Bei jedem Titel gilt: volle Konzentration. Im Hintergrund der «Sternenhimmel». Bild Walter Grämiger
Bei jedem Titel gilt: volle Konzentration. Im Hintergrund der «Sternenhimmel». Bild Walter Grämiger

Musik

Ein Festival der Präzision

Das Jahreskonzert der FM Bennau unter dem Motto «Universum» und unter der Leitung von Ernst May zeigte einen gelungenen Querschnitt ihres Könnens. Erarbeitet in 80 Proben und unzähligen Auftritten, unter anderem am Kantonalen Musikfest.

Das Kultur- und Kongresszentrum Zwei Raben war bis auf den letzten Platz besetzt. Karin Theiler, Präsidentin der Feldmusik Bennau, konnte zu Beginn nicht nur die Liebhaber der Blasmusik, sondern auch viele Delegationen befreundeter Vereine aus allen möglichen Ecken der Zentralschweiz begrüssen. Zu Beginn «March to Mars», arrangiert von Johan de Meij, einem niederländischen Komponisten. Bei den 52 Musikanten stimmte die Tagesform. Sie zauberten das Universum in den Saal. Genauso mit «Cassiopeia», ein auffälliges Sternbild des Nordhimmels, dem Thema des zweiten Stücks. Die Präzision, mit der die Feldmusik Bennau fortan alle Titel interpretieren sollte, war nicht zu überhören. In diesem Titel des Musikpädagogen Carlos Marques zeigten die Bennauer Musikanten ihre grosse musikalische Beweglichkeit.

Engel geleiteten Gäste

Erfrischend die beiden Engel, die den Besuchern die Sterne näherbrachten und gekonnt von einem zum anderen Titel überleiteten. Im Jahre 2004 entstand der Titel «Manhattan» vom englischen Komponisten Philip Starke. Interpretiert wurde der 1. Satz der Saturday Serenade. Max Steiner, der glänzend disponierte Trompeten-Solist, erzielte Hühnerhautgefühl unter den Zuhörern. Zu Recht erhielt der junge Musiker Applaus auf offener Szene.

Mit Apollo 11 auf den Mond

Das Stück «Cap Kennedy» stammt aus der Feder des Franzosen Serge Lancen und entstand in den Jahren 1969 bis 1970 und wurde den Astronauten gewidmet, die am 20. Juli 1969 mit der Apollo 11 Mission auf dem Mond landeten. Musikalisch einer der Höhepunkte des Abends. Viele der jungen Besucher waren am 20. Juli 1969 noch gar nicht auf der Welt. Durch die Feldmusik konnten auch sie den Flug vom Start bis zur Landung musikalisch mitverfolgen. Den etwas älteren Zuhörern wurden mit zunehmender Dauer des Stücks viele spannende Bilder in Erinnerung gerufen. Und immer wieder diese faszinierende musikalische Präzision, die man zunehmend als selbstverständlich wahrgenommen hat.

Gewicht der Uniform

Wie schwer ist die Uniform der Präsidentin inklusive Hut, Jacke, Hose, Gurt, Krawatte und Hemd? Mit dieser Frage wurden die Besucher in der Pause konfrontiert. Eine Schätzfrage, die pro Antwort einen Franken kostete. Der Grund lag nahe: Die Bennauer sammeln derzeit Geld für die Neuuniformierung ihrer 52 Mitglieder. 70'000 Franken kann die Feldmusik Bennau nicht alleine stemmen und sucht auf sympathische Weise Sponsoren. In einer hübsch aufgemachten Broschüre machten die Verantwort lichen auf die anstehende Neuuniformierung aufmerksam. Übrigens, das Gewicht der Uniform wurde mit 2,360 Kilogramm angegeben.

Von Chaplin und Michael Jackson

Nun folgten sich die Höhepunkte Schlag auf Schlag. Bis zu seinem Tod 2004 komponierte Jerry King Goldsmith über 200 Werke. Eines davon war «Star Trek Through The Generations» oder Treffen der Generationen, arrangiert von Hans v.d. Heide. Die Stimmung im Saal wurde immer gelöster. Auch weil man spürte, dass die Bennauer Musiker zu einer Form aufliefen, die ihresgleichen sucht. Die Akzente wurden noch einmal klarer gesetzt, die Präzision konnte noch einmal gesteigert werden. Beim Titel «Charles Chaplin», arrangiert vom Holländer Marcel Peeters, erging es vielen Leuten im Publikum ähnlich wie bei «Cap Kennedy». Bilder von Charlie Chaplin mit seinem Zweifingerschnurrbart, übergrosser Hose und Schuhen, enger Jacke, Bambusstock in der Hand und Melone auf dem Kopf, (Wikipedia) wurden plötzlich wieder gegenwärtig. Die Melodien versetzten Jung und Alt für kurze Momente in die Welt der Stummfilmkomödien Hollywoods.

Nagel auf den Kopf getroffen

«Das isch ziemlich fätzig gsii», stellte das kleine Engelchen Sheila Grätzer nach dem Stück «Rush Hour» fest und traf damit den Nagel auf den Kopf. Mit dem typischen Günter Noris-Stück swingten die Bennauer Musikanten den Saal und unter den Tischen wurde mit den Füssen der Takt geschlagen. Der Höhepunkt des Abends folgte zum Schluss: Ein musikalisches Feuerwerk mit Michael Jackson-Songs. Die Feldmusik Bennau bewi

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

02.12.2014

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schwyzkultur.ch/TpAq3C