Die Jazzformation Yves Martinek (links) und Fridolin Berger wusste an der Jazz-Matinee zu begeistern. Foto: zvg
Die Jazzformation Yves Martinek (links) und Fridolin Berger wusste an der Jazz-Matinee zu begeistern. Foto: zvg

Musik

Ein gelungenes Experiment

Die Voraussetzungen hätten nicht besser sein können: Herrliches Spätsommerwetter, zahlreiche Passagiere und das bestens bekannte Jazz-Duo mit Yves Martinek und Fridolin Berger.

Nachdem die erste Jazz-Matinee mangels Interessenten leider abgesagt werden musste, war an diesem Sonntag auf der MS Angelika so richtig etwas los. Schon der Einstieg der Gäste wurde mit angenehmer Musik begleitet. Man fühlte sich auf Anhieb wie in einem Kurgarten.

Von Erwin Füchslin empfohlen

Die Organisatoren liessen es sich nicht nehmen, erfahrene Jazzmusiker zu engagieren. Darum wurde Erwin Füchslin um Rat gebeten. «Das kostet wohl etwas mehr aber wir wollten den Passagieren musikalisch und kulinarisch etwas Besonderes bieten», so VR-Präsident Walter Grämiger. Die Jazzformation bildeten zum einen der Kontrabassist Fridolin Berger und zum anderen Yves Martinek, Keyboard und Klavier. Keine Frage: Die beiden sind ein gut eingespieltes Duo mit einem breiten Repertoire aus Jazz, Pop und Bossa Nova. Die Tunes wurden gekonnt und mit transparentem Sound vorgetragen, bei angenehmer Lautstärke – aber dennoch mit viel Swing.

Die Visitenkarten

Yves Martinek ist ein junger, aufstrebender Pianist, der kürzlich seine erste CD mit lauter Eigen-kompositionen veröffentlicht hat. Während seines Studiums an der Zürcher Hochschule der Künste war Yves Martinek Pianist der ETH Big Band. Er spielte mit der Band am Jazzfestival Bologna und absolvierte mit ihr in Osteuropa eine Tournee. Jetzt legt er das Hauptgewicht auf die Fortführung seines Projekts mit dem Trio «Pools» im Pop-Jazz-Bereich, welches seine Eigenkompositionen spielt. Fridolin Berger blickt auf eine wohl vierstellige Zahl von Auftritten zurück, wodurch sich bei der verpflichteten Formation um eine ideale Mischung aus jugendlichem Elan, verbunden mit Virtuosität und souveräner Spielkultur sowie solidem, auf grosser Erfahrung basierendem Groove ergibt. Berger beispielsweise kam über Rock und E-Bass zu Jazz und Kontrabass. Seit rund 30 Jahren wirkt er in immer wieder neuen Projekten mit. Von Duo bis Big-Band, von Jazz-Mainstream über Ethno bis hin zu moderner E-Musik. Fridolin Bergers gegenwärtige Projekte sind die Weltmusik-Formation Sonomundo sowie das neu formierte Erwin Füchslin Quintett. Was ein gelungenes Brunch-Buffet hergeben kann, muss an dieser Stelle nicht näher erklärt werden. Der Beweis dafür, dass es allen Gästen geschmeckt hat, ist die Tatsache, dass weder von der Fleisch- noch von der Käseplatte noch vom Lachs etwas übriggeblieben ist. Dass man den Gästen noch etwas Dessertkuchen quasi als «Bhaltis» mit nach Hause geben konnte, lag wohl daran, dass das Buffet zuvor reichhaltig und abwechslungsreich war. Lifemusik an Bord: ein gelungenes Experiment.

Einsiedler Anzeiger (pd)

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

20.10.2017

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