Der Wirtechor Einsiedeln und Umgebung heimste mit seinen gelungenen Vorträgen unter der Leitung von Dirigentin Marlene Fässler viel Beifall und Anerkennung ein. Foto: Konrad Schuler
Der Wirtechor Einsiedeln und Umgebung heimste mit seinen gelungenen Vorträgen unter der Leitung von Dirigentin Marlene Fässler viel Beifall und Anerkennung ein. Foto: Konrad Schuler

Musik

Ein gesanglicher und kollegialer Tag

Der Wirtechor Einsiedeln und Umgebung organisierte am Dienstag in Einsiedeln einen einwandfrei gelungenen Anlass, das 27. Schweizerische Wirtechor-Treffen. Der Bevölkerung wurde am Nachmittag in der Jugendkirche ein eindrückliches gesangliches Erlebnis geschenkt.

Unter der Leitung von Obmann Walter Ackermann und Franz Holdener aus Unteriberg erwiesen sich die Einsiedler als grossartige Gastgeber und erhielten entsprechend viel Lob und anerkennende Worte. Erstmals wurde ein Wirtechor-Treffen an einem einzigen Tag durchgeführt. Einsiedler Spitzenköche aktiv Die mittlerweile noch sieben Chöre waren insgesamt mit rund 160 Personen in Einsiedeln zugegen. Empfang, Apéro und Mittagessen fanden im Statthaltereihof des Klosters statt. Obmann Walter Ackermann hiess die Gäste unter dem vor der Sonne schützenden Zeltdach willkommen. Der Wirtechor Luzern trat als erste Gesangsformation auf. Hinter dem Buffet stand die ganze Armada von ehemaligen und heutigen Spitzenköchen aus Einsiedeln und Umgebung und bediente die Gäste. Werner Koch durfte den 75. Geburtstag begehen. Ein «Happy birthday» der ganzen Gästeschar durfte da natürlich nicht fehlen.


Eindrückliche Totenehrung


Ab 13 Uhr sangen sich die Chöre in den Hotels Drei Könige und Linde sowie in der Jugendkirche ein und bereiteten sich so auf das öffentliche Gesangskonzert in der Jugendkirche vor. Zu Beginn spielte Akkordeonistin Marlene Fässler die besinnliche Stimmung verbreitende Eröffnungsmelodie. Danach folgte die Ehrung der Verstorbenen durch Pater Basil Höfliger. Der organisierende Wirtechor Einsiedeln und Umgebung sang unter der Leitung seiner Dirigentin Marlene Fässler das «Vater unser» von Hanne Haller. Ein erstes Mal lief es einem kalt den Rücken hinunter. Die 250 Personen waren beeindrucktund hörten mucksmäuschenstill zu. Durch das Programm führte Andrea Isenegger-Windlin. «Mein Vater war 36 Jahre lang Wirt im Adler in Küssnacht. Wir haben zu Hause viel gesungen. Da ich schon an diversen Wirteanlässen von Gastro Suisse und Gastro Schwyz moderierte, kam ich hier zu dieser Ehre», führte sie aus.


«Gesang kann Gebet sein»


Pater Basil Höfliger erinnerte daran, dass die Jugendkirche einst für die Jugend gebaut worden sei und heute die eigentliche Pfarrkirche von Einsiedeln ist. In Einsiedeln werde der Gesang schon von jeher gepflegt. «Gesang ist Gottesdienst, Gesang kann auch Gebet sein. Jeder von uns ist von Gott gewollt, jeder ausgestattet mit Talenten. Am Ende des Lebens geschieht eine Wende, eine Wende ins Licht», sagte er und zündete eine Kerze an.


Grosse Breite im Repertoire


Danach präsentierte jeder der sieben Chöre zwei Lieder. Die Vielfalt der Vorträge und das breite Spektrum brachten viel Abwechslung. Dem Publikum gefiel der Gesangsgenuss bestens. Immer wieder wurde viel Beifall gespendet. Als letzter der sieben Chöre trat der einheimische Wirtechor Einsiedeln und Umgebung auf. Mit «Das cha nur Liebi si» und einem hörfälligen und unterhaltsamen «Schweizer Medley» sangen sich die Einsiedler in die Herzen und verdienten sich viel Anerkennung. Unter Dirigent Bruno Durrer trat zum Abschluss des rund eineinhalbstündigen Gesangskonzertes der Gesamtchor auf. «Lebe-liebe-lache» von Komponist Robert Pappert, «In Salzburg zu St. Peter» von Hans Loesch und «Freundschaft» von Jakob Ehrensperger standen als Leckerbissen auf dem Programm.


Kulinarisch und musikalisch top


Ab 17 Uhr trafen die Gäste im Kulturund Kongresszentrum «Zwei Raben» ein, wo das interne Bankett anstand. Das «Echo vom Paradiesli» aus Unteriberg sorgte für phantastische Unterhaltung. Die Gäste waren ob der Darbietungen entzückt. Vor allem die Alphornvorträge erhielten stürmischen Applaus. Alois Gmür, Nationalrat und Bierbrauer, platzierte einen Willkommgruss. «Die Region Einsiedeln-Ybrig kann sehr viel bieten. Religion, Kultur, Sport und Erholung – diese Bereiche deckt unsere Region während dem ganzen Jahr ab.» Auf den Gesang kommend, meinte er: «Sie singen nicht, um beurteilt zu werden, sondern weil es Ihnen Spass macht und dies Ihrem Körper und Ihrer Seele gut tut», führte er aus. Ein wenig kam er auch auf die Politik zu sprechen. «Damit die Schweiz vorwärtskommt, braucht es eine gewisse Ausgeglichenheit der Kräfte. Es braucht aber vor allem Leute, die kompromissfähig sind. Als Präsident der parlamentarischen Gruppe Gastgewerbe hoffe ich, dass vor allem Leute gewählt werden, die die Anliegen des Gewerbes sehen, Leute auch mit gesundem Menschenverstand », wurde er deutlich. Verschiedene Chöre nahmen die gute Stimmung auf und sorgten für gesangliche Höhepunkte. Das Nachtessen war einfach absolute Spitze, jeder Gang ein grosser Genuss. Zum Abschluss ergriffen Franz Holdener aus Unteriberg, der die Hauptarbeiten für diesen Anlass ausgeführt hatte, und Obmann Walter Ackermann das Wort. Franz Holdener schlug in launigen und gelungenen Worten vor, dass die Einsiedler doch die Nach-Delegiertenversammlung mit der Vor-Delegiertenversammlung der Zuger machen könnten. Zug wird 2021 das nächste Wirtechor-Treffen organisieren. Walter Ackermann fasste den tollen Tag so zusammen: «Wir haben als Familie einen wunderschönen gesanglichen und kollegialen Tag verbringen dürfen.»


Einsiedler Anzeiger / K.S.

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

28.06.2019

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schwyzkultur.ch/KbTpHC