Segnung der Drehorgeln vor der Klosterfront durch Pater Basil. Bild Karl Hensler
Segnung der Drehorgeln vor der Klosterfront durch Pater Basil. Bild Karl Hensler

Musik

Drehorgeln brachten Sonne in die Herzen

Orgelspieler der Verbindung «Drehorgel Schweiz» spielten am Sonntag in der Klosterkirche und im Dorf auf.

In seinen Begrüssungsworten wies Klosterorganist Pater Theo Flury darauf hin, dass eigentlich die grossen Klosterorgeln Geschwister der kunstvoll geschmückten Drehorgeln wären. Drossel und Mönch singt dort ungestört, und die Amsel dazwischen, orgelt von früh bis zum Abend ihr Lied, die zufriedene Weise. An diese Worte von Eduard Mörike aus seiner «Idylle vom Bodensee» wurde man erinnert, als am vergangenen Sonntag zum zehnten Mal die Orgelspieler der Verbindung «Drehorgel Schweiz» in unserer Klosterkirche und im Dorf aufspielten. Traditionell wurden Anreisende in unserem Bahnhof mit Drehorgelspiel begrüsst.

Gottesdienst und Drehorgelklang

Wie schon in früheren Jahren waren vier der speziellen Instrumente auf dem Podest vor dem kunstvollen Klostergitter platziert. Die Gläubigen, oder waren es Konzertbesucher, wurden mit dem kräftig erklingenden «Te Deum» von Charpentier, aus der Orgel von Peter Bürgisser, in Stimmung gebracht. In seinen Begrüssungsworten wies Pater Theo Flury, notabene Klosterorganist, darauf hin, dass eigentlich die grossen Klosterorgeln Geschwister der kunstvoll geschmückten Drehorgeln wären. Mit dem «Air» von Bach füllten der versierte Orgelbauer Josef Raffin und der routinierte Cyril Schulthess den Kirchenraum. In seiner Predigt verglich Pater Theo die Figur des Christophorus mit dem heutigen Leben und seiner Belastung. Wir versuchen, die tägliche Last tragen zu können. Mit viel Glauben seien wir imstande dies zu meistern.

Senior kennt Metier

Trotz seines Alters von über achtzig Jahren wusste Senior Josef Raf fin das «Largo» von Händel herrlich und mit viel Raffinesse gepaart meisterhaft erklingen zu lassen. Eines ist immer wieder ärgerlich. In ihrer Frömmigkeit scheint eine Anzahl von mitfeiernden Kirchenbesuchern nicht zu bemerken, dass sie vergessen, ihr Gesangstempo dem durch Instrumente vorgegebenen Tempo anzupassen.

Erstmals waren die «Flötenuhrenstücke» von Haydn, aus der Drehorgel von Peter Bürgisser, in unserer Kirche zu hören. Flötenuhren waren Ende des 18., Anfang des 19. Jahrhunderts etwas ähnliches wie heute die Kuckucksuhren. In der Komposition glaubt man da und dort den Versuch des Komponisten herauszuhören, zarte Flötentöne auf diesem Wege erklingen zu lassen. Auch der «Highland Cathedral March» war hier erstmals zu hören. Eine stark wirkende Komposition von Uli Roever und Michael Korb, in der andeutungsweise irische Klänge herauszuhören waren. Als Organisator dankte Peter Bürgisser dem Kloster für die Aufführungsmöglichkeit und den Kirchenbesuchern für das aufmerksame Zuhören.

Drehorgelweihe

Einen speziellen Anstrich erhielt der sonntägliche Anlass. Um 12.30 Uhr weihte Pfarrer Pater Basil Höfliger die vor der hehren Klosterfront aufgereihten dreiundzwanzig Drehorgeln. Diese Segnung war für die zahlreichen, sogar internationalen Touristen eine willkommene Möglichkeit, die originellen Instrumente aufs Bild zu bannen.

Grosskonzert zum Abschluss

Was schon um zehn Uhr begonnen hatte, wurde anschliessend fortgesetzt. Das ganze Rund vom Klostergarten bis zum Paracelsuspark füllte sich mit variationenreicher Drehorgelmusik. Zum ganzen Anlass sandte die Sonne ihre Strahlen aus. Zahlreiche Zuhörer besammelten sich ab 17 Uhr beim Hotel Drei Könige zum abschliessenden Grosskonzert. Der Reihe nach erklangen die dreiundzwanzig, liebevoll herausgeputzten, von originell gekleideten Spielern bedienten Instrumente. Der aufgestellte Sammeltopf nahm gerne die Spenden auf, welche zur Mitfinanzierung der Renovation unseres Klosterplatzes dienen sollen. Mancher Besucher wird sich bereits auf das nächste Drehorgelfestival in Einsiedeln freuen.

Einsiedler Anzeiger

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

19.08.2014

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