Die Bankers' Big Band brachte mit Bea Eigenmann (in rot) ihre eigene Sängerin mit.
Die Bankers' Big Band brachte mit Bea Eigenmann (in rot) ihre eigene Sängerin mit.
Die Let's go Big Band weiss auch nach 20 Jahren noch mit ihrem abwechslungsreichen Programm zu gefallen. Fotos: Franz Kälin
Die Let's go Big Band weiss auch nach 20 Jahren noch mit ihrem abwechslungsreichen Programm zu gefallen. Fotos: Franz Kälin

Musik

Doppelkonzert der Bankers' und Let's Go Big Bands

Auf Einladung der zwanzigjährigen Let's go Big Band treffen sich zwei Bands zum Doppelkonzert, am Freitagabend im Dorfzentrum Einsiedeln und am Samstag in Horgen. Ihr Auftritt lässt keine Wünsche offen.

«2 in 1» ist der Ausdruck dieses Abends. In seiner kurzen Begrüssung meint Präsident Michael Hess damit «zwei Big Bands, ein Eintrittspreis». Das Publikum hat sich der zwei Sets an diesem Abend erfreut sowie zwei musikalische Feuerwerke von je einer Stunde miterlebt.

Gleiche Musik, anderer Stil

Beide Bands zeigen sich toppmotiviert, bieten ein hochstehendes Programm, im Ablauf Schlag auf Schlag, mit Big-Band-Sound vom Feinsten. Zudem stehen beiden Bands souveräne Leiter vor, die bezüglich Wahl der Tempi viel Gespür zeigen und mit präzisen Einsätzen ihre Mannschaft steuern. Doch bezüglich Stil und Interpretation zeigen sich Unterschiede. Die beiden Bands warten mit eigenständigen Programmen auf. Dabei gibt es kein «besser» oder «schlechter», sondern einfach ein «anders».

Die swingenden Bankers

Die «Freude am Spiel» hat begeisterte Musiker der Credit Suisse die Bankers' Big Band gründen lassen. Musikalisch bewegt sich die Band im klassischen Big-Band-Jazz. Ihr Abend füllendes Repertoire umfasst Jazz, Latin, Pop und Rock'n'Roll. Auch an diesem Freitagabend lässt die Vielfalt nichts zu wünschen übrig. Bereits die Nummer «By All Means» gelingt erfrischend – ein Auftakt nach Mass. Auffallend sind bei ihrem ganzen Set die gut herausgearbeiteten Phrasierungen und die präzise Rhythmik, etwa in «Count me in» oder im Titel von Sammy Nestico, der mit seinen Tonkaskaden für eine perfekte Schlusspassage sorgt. Ihr Groove zeigt sich farbig, ebenso überzeugt die Dynamik, auch im Piano. Nahtlose Übergänge sorgen für kompakte Musik, machen sie spannend, ob Solo oder Tutti. Bea Eigenmann, die Band-eigene Sängerin, sorgt mit ihren Songs für gesangliche Farbtupfer. Sie überzeugt vor allem in «Mister Tsu Tsu» und «A raisin Day». Mit einem Bossa Nova verabschieden sich die Bankers «vom grossartigen Einsiedler Publikum», wie ihr Bandleader Bernhard Schoch meint. Auch diese Nummer überzeugt mit packenden Soli und einem raffinierten Schluss – ein rassiger Höhepunkt zum Abschluss!

Musikalische Farben

Nach dem Umbau startet die einheimische Let's go Big Band zum zweiten Set. In ihrem Programm finden sich bekannte Namen wie Glenn Miller, Cole Porter, Stevie Wonder, Louis Prima, oder Nummern wie «Choo Choo», «Begin the Beguine», «Sir Duke». Mit «Trinila» sorgt Bandleader Erwin Füchslin auf dem Flügelhorn für einen ausdrucksstarken Auftritt. Mit dezentem Klarinettensound erweitert Toni Zellweger das Klangspektrum, etwa in «Begin the Beguine». Als gelungen darf die solistische Präsentation der Bläser-Section bezeichnet werden. Bei «Brass Machine» stehen die Trompeter im Bühnenlicht, beim «Trombone Rag» die Posaunisten und bei «Saxorama» die Saxofonisten. Nicht vergessen darf man Schlagzeug und E-Sound mit ihren satten, straffen Rhythmusvorgaben! In «Livin' la vida loca» glänzt wiederum der Leader als Solist, diesmal mit Trompete. Mit «Sing sing sing» beendet ein richtiger Feger das zweite Feuerwerk, und die Zugabe von Glenn Miller setzt das Tüpfchen auf!

Einsiedler Anzeiger

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

03.11.2012

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