Das Jahreskonzert der Blaskapelle Etzel-Kristall überzeugte die Besucher im gefüllten Saal des Kultur- und Kongresszentrums Zwei Raben mit hervorragender Qualität und virtuosen Soli. Bild Franz Kälin
Das Jahreskonzert der Blaskapelle Etzel-Kristall überzeugte die Besucher im gefüllten Saal des Kultur- und Kongresszentrums Zwei Raben mit hervorragender Qualität und virtuosen Soli. Bild Franz Kälin

Musik

Etzel-Kristall funkelt und brilliert

Am vergangenen Samstagabend fand im Kultur- und Kongresszentrum Zwei Raben das 21. Herbstkonzert der Blaskapelle Etzel-Kristall statt. Der Abend war geprägt von hochkarätiger Blasmusik im böhmischmährischen Stil.

Nach der festlichen Eröffnung mit dem «Mucke-Marsch» begrüsste der Präsident der Blaskapelle Christoph Huber die Konzertbesucher sowie zahlreiche Delegationen aus nah und fern. So erstaunte es nicht, dass der vordere, herbstlich dekorierte Saal des Kultur- und Kongresszentrums Zwei Raben bis auf den letzten Platz besetzt war. Christoph Huber übernahm sogleich die Rolle des Ansagers und führte charmant und mit fundiertem Wissen durch den Abend. Aus Platzgründen ist es der Schreibenden unmöglich, auf jedes einzelne der siebzehn aufgeführten Stücke näher einzugehen. Einige Perlen sollen dennoch herausgepickt werden: In beiden Konzertteilen erklangen unter der musikalischen Leitung von Toni Gräzer mehrere facettenreiche Polkas und Walzer, bei denen immer wieder der tolle Gesamtklang, aber auch die differenzierte Dynamik sowie die präzise Spielweise dieser Formation zur Geltung kamen. Bemerkenswert, wie diese Meister ihrer Instrumente es verstehen, die versierten Solisten mit viel Feingefühl zu begleiten.

Glanzleistung trotz Leistenbruch

Gleich zu Beginn setzte Marcel Kälin mit der verträumten Ballade «The Power of Love» und seiner gefühlvollen und ausdrucksstarken Interpretation einen Glanzpunkt  und dies trotz eines Leistenbruchs! Das Publikum verlangte bereits eine Zugabe. Ein aktiver Beitrag zum Jahr der Klarinette durfte natürlich nicht fehlen: Bruno Marggi und Marcel Stössel übernahmen den technisch äusserst anspruchsvollen Solopart im Stück «Ein verliebtes Wurzelpaar» und meisterten ihre Aufgabe souverän. So auch die Leistung des Baritonisten Silvan Arnold. Scheinbar mühelos meisterte er jede erdenkliche technische Passage und überzeugte zudem mit seinem satten Instrumentalklang. Dieses Stück konnte jedoch nur aufgeführt werden, weil der Präsident das Werk von einem deutschen Komponisten arrangieren liess, da das tschechische Original nicht erhältlich war. Nach der Pause wurde dem Laien dann der Unterschied zwischen böhmischer Musik mit schnellen, kurzen Phrasen und Musik mährischen Ursprungs, mit langen Melodiebögen, dank zweier Polkas endgültig bewusst.

Virtuose Soli

Die zwei jüngsten Mitglieder der Blaskapelle, die einheimischen Valentin Egli und Adrian Gräzer, brillierten im «S'Flügelhorn im Rucksack» mit einer spielerischen Leichtigkeit und ihrer Virtuosität. Virtuos und überzeugend war auch das Solo des Posaunensatzes mit Emil Erzberger, Joe Müller und Christoph Huber  ihre Posaunen glänzten wahrlich golden, wie es der Titel des Werks verlangte. Gegen Ende des Konzertabends mussten drei treue Musiker aus der Formation verabschiedet werden: Daniel Briel, Emil Erzberger und Thomas Truog. Thomas Truog wird als künftiger Dirigent der Musikgesellschaft Konkordia jedoch in Einsiedeln weiterhin präsent sein. Ein grosses Dankeschön gebührt bestimmt auch dem Dirigenten Toni Gräzer, der diese zwanzigköpfige reine Männertruppe mit viel Herzblut und Begeisterung führt und sie mit vollem Einsatz auf dieses Herbstkonzert vorbereitet hat. Ihnen allen war dann die feinfühlige Polka «Von Freund zu Freund» gewidmet. Vor dem obligaten Schlussmarsch erklang noch der «Maxglaner Zigeunermarsch» der mit orientalischen Elementen und einem Sopransax-Solo überraschte. Das restlos begeisterte Publikum kriegte kaum genug und verlangte nach nicht weniger als vier Zugaben.

Einsiedler Anzeiger (ank)

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

20.10.2015

Webcode

schwyzkultur.ch/TVSdDK