Der einheimische Jodlerklub «Waldstatt-Echo» hatte seinen ersten Auftritt unter dem neuen Dirigenten Eugen Hänggi. Bild Franz Kälin
Der einheimische Jodlerklub «Waldstatt-Echo» hatte seinen ersten Auftritt unter dem neuen Dirigenten Eugen Hänggi. Bild Franz Kälin

Musik

«Entspannt hindere höckle und gnüsse»

Der äussere Rahmen stimmte an diesem ersten Adventssonntag: Die schneeverzuckerte Landschaft, der Weihnachtsmarkt im Dorf, die alles umhüllende Dunkelheit und die winterliche Kälte.

Konzerte dieser Art passen perfekt in diese Jahreszeit. Sie vermitteln Wärmeim Herzenund lassen die Hektik des Tages in der Welt draussen. Sie lassen eine Saite in uns anklingen, die man «Gemüt» nennt. Diese Musik tut einfach nur gut, löst eine frohe Stimmung aus. Als Abschluss eines Tages, den man vielleicht im Trubel des Weihnachtsmarktes verbracht hat, stimmen die Töne froh, lässt die erlebte Gemütlichkeit einen zurückfahren und den Sinn des Lebens finden. Das zu erleben, macht froh, aber ob der Grösse der Worte und Töne auch bescheiden.

Waldstatt-Echo: neuer Dirigent

Die Jugendkirche war voller erwartungsfroher Besucher. Das Alphornduo Zachi Kälin und Beat Bisig eröffnete mit archaischen Klängen den Abenddas bekannte «Uf de Bänklialp» erreichte die Ohren. Dann hatte der einheimische Jodlerklub «Waldstatt-Echo» seinen ersten Auftritt unter dem neuen Dirigenten Eugen Hänggi. Und der hat in der kurzen Zeit, die er beim Klub im Einsatz ist, Erstaunliches vollbracht: Sauber, rein, gepflegt der Jodel im ersten Lied, dem «Bergbächli». Man merkte dem Klub bei allen folgenden Vorträgen die Konzentration, das Wiedergeben im gleichmässigen Chorklang an. Und bei den Jodlerinnen und Jodlern war die Freude spürbar, mit der sie den Zuhörerinnen und Zuhörern mit ihrem Engagement entgegenkamen.

Besondere Gäste

Präsidentin Pia Kälin war diese Freude ins Gesicht geschrieben, als sie die vielen Leute, den Gastklub «Bärgblüemli Schattdorf» sowie die «Zithergruppe Zauberklänge» aus Rothenthurm begrüsste. Sie gab für den Konzertabend auch gleich das passende Rezept bekannt: «Hindere höcklä, gnüssä, vill Vergnüegä!»

Gemütliche Schlittenfahrt

Walter Kalbermatten, der nach dem zweiten Vortrag, dem «Fyrabigjutz», durchs Programm führte, traf mit seiner Feststellung genau den Kern. Er stellte an alle Anwesenden die leicht zu beantwortende Frage, was denn ein Leben ohne Lied wohl wert wäre. Die Zithergruppe verbreitete in der Jugendkirche mit ihren Klängen eine wohltuende Wärme. Bei ihrer «Schlittenfahrt» und den nachfolgenden Stücken war man in Gedanken auf einem Pferdeschlitten unter wohlig-warmen Felldecken und genoss den Winter in einer kristallklaren Luft.

Der Jodlerklub «Bärgblüemli» aus Schattdorf, der dank einer grosszügigen Geste von Ehrenpräsident Kurt Kalbermatten mit dabei war, begeisterte die Zuhörer mit seinen frisch vorgetragenen Liedern und passte bestens ins Programm. Bei ihrem «Bätruef» meinte man gar, dass Jesus am Kreuz hinter ihnen den Kopf leicht neigte und ob dem Zuhören den Schmerz vergass. Der «Ürner»-Dialekt wird ihm zwar ein bisschen fremd dahergekommen sein, aber die lieblichen Töne liessen ihn, wie alle Anwesenden, den Moment geniessen.

Glühwein nach dem Konzert

Alles hat einmal ein Ende, so auch dieses Konzert. Man merkte gar nicht, wie die Zeit fortgeschritten war. Aus der angekündigten einen Stunde waren fast deren zwei geworden, als wiederum Präsidentin Pia Kälin das Wort ergriff und nach allen Seiten dankte, ganz besonders auch dem Pfarramt für die Benützung der Jugendkirche. Eines darf gesagt sein: Solche Konzerte passen perfekt in eine Kirche. Es umgibt sie eine ganz besondere Aura. Nach dem Konzert und vor dem Heimmarsch in die kalte, dunkle Nacht, war ein Becher Glühwein genau das Richtige, damit die Wärme der Musik bis nach Hause erhalten blieb.

Einsiedler Anzeiger

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

03.12.2013

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