Die Studentenmusik vor dem Rathaus von Olesnica (mit dabei Agnieszka Ostapowicz, welche das Konzert organisiert hat).
Die Studentenmusik vor dem Rathaus von Olesnica (mit dabei Agnieszka Ostapowicz, welche das Konzert organisiert hat).

Musik

Es war eine rundum positive Konzertreise

Die Studentenmusik weilte in Polen, um in Breslau, Duszniki-Zdrój und Wambierzyce zu konzertieren. Aber auch die Freizeit kam nicht zu kurz und die jungen Musikerinnen und Musiker konnten sowohl ihre Umgebung erkunden als auch das Zusammensein geniessen.

Die 1000 Kilometer nach Breslau brachten wir in der Nacht im Bus hinter uns. Gut geschlafen haben wohl die wenigsten, aber abgesehen von einem Stau kamen wir zügig voran. Dass wir ausgerechnet in Polen – nach mehreren Reisen mit zum Teil ziemlich schlechtem Wetter – mit fast heissem Sommerwetter verwöhnt würden, wagte ich nicht einmal in meinen kühnsten Träumen zu hoffen. Es war dann aber so, dass wir abgesehen von einem Abend mit Regen herrliches Sommerwetter geniessen durften und alle fünf Konzerte im Freien geben konnten. Wie in den vergangenen Jahren durfte ich wieder mit meiner Assistentin Irmgard Fuchs und Busfahrer Marcell Schuler zusammenarbeiten. Neu kam als zweiter Fahrer Christoph Reber hinzu. Aus ganz besonderen Gründen kam unser Chemielehrer Pater Georg mit. Seine Vorfahren waren als Kirchen- und Kunstrestauratoren tätig und sein Grossvater wanderte von Breslau nach Einsiedeln aus.

Das unbekannte Polen

Wir gaben fünf mehr oder weniger lange Konzerte, hatten aber auch viel freie Zeit zur Verfügung, um unsere Neugier auf das allen FM-Mitgliedern unbekannte Polen zu stillen und etwas zu unternehmen. Am aktivsten waren wohl unsere fünf jüngsten Mädchen. Sie packten gleich die erste Möglichkeit, um die Stadt zu erkunden. Ich vermute, dass sie am meisten von Breslau gesehen haben. Sogar eine Schifffahrt auf der Oder haben sie unternommen. Ich hatte wahnsinnig Freude an diesen aktiven Girls. Sie bestätigen mich in meiner Arbeit und meinem Willen, nicht nur Musik zu vermitteln, sondern auch den Horizont zu erweitern. Aber auch die anderen FM-Mitglieder waren aktiv! Sie alle haben tolle Musik gemacht und einen äusserst positiven Eindruck hinterlassen. So hat mir die Besitzerin des Hostel Mleczarnia aus dem Journal des Personals an der Rezeption vorgelesen. Immer wieder wurde erwähnt, wie anständig und freundlich die Gruppe sei. Es gab nicht die geringste Beanstandung.

Hunderte von Zuschauern

Am eindrücklichsten war sicherunser Auftritt auf dem Marktplatz von Breslau mit den Hunderten von Zuhörern, welche uns begeistert applaudierten. Wir hatten diesmal auch noch ein spezielles Instrument bei uns. Trompeterin Sonja hat ihr Alphorn mitgenommen und spielte bei jedem Auftritt ein oder zwei Stücke. Sie machte das wirklich sehr gekonnt! Und dasselbe gilt auch für unsere Gabrielibläser! Nicht nur der 1. Mai, sondern auch der 3. Mai ist in Polen ein Feiertag (Nationalfeiertag) und alle Geschäfte sind dann geschlossen. Das war natürlich ein Problem für unsere leidenschaftlichen Shopperinnen und diese mussten ihre Passion etwas verschieben. Und nicht nur das wurde verschoben!

Feier vorverschoben

Da der Bürgermeister des etwa 30 Kilometer östlich von Breslau gelegenen Städtchens Olesnica am Nachmittag des 2. Mai nach Brüssel reisen musste, er aber doch an der Feier zum Nationalfeiertag teilnehmen wollte, zumal Schweizer die Musik zur Feier beisteuerten, wurde die Feier kurzerhand um einen Tag vorverschoben. Wir haben vor dem Rathaus von 11 bis 11.51 Uhr für ein äusserst dankbares Publikum gespielt. Ja, 11.51 Uhr! Fünf Minuten brauchte der Bürgermeister, der Punkt 12 abreisen musste, für seine Rede und vier Minuten beanspruchte die polnische Armee für ihre Fahnenzeremonie. Im Interesse des Friedens zwischen Studentenmusik und Polen habe ich mich genauestens an die Zeitvorgabe gehalten.

Kein Zwischenfall

Die letzten beiden Konzerte gaben wir in Duszniki-Zdrój und dem Marienwallfahrtsort Wambierzyce, 100 Kilometer südlich von Breslau an der tschechischen Grenze. Dort haben wir auch im Franziskanerkloster übernachtet, bevor wir am Samstag durch Tschechien und Deutschland wieder in die Schweiz zurückfuhren. Es war eine rundum positive Konzertreise ohne den geringsten negativen Zwischenfall.

Details über den Polen-Aufenthalt

www.studentenmusik.ch

Einsiedler Anzeiger / Marcel Schuler

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

15.05.2012

Webcode

schwyzkultur.ch/nAKy4C