Keine Zeit zum Zurücklehnen: Pater Lukas Helg an seinem Arbeitsplatz in der Musikbibliothek. Mit der Kamera im Hintergrund macht er digitale Aufnahmen. Bild Patrizia Pfister
Keine Zeit zum Zurücklehnen: Pater Lukas Helg an seinem Arbeitsplatz in der Musikbibliothek. Mit der Kamera im Hintergrund macht er digitale Aufnahmen. Bild Patrizia Pfister

Musik

Die Konzert-Organisation liegt in neuen Händen

Das Kloster Einsiedeln ist seit jeher ein Ort der Begegnung und der Kultur. Anfragen für Konzerte in der Kirche gehen zahlreiche ein, jedoch wird relativ wenigen die Bewilligung erteilt. Die Organisation dieser Anlässe ging vor Kurzem von Pater Lukas an Pater Daniel.

Der 72-jährige Pater Lukas Helg ist seit 1965 im Kloster Einsiedeln. Seine Passion ist die Musik. Als Stiftskapellmeister leitet er seit 40 Jahren den Stiftschor, den Mönchschor und alles Mehrstimmige. Ende letztes Jahr gab er jedoch die Organisation der Konzerte in der Klosterkirche ab, dafür gebe es verschiedene Gründe. Die Arbeit habe früher vor allem aus Stuhltransport bestanden, die man vom Dorfzentrum oder aus dem Gemeindesaal auslieh. In den letzten Jahren sei die Aufgabe organisatorisch zunehmend anspruchsvoller geworden. Zudem hatte der Benediktiner einige Helfer aber auch diese würden nicht jünger.

Anfragen sind vorhanden

Der Mönch erinnert sich an viele spezielle Konzerte und schaut die Kopien der alten Programme durch. Eines der schönsten war seiner Meinung nach die Aufführung des Verdi Requiems 1991. In besonders guter Erinnerung ist Helg die Aufführung des gleichen Werkes 2013 durch den Madrigalchor. Es gehen viele Anfragen für Konzerte in der Klosterkirche ein. «Wir müssen viele abweisen», sagt der Mönch, denn die Konzerte sind auch logistisch mit grossem Aufwand verbunden. Im Prinzip erlaubt das Kloster jährlich nur ein Konzert mit bezahlten Plätzen in der Klosterkirche und zwar im Herbst, nach Ende der Pilgersaison. Diese Tradition wurde in den 60er Jahren aufgenommen. Man verfolgte das Ziel, Musik aus der Musikbibliothek zur Verfügung zu stellen und lud berühmte Personen ein, diese Werke vorzutragen. Dafür wurde die Kirche wie ein Konzerthaus bestuhlt und Eintritt verlangt. Die Aufführungen fanden lange am Samstagabend um 17.30 Uhr statt. «Dies gab jedoch Probleme», erinnert sich Helg. Die besondere Kirche locke immer viele Interessierte an und die Abendmesse von 17.30 Uhr musste während diesen Konzerten jeweils in die Jugendkirche verlagert werden. Dies klappte organisatorisch gut, Besucher von weit her wurden aber der grössten Attraktion beraubt. Pater Lukas sagt: «Ich finde es wichtig und schön, Leute mit Musik in die Klosterkirche zu holen, die sonst nicht viel mit Religion am Hut haben.» Im Gotteshaus haben jedoch die Wallfahrt und auch Gottesdienste Vorrang, auch wenn sich die Akustik hervorragend für Konzerte eigne.

Den Geschmack treffen

Seit 1996 war Pater Lukas Hauptverantwortlicher für die Konzerte in der Klosterkirche, vor ihm 20 Jahre lang Pater Raimund. «Man wächst in das Ganze hinein», so Helg. Von 1997 bis 2007 wurde jährlich ein Konzert vom Opernhaus Zürich arrangiert: Diverse Aufführungen fanden in Zürich und eine in Einsiedeln statt. Leider hätten sich jedoch die Konzerte mit Eintritt immer mehr zum Verlustgeschäft entwickelt, da Einsiedeln verglichen mit einer Stadt nicht die gleiche Zahl an musikalisch Interessierten vorweisen oder anlocken kann. Ein weiteres «Problem» jedes Konzertorganisators sei jeweils der Geschmack des Publikums: Berühmte Werke ziehen mehr Leute an, man muss die Musiker schliesslich bezahlen können. Es gäbe jedoch viele weniger bekannte, aber nicht minder schöne Werke ... Mit Rechnungen und Budgets hatte Helg jedoch nichts zu tun, sondern mit der Organisation der Proben und Aufführungen im Kloster sowie der Durchführung am Abend selber.

Das letze Konzert

Der einheimische Chor 90 Stimmen und das Ensemble La Partita führten am 6. Dezember 2015 einen Auszug aus dem Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach und die Heiligmesse von Joseph Haydn im Kloster auf, was das letzte Konzert unter Pater Lukas war. «Es war unproblematisch», sagt er. Lokale Anfragen würde jeweils bevorzugt und diese Aufführung gab für ihn wenig Arbeit, da der Chor das meiste selber organisierte. Seit der Weihnachtsmarkt so gross ist, entdeckten ihn viele als Plattform, so auch der Stiftschor. Die Temperatur in der Klosterkirche sei im Dezember jedoch an der unteren Grenze gewesen, sie wirkt sich immer auch auf die Stimmung der Instrumente aus.

Der Nachfolger

Nun liegt die Verantwortung der Klosterkonzerte bei Pater Daniel Emmenegger und alle Anfragen landen direkt bei ihm. Der Benediktin

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

08.01.2016

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www.schwyzkultur.ch/9pdWTE