Gemeinsamer Auftritt der beiden Jodlerklubs. Bild Karl Hensler
Gemeinsamer Auftritt der beiden Jodlerklubs. Bild Karl Hensler

Musik

Es war weit mehr als ein «Jodleroubed»

Jodelgesang auf höchster Stufe trugen die beiden Jodlerklubs Alpenrösli und Hasle-Rüegsau in Einsiedeln vor. Die Freude am Gesang war spürbar.

Stühle her – stellt mehr Tische auf! So begann dieses Jahr ein nicht alltägliches Jodler-Konzert am traditionellen letzten Samstag im April. Die vorbereiteten Plätze im vorderen Teil des Saales reichten nicht aus, um den Ansturm der Besucher bestehen zu können. Der Weg dahin sollte sich denn auch für die interessierten Besucher lohnen. Die Zeit bis Konzertbeginn verkürzte die Ländlerkapelle Bürgler-Laimbacher aus Illgau, respektive Schwyz, mit willkommener Volksmusik. Das Publikum kam damit alsbald in die gewünschte aufgeräumte Stimmung.

Traditionelle Formationen

Eröffnet wurde die herzlich aufgenommene Unterhaltung mit etwas, das zu unserem althergebrachten Volkstum gehört, dem Betruf nämlich. Stefan Kälin, in den Kreisen der Jodlerkameraden «Staff» gerufen, liess diesen gekonnt erschallen. Originell rief darauf Schellengeläut die Jodler des «Alpenrösli» auf die Bühne. Nach dem aufmunternden Eröffnungslied «Läbesfreid» begrüsste Präsident Alois Betschart eine riesige Schar von Delegationen befreundeter Jodlerklubs. Bezirksammann Hermann Betschart führte eine grosse Reihe von weiteren kulturellen Vereinen an. Der Sprecher erläuterte die kunstvolle Dekoration, wiederum von Bruno Füchslin meisterhaft gestaltet. Er warnte davor, sich dieses Bühnenbild als visionäres Bild von Einsiedeln für das Jahr 2050 anzusehen. Es sei vielmehr ein Hinweis auf die Kanadareise des Klubs im vergangenen Jahr. In der Folge führte Rosmarie Kälin, Präsidentin unseres Trachtenvereins, in sehr origineller Art durch das Programm.

Bunter Liederstrauss

Dieses war ein wahrer Strauss von traditionellem Jodel- und Kindergesang. Den letztgenannten steuerte das Chinderchörli Kälin aus Unteriberg bei. Ihre hellen, herzerfrischenden Stimmen, von Handorgelklang begleitet, wussten schnell die Zuhörer zu fangen. Unbeschwerte Jugend wirkt immer wieder auf das Gemüt der erwachsenen Menschen. Mit zeitweise beipflichtendem Lachen wurde beispielsweise das humorvolle Lied «Mir isch das gliich» aufgenommen. Auch die Auftritte des veranstaltenden Jodlerklubs wussten ihren bunt gemischten Teil zum bestens gelungenen Abend beizutragen.

Ein besonderer Gastklub

Auf einem Sportdress ist zu lesen: «Erstklassig». Diese selbstbewusste Bezeichnung darf der Jodlerklub Hasle-Rüegsau mit berechtigtem Stolz an die Sennenkutteli oder den Jodlerhut hängen. Was diese Jodler aus der Nachbarschaft von Burgdorf den Besuchern zu Ohren führten, war wirkliche, selten gehörte Spitzenklasse. Es ist vorstellbar, dass das Rezept: Freude am Gesang – unabdingbare Konzentration – unermüdliche Tonpflege zum gerne aufgenommenen Hörgenuss führt. Ihr Komponist und Dirigent Hannes Fuhrer weiss die Emmentaler Juzer auf einer Stufe zu führen, welche in diesem Saal wohl selten als Ohrenschmaus zu erleben war. Wenn das beim Jodlergesang gesagt werden darf, so waren diese Darbietungen wahrer Kunstgesang. Unumschränkten Dank und anerkennendes Lob dafür sagen alle Gesangsfreunde.

Stimme als Geschenk

Die reich mit Witz befrachtete Ansagerin führte ein kurzes Gespräch mit Hannes Fuhrer. Zwei Merkpunkte daraus verdienen es, zum Abschluss dieses Berichtes erwähnt zu werden. Der Jodlerkönner stellte den jeweiligen Dialekt über jede Weltsprache! Er rief in überzeugter Manier zu dessen Pflege auf. Der zweite Schwerpunkt des Dialogs war ein klarer Aufruf: Betrachtet die Stimme als Geschenk. Also nutzt dieses im Gesang!

Einsiedler Anzeiger

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

30.04.2013

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schwyzkultur.ch/ycRUqW