit für anderes

Wenn das Engagement beim Aspirantenspiel endet, hat Erwin Füchslin wieder mehr Zeit für Neues. «Interessieren würde mich vielleich

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

28.11.2014

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schwyzkultur.ch/rHYRJ4