Ein Teil der Drehorgelspieler mit dem Martin-Gyr-Brunnen im Hintergrund.  Bild Karl Hensler
Ein Teil der Drehorgelspieler mit dem Martin-Gyr-Brunnen im Hintergrund. Bild Karl Hensler

Musik

Drehorgeltreffen: Traditionspflege trotz Wolken

Was war es wohl, das Petrus durcheinander gebracht hat? Die vergangenen zehn Jahre konnten die Drehorgelspieler nämlich stets bei strahlendem Sonnenschein ihre Instrumente erklingen lassen.

Am letzten Sonntag, 16. August, zog Petrus einen nassen Vorhang vor Mutter Sonne. Entsprechend wenig Zirkulation war im Dorf zu beobachten. Dies verdross die Drehorgelspieler nicht. Sie liessen ihre Instrumente traditionsgemäss rund um den Klosterplatz und am Bahnhof erklingen.

In der 11-Uhr-Messe

Wie schon in den letzten Jahren war die Klosterkirche voll besetzt. Es darf wohl vermutet werden, dass die angesagte Musik wiederum dazu beitragen konnte. Auch dieses Jahr präsentierten sich zwei dieser kleinen Instrumente stolz vor dem Gitter des Altarraumes. Die Wirkung der Musik aus diesen kleinen Instrumenten zeigt sich stets beeindruckend. Der barocke Raum und der Klang der Drehorgeln scheinen Freunde zu sein. Ihre Verbindung lässt die Melodien immer wieder zum Genuss werden. Ist es wohl dies, das Pater Theo Flury zu seinen träfen Begrüssungsworten veranlasste? Denn anscheinend musste er nicht lange suchen, um herauszufinden, dass Gottes Wort und die Drehorgelmusik sich ver gleichen, wenn nicht gar verbinden lassen. Seine Bilanz läuft darauf hinaus, dass er Gott als Komponist unseres Lebens betrachtet. Sicher nicht nur für den Schreibenden ist aber das Thema seiner Predigt schwieriger zu verstehen. Dieses liesse sich übertiteln: Die Sakramente verstehen. Diese sind und bleiben für den Laien geheimnisvoll. Es bleibt ihm eigentlich nur der Glaube daran. In der heutigen Zeit ein schwer verständliches Unterfangen. Es lässt sich mit einem Werkzeug vergleichen, das man in der Hand hält und nicht weiss, wie es zu gebrauchen ist. Glauben und Verstehen sind nun einmal zwei verschiedene Ebenen. Die liebliche Drehorgelmusik vermochte solche Überlegungen etwas leichter werden zu lassen.

Schlusskonzert

In einem besonderen Bild präsentierte sich dieses Jahr der Abschluss des musikträchtigen Tages. Bekanntlich wird heuer das Gästival gefeiert. Das dafür vor dem Alten Schulhaus, auf dem Paracelsusplatz aufgestellte Zelt kam dem Abschluss des Drehorgeltages sehr gelegen. Auf der Bühne hatte das stets sehr aktive Team von Einsiedeln Tourismus Bänke für die Gäste bereitgestellt. Die Drehorgeln waren im Halbkreis da vor aufgestellt. Peter Bürgisser als umsichtiger Leiter des Anlasses stellte die verschiedenen Instrumente fachmännisch vor. Die Launen des Wettergottes, es rieselte zeitweise, liessen leider nur Kurzeinsätze der unterschiedlich klingenden Orgeln zu. Trotzdem verdankten die rund fünfzig Zuhörer diese Vorträge mit anerkennendem Applaus. Getragen wird dieser Musikauftritt von verschiedenen Sponsoren und der Kollekte. Diese decken aber nur knapp die Unkosten der begeisterten Drehorgelmusikanten.

Kontaktadresse:info@drehorgel-schweiz.ch

Einsiedler Anzeiger (Karl Henseler)

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

18.08.2015

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schwyzkultur.ch/kR7j7H