Musikalisch in der Klosterkirche auf die Adventszeit eingestimmt: Chöre, Orchester, Organist und Solisten unter der Leitung von Pater Lukas Helg.  Bild Franz Kälin
Musikalisch in der Klosterkirche auf die Adventszeit eingestimmt: Chöre, Orchester, Organist und Solisten unter der Leitung von Pater Lukas Helg. Bild Franz Kälin

Musik

Eine Einstimmung auf den Advent

Am Sonntagabend fand im Kloster Einsiedeln ein grosses Kirchenkonzert mit einheimischer Beteiligung statt. Aufgeführt wurden drei Werke von Wolfang Amadeus Mozart, unter anderem die bekannte Krönungsmesse.

Der Stiftschor Einsiedeln und der Einsiedler Orchesterverein verbündeten sich für dieses spezielle Kirchenkonzert mit dem KirchenmusikVerein Unterägeri. Ebendieser Kirchenmusik Verein darf in diesem Jahr sein hundertjähriges Bestehen feiern und steht wie der Orchesterverein Einsiedeln unter der musikalischen Leitung von Lucia Canonica. Sie wählten ein bestens zum ersten Adventssonntag passendes und bekanntes Konzertprogramm aus dem umfangreichen Werkrepertoire Wolfgang Amadeus Mozarts. Der Publikumsaufmarsch war enorm und die kalte Klosterkirche schlussendlich bis auf den letzten Platz besetzt mit erwartungsfrohen Zuhörern.

Anforderungen mehr als gerecht

Eröffnet wurde der Konzertabend mit der Motette «Exsultate, jubilate» KV 165 (158a), einer geistlichen, lateinischen Kirchenkomposition für eine Sopranistin und Orchester. Der Solistenpart wurde von Bernadette Sialm übernommen. Sie wurde den hohen Anforderungen, die das Werk an die Sopranistin stellt, mehr als gerecht, wogegen das Orchester in der Abstimmung und Präzision noch etwas Mühe zeigte. Diese viersätzige Solokantate setzt sich aus zwei wunderbaren Arien, die eine schwungvoll, die andere ruhig, unterbrochen von einem Rezitativ und dem abschlies-senden «Alleluja» zusammen. Das «Alleluja» als Schlusssatz, das beinahe schon Volksliedcharakter hat, wurde von der Solistin virtuos und äusserst brillant interpretiert. Ein üppiges Wechselspiel Als kurzes Intermezzo vor der abschliessenden Krönungsmesse wurde eine von Mozarts «Epistelsonaten» KV 317a (329) aufgeführt. Diese wohlklingende Sonate, von Mozart als Ersatz für gregorianischen Gesang während des Gottesdienstes komponiert, passte hervorragend in die Vorweihnachtszeit. Unter der versierten, musikalischen Leitung von Lucia Canonica wurde den Konzertbesuchern ein üppiges Wechselspiel an Klangfarben, von Streichern, über Klarinetten, Waldhörnern und Posaunen bis hin zu Pauken, geboten. Zusätzlich erweitert wurde das Klangspektrum durch die Orgel, gespielt von Pater Ambros Koch.

Sattes Volumen

Für die Aufführung der fast vierzig-minütigen Krönungsmesse KV 317 formierten sich der KirchenmusikVerein Unterägeri und der Stifts-chor Einsiedeln gemeinsam auf der grossen Chortreppe. Neben Sopranistin Bernadette Sialm hatten drei weitere Gesangssolisten ihren grossen Auftritt: Die Altistin Brigitte Kuster, der Tenor Lukas Albrecht und der Bass Auke Kempkes. Diesem Werk stand Stiftskapellmeister Pater Lukas Helg als gewohnt sicherer musikalischer Leiter vor. Man merkte vom ersten Moment an, dass die beiden Chöre diese Messe bereits aufgeführt hatten – überzeugten sie doch mit klarer Artikulation und sattem Volumen. Charakteristisch waren hier die für Mozart typisch sinfonischen Elemente. Daneben legte der Komponist Wert auf eine strikte Trennung von Solostimmen und Chor, sei es im «Gloria», im «Credo» oder im «Benedictus». So traten die Gesangssolisten mehrheitlich als Quartett auf, einzig der Sopranistin war im «Agnus Dei» eine ausgedehnte, einfühlsame Soloeinlage gegönnt. Sie leitete dann auch über zum wunderbar wohlklingenden «Dona nobis pacem». Danach folgte ein imposantes Finale mit einer Temposteigerung und die Klangvielfalt wurde durch Pauken und Trompeten noch verstärkt. Ein richtig glanzvoller und feierlicher Schlusspunkt!

Einsiedler Anzeiger

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

04.12.2012

Webcode

www.schwyzkultur.ch/FaSvxe