Viel Publikum wohnte dem Konzert des Einsiedler Orchestervereins bei. Bild Franz Kälin
Viel Publikum wohnte dem Konzert des Einsiedler Orchestervereins bei. Bild Franz Kälin

Musik

Erfreuliches Herbstkonzert des Orchestervereins

Der voll besetzte Grosse Saal bewies, dass das einheimische Kulturschaffen sehr geschätzt wird. Ein solcher Besucherzustrom freute gewiss auch die Präsidentin des Einsiedler Orchestervereins, Frau Ruth Thalmann, welche die Gäste begrüsste.

Die Präsidentin verriet dabei etwas, das die Zuhörerschaft bald bestätigt erhielt. Die junge Violin-Solistin Kristine Heinimann, sie entdeckte schon im Alter von sechs Jahren dieses Instrument, wurde das Glanzlicht des Abends. Schon früh erhielt sie anerkennende Auszeichnungen und Preise.

Die Aufführung

Zum Komponisten des Auftaktstückes sei eine Randbemerkung aus der Musikgeschichte erlaubt. Da liest man: Die Zusammensetzung der Concerti grossi scheint eine bewusste Anstrengung von Händel zu sein, eine Reihe von orchestralen «Meisterwerken» für die allgemeine Öffentlichkeit zu produzieren. Das gehörte Concerto grosso Nummer 7 begann mit einem bedächtigen Largo. Die Musikanten schienen sich an die Noten heranzutasten. Lebendiger, wie sprudelnder, folgte das Allegro.

Purer Genuss

Der erste Höhepunkt des Abwechslung zeigenden Programms war danach zu geniessen. «Die vier Jahreszeiten» von Vivaldi sind für den Liebhaber der klassischen Musik geradezu etwas wie ein Schlager. Der Vers und die kompositorischen Erklärungen auf der Rückseite des Programmblattes bedeuteten einen willkommenen Fingerzeig auf das Stück. Der si chere und dem Thema entsprechende Solovortrag liess den Zuhörer die kleine Geschichte miterleben. Man glaubte zu bemerken, dass die Violonistin es sogar verstand, das Orchester intensiv mitzuziehen. Ein beifallswürdiger Genuss. Entsprechend verdankte dies das Publikum.

Finnische Tonsetzung

Ganz anders gelagert war die aus einer andern Epoche stammende Komposition des Finnen Rautavaara. Dem ersten, wie ein eisiger Wind wirkenden ersten Teil, folgte eine ruhigere, getragenere Melodie. Überraschte die Komposition zu Beginn, so gewöhnte sich das Ohr beim längeren Zuhören an die eigenwillige Tonsetzung. Oboe, Klarinetten, Flöte und Hörner gesellten sich für Johann S. Svendsens Romanze zum Streichorchester. Im wie zart einherschreitenden Beginn ergänzten sie die von Lucia Canonica gut und sicher geführten Streichmusiker. Nochmals war die ausgezeichnet aufspielende Solistin zu erleben. Angenehm und sicher variierend war ihr Spiel. Der Zuhörer bekam das Gefühl, als wollte sie sich damit lockend einschmeicheln. Das ganze passte in den Rahmen einer wirklichen Romanze. Die Musikgäste konnten erfreut feststellen, dass hier ein vielseitiges und überzeugend wirkendes Beispiel aus dem Nachwuchsbereich aufspielte. Das eindeutige Talent ist leicht hörbar. Mit viel Beifall anerkannten die Zuhörer diese verheissungsvolle Leistung. Als kleine Zugabe bot die junge Violonistin einen Tanz aus der norwegischen Volksmusik dar.

Gelungener Abschluss

Die nicht gerade leicht zu spielende, 1784 entstandene Symphonie in D-Dur von Joseph M. Kraus bildete den Abschluss eines allseitig willkommenen Konzerts. Der Komponist setzte immer wieder die lieblich klingende Flöte über ein eher dahinschreitendes, fast etwas in sich gekehrtes Thema. Der letzte Teil des Stücks zeigte sich wie versöhnlich. Als ob die Flöte die Melodie dazu veranlasst hätte, klingt sie fröhlich aus. Das unterschiedlich daherkommende Konzert des einheimischen Orchesters wurde vom begeistert mitgehenden Publikum mit überzeugend wirkendem Applaus verdankt. Es ist erfreulich, dass auch diese, nicht so leichte Sparte der Musik in unserem Klosterdorf gepflegt wird.

Einsiedler Anzeiger

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

12.11.2013

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schwyzkultur.ch/qR3QR7