Unsere Natur scheint ein unerschöpfliches Füllhorn für den Jodelgesang zu sein – auch für den Jodlerklub Alpenrösli. Bild Franz Kälin
Unsere Natur scheint ein unerschöpfliches Füllhorn für den Jodelgesang zu sein – auch für den Jodlerklub Alpenrösli. Bild Franz Kälin

Musik

Es jauchzt die heimatliche Natur

Im Buch «Jodel» von Nadia Räss und Franziska Wigger ist im Vorwort als erster Satz zu lesen: Jodeln ist ein Ausdruck von Gefühlen, die von innen kommen und nach aussen strahlen! Genau dies durften die Gäste des Jodleroubeds der Alpenröslijodler feststellen.

Es wurde nicht einfach hingestanden und gesungen. Sondern es strahlte von den Jodlern etwas von Heimatverbundenheit und zwischenmenschlichen Gefühlen in den Saal hinaus.

Begrüssung

Präsident Alois Betschart begrüsste nach der Eröffnung durch das Echo vom Vitznauerstock die zahlreichen Besucher im voll besetzten Saal des Dorfzentrums. Er freute sich ob der grossen Anzahl von Delegierten befreundeter Jodlerklubs, Blasmusiken, Theatergesellschaften. Eine Besonderheit ist es gewiss, dass der Jodlerklub Alpenrösli fest in der Hand der Familie Betschart zu sein scheint. Wirkt Alois als Präsident, so dirigiert seine Frau Marlen die Mannen mit sicherer Hand. Sie bringt es fertig eine deutliche Aussprache mit Musikalität und angemessener Dynamik so zu mischen, dass der Gesang zum Genuss wird.

Ein buntes Programm

Mit oft humorvollen Worten führte Rosmarie Kälin als Trachtenfrau, durch das ansprechende Programm. Die Jodellieder drangen angenehm an die Ohren der aufmerksamen Zuhörer, damit die eingangs erwähnte Wirkung erzielend. Zwei besondere Farbtupfer erhielt der Jodlerabend. Der eine war das 1992 gegründete Jodlercheerli Brisästock aus Oberdorf, nahe bei Stans. Gerne hörte man den urchigen Nidwaldner Dialekt aus ihren Liedern. Bei den Naturjuz glaubte man ab und zu gar zarte Glöcklein zu hören. Sei das im Chräje-Tosse-Juiz, vom ersten Vorjodler Seppi Lussi komponiert, oder beim sehr gut klingenden Flüebliemlijuitz.

Flaschenklavier als Attraktion

Den zweiten besonderen Farbanstrich erhielt der Liederabend mit dem von Toni Bürgler famos beherrschten Spiel auf seinem Flaschenklavier. Begleitet wurde er von den Musikanten des Echo vom Vitznauerstock. Geradezu virtuos spielte er auf diesem ausserordentlichen Instrument. Das Publikum liess ihn nach seinen vom Programm vorgegebenen Stücken nicht gleich gehen. Mehrere Zugaben machten die Darbietungen des sympathischen Musikers zum speziell strahlenden Höhepunkt des Abends.

Gelungenes Bühnenbild

Etwas steuerte, leider «nur» als Hintergrund dienend, zur gut gelungenen Aufführung bei. Bruno Füchslin zauberte ein herrliches, kunstvoll die hintere Region der Bühne füllendes Bild in die Szene. Berührend wirkte der Bätruefjutz der Alpenrösler. Die Jodler nahmen den Titel als Aufforderung an und liessen einen Kameraden originalgetreu im Begleit den Bätruef vortragen. Nicht um eine Zugabe herum kam das klubeigene Jodlerquartett.

Jodler auf Reisen

Zwei nicht alltägliche Dinge waren am vergangenen Samstag zu vernehmen. Einerseits sind die Einsiedler Jodler in Wila im Turbenthal, gern gehörte Gäste. So auch wieder am 3. Juni dieses Jahres. Zum andern reisen sie am 20. Juni für zehn Tage ins kanadische Toronto, um den ausgewanderten Schweizern mit drei Auftritten die Erinnerung an ihre alte Heimat wachzurufen. Eine kleine Kostprobe ihres dort zu erwartenden Auftritts boten die Jodler in Cowboykostümen. Dieser Jodlerabend veranlasst zur Feststellung: Unsere Natur scheint ein unerschöpfliches Füllhorn für den Jodelgesang zu sein! Nicht nur der Berichterstatter gratuliert dem Jodlerklub zu diesem Abend. Es tut dies bestimmt die ganze Besucherschar!

Einsiedler Anzeiger

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

01.05.2012

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schwyzkultur.ch/h6XK7Z