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Musik

Ein Feuerwerk barocker Klangpracht

«Es ist wohl ein grosses Geschenk, wenn so viel Begeisterte eine Woche lang den Alltag unterbrechen, um sich dem Musizieren zu widmen», sagte Mario Pinggera, Pfarrer in Richterswil, bei seinen Begrüssungsworten am vergangenen Freitag in der sehr gut besetzten Klosterkirche.

Ein ebensolches Geschenk sei der Ort, wo die Kirchenmusikwoche stattfinden konnte. «Hier in Einsiedeln - einer sprichwörtlichen Tankstelle für die Seele. Und das Werk, welches heute Abend im Zentrum steht, ist sicher ein wunderbarer Höhepunkt dieser Woche, für alle Beteiligten», so der Präses des Kirchenmusikverbandes des Bistums Chur. «Mögen die himmlischen Töne von heute Abend tief in unsere Herzen gehen. In die Herzen aller, die hier in der Klosterkirche versammelt sind», sagte Pinggera am Schluss seiner Einführung. Feierlicher und erhabener Glanz

Stimmungsvoller Ort

Einen stimmungsvolleren Ort als diese prachtvolle Barockkirche hätten die Sänger für die Aufführung des «Utrechter Te Deum» von Georg Friedrich Händel nicht finden können. Mit dieser grossartigen Vertonung zelebrierten die Choristen sowie das Orchester ein wahrlich musikalisches Feuerwerk. Eindrucksvolle Fanfaren wechselten mit eher besinnlichen Abschnitten der Solisten Barbara Böhi (Sopran), Amanda Schweri (Alt), Tino Brütsch (Tenor) und Reinhard Strebel (Bass) zu eindringlicher Klangpracht der Chorsätze.

Harmonie pur

Soli, fünfstimmiger Chor sowie das Klangbild der Instrumentalisten machten deutlich, wie eine harmonische Klangeinheit wirkt: voller musikalischer Freude und Kraft. Sanftere und ernstere Sätze ergänzten die barocke Komposition wirkungsvoll. Doch Pauken und Trompeten verliehen Händels Chorwerk den feierlichen und erhabenen Glanz.

Souveräne Leitung

Souverän leitete Hansueli Bamert, Organist und Chorleiter an der Kirche St. Peter und Paul in Winterthur, den hundertköpfigen Erwachsenenchor. Quasi als Einstimmung in die Händel'sche Klangwelt liessen Gregor Ehrsam, Hauptorganist der Liebfrauenkirche in Zürich, und das Ensemble la fontaine Händels Orgelkonzert in B-Dur op. 4,2 auf virtuose, aber durchsichtige und sehr musikantisch empfundene Art erklingen.

Strahlende Kinderstimmen

Gleichzeitig zur Kirchenmusikwoche der Erwachsenen führte der Kirchenmusikverband Bistum Chur bereits zum dritten Mal eine Kinderchorwoche durch. Weil die Leite rin Esther Lenherr drei Tage vor Beginn der Woche aus gesundheitlichen Gründen absagen musste, konnte mit André Kälin ein vollwertiger Ersatz gefunden werden. Es erstaunt immer wieder, was die Kinder während diesen wenigen Tagen an klanglicher und intonatorischer Sicherheit erreichen können. So boten die fünfzehn Kinder mit ihrem Leiter André Kälin zusammen mit dem Ensemble «la fontaine» anspruchs- und klangvolle Musik zu Beginn der Abendmusik dem staunenden Publikum, so den Kanon «Domine Deus» von Michael Haydn, die kurze Kantate «Wachet auf, ruft uns die Stimme» von Franz Tunder und zwei Stücke aus dem Film «Le choriste».



Einsiedler Anzeiger

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

17.10.2014

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