Kompositionen aus vielen Jahrhunderten wird Pater Ambros Koch an seinem heutigen Orgelkonzert interpretieren. Foto: zvg
Kompositionen aus vielen Jahrhunderten wird Pater Ambros Koch an seinem heutigen Orgelkonzert interpretieren. Foto: zvg

Musik

Eine Verneigung vor J.S. Bach

Zwei Werke von Johann Sebastian Bach bilden den Rahmen des von Pater Ambros Koch bestrittenen Orgelkonzertes: Praeludium und Fuge in G-Dur und die Toccata in F-Dur.

Das Praeludium und Fuge in G-Dur von Johann Sebastian Bach ist in einer fröhlichen Tonart (G-Dur) in seiner frühen Schaffenszeit entstanden, es zeugt von jugendlichem Überschwang. Für Karl Straube  Organist und Leiter des Thomaschors in Leipzig  bedeutet die Fuge eine Rückwendung vom Frohsinn des Praeludiums zu den Realitäten des Daseins. Nach einigen Takten mit Dissonanzen gewinnt gegen Schluss nach einem Trugschluss das Fröhliche wieder die Oberhand.

Bach, Reger, Franck

Bach hat eine Kantate zum Choral «Ach bleib' bei uns, Herr Jesu Christ» geschrieben, aus der er die Arie für Sopran und Violoncello piccolo (im Altschlüssel) und Basso continuo für Orgel bearbeitet hat. Dass die Figuren in der Begleitstimme für ein Cello geschrieben sind, ist deutlich zu hören. «Johann Georg Schübler zu Zella am Thüringer Walde» hatte 6 solche Choralbearbeitungen in seinem Verlage herausgegeben: es sind dies die sogenannten «Schübler Choräle».

Ähnlich wie Bach hat auch Max Reger Vorspiele für die Orgel zu den gebräuchlichen evangelischen Chorälen komponiert (grösstenteils 1902 in München). Beim Choral «Jauchz' Erd' und Himmel juble» liegt der Cantus firmus im Pedal. Max Reger wollte ja, dass die Choralmelodie deutlich zur Geltung kommt. Als Tempobezeichnung schreibt Reger «Äusserst lebhaft» (nicht äusserst schnell).

César Frank:Imposantes Werk

César Franck wurde 1859 Organist an der Kirche Ste. Clotilde in Paris. Er wirkte auf der dortigen Cavaillé-Coll-Orgel als Organist bis zu seinem Tode. Seit 1872 war er auch Lehrer an der dortigen Musikhochschule. Das «Cantabile » ist eine ruhige und freie Meditation. Das nach den Anfangstakten einsetzende Hauptthema erscheint später in einer Steigerung als Kanon zwischen Ober- und Unterstimme.

César Franck hat seine 3 Orgelchoräle kurz vor seinem Tod geschrieben. Der Name «Choral» bezieht sich auf die Themen, die  von Franck frei erfunden  doch vom Geist des gregorianischen Chorals inspiriert sind. Der 3. Choral in a-Moll beginnt spielerisch, toccatenhaft und erinnert mit den aufsteigenden Akkorden und die Folge von arpeggierten Septakkorden an die Bach'sche Toccata in F-Dur. Der zweite Teil ist ein Adagio mit einer weitschweifenden, verinnerlichten Melodie, die sich zu mächtigen Akkordballungen steigert. Der letzte Akkord wird plötzlich ins Pianissimo zurückgenommen und leitet den dritten Teil, das Allegro ein. In einer grossartigen Steigerung bis zum Schluss werden immer wieder Themen aus den vorangehenden Teilen aufgenommen. Messiaen, Mendelssohn, Eben

Moderne Werke umrahmen

Zwei von Olivier Messiaens Werke umrahmen die zweite Orgelsonate von Mendelssohn: «Dieu parmi nous» aus La Nativité und Petr Eben: Ostinato aus der Sonntagsmusik. Olivier Messiaen wurde 1908 in Avignon geboren und zählt zu den profiliertesten Persönlichkeiten unserer Zeit. Von seinem 11. bis 22. Lebensjahr studierte er am Pariser Konservatorium, wo ihm 5 erste Preise zuteil wurden, unter anderem für Orgel und Improvisation, Musikgeschichte und Komposition. Trotz seiner Studien über exotische Rhythmen schöpft Messiaens Musik aus den Quellen der Spätromantiker und Impressionisten. Ziel seines Schaffens ist es, die Herrlichkeit Gottes zu verkündigen. Dies zeigt sich auch in seinem Werk «Dieu parmi nous» aus seiner Sammlung von 9 Meditationen: La Nativité. Er schreibt über seiner 9. Meditation (Dieu parmi nous): «Der mich geschaffen hat, hat auch unter uns gewohnt; er hat unter uns sein Zelt aufgeschlagen.» Die 6 Sonaten, die Felix Mendelssohn für die Orgel geschrieben hat, sind nicht Sonaten im strengen Sinne, wollte er sie doch einmal «Voluntary» nennen. Trotzdem zeigt sich hier sein sicheres Gefühl für eine klare Formgebung. Der erste Satz seiner Sonate Nr. 2 in c-Moll ist wie eine Einleitung, die mit schwerer Akkordik beginnt. Im zweiten Satz zeigt Mendelssohn, wie sehr er die Schönheiten der Soloregister einer Orgel in seinen Improvisationen auskosten konnte. Der dritte Satz steht mit seiner Rhythmik und Fröhlichkeit im

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

15.08.2014

Webcode

schwyzkultur.ch/stTfEy