Erwin Füchslin mit der Trompete, daneben die Sopranistin Leila Elmer und am Flügel Adeline Marty: Das Trio war begeisternd. Foto: Franz Kälin
Erwin Füchslin mit der Trompete, daneben die Sopranistin Leila Elmer und am Flügel Adeline Marty: Das Trio war begeisternd. Foto: Franz Kälin

Musik

Eurovision (und mehr) zu Gast

Im Grossen Saal des Klosters spielte am Sonntagabend eine besondere Formation und beglückte damit ihre Zuhörerschaft mit einem bunten musikalischen Bouquet.

Wenn drei Musiklehrer zusammen konzertieren, darf der Zuhörer einen Abend auf hohem Niveau erwarten. Diese wurden bei den über 150 Gästen des Konzerts mehr als erfüllt.

Thema Eurovision

Die Musikschule Einsiedeln unterstützt jährlich etliche Porträtkonzerte ihrer Musiklehrer, bei diesem vierten Konzert war dies Musiklehrer und Jugendmusikleiter Erwin Füchslin, der zusammen mit Kollegin Leila Elmer, Sopranistin aus Meilen, und Pianistin Adeline Marty aus Feusisberg das Trio «Modern Meets Classical» bildet. Das Konzert begann mit der bekannten Eurovisionsmelodie, einem Präludium des Te Deum von Marc Antoine Charpentier. Diese Melodie kündigte «EuroVision», das Konzertthema des Abends, an. Danach kam Sängerin Leila Elmer, die auch schon in Hauptrollen von Musicals zu sehen war, singend den Reihen entlang. Ihr Strauss Rosen passte zum Titel des ersten Liedes «Schenkt man sich Rosen im Tirol». Bewundernd nahmen die Zuhörer ihre umwerfende Stimme zur Kenntnis, wobei man sich fragte, wie so eine zierliche Person ein so gewaltiges Volumen hervorbringen kann. Gleich schon beim zweiten Stück verzauberten die drei Musiker das Publikum. «Ich bin die Christl von der Post» wurde so charmant und kokettierend von der Sängerin vor getragen, dass die Zuhörer unweigerlich schmunzeln mussten und sich vom Charme des Stückes einlullen lassen konnten. Es folgten weitere Stücke aus Musicals und Operetten, die allesamt mehr als überzeugend vorgetragen wurden.

Jazziger geht es nicht

Dass Ludwig van Beethovens fünfte Sinfonie auch jazzig gespielt werden kann, trugen Pianistin und Trompeter eindrücklich vor. Adeline Marty nimmt man die Jazzerin zu hundert Prozent ab, ihre Hände flogen nur so über die Tasten und das Blut schien in Wallung zu geraten, sie war voll in ihrem Element. Genauso viel Leidenschaft legte Erwin Füchslin in das Stück «Wave», das er mit dem Flügelhorn spielte. Der warme Klang seiner anspruchsvollen Soli füllte den Grossen Saal, und auch ihm nimmt man den Jazzer ab, wenn er mit geschlossenen Augen virtuos und beseelt sein Instrument spielt. Im dritten Teil wurden alte Eurovisionssongs vorgetragen. Abba hätten ihre Freude am Stück «Waterloo» gehabt. Mit «Ne partez pas sans moi» kamen die Zuhörer in den Genuss eines von zwei Gewinnersongs der Schweiz, der 1988 von Celine Dion gesungen wurde. Doch auch Leila Elmer hätte sich mit ihrem Vortrag den Sieg verdient. Dass Füchslin ein hervorragender, vielseitiger Bläser ist, bewies er gleich nochmals mit seinem Alphorneinsatz bei der «Swiss Lady», einem Stück von Pepe Lienhard.

Standing Ovation

Frenetischer Applaus mit einer Standing Ovation war der Dank an das Trio für diesen ausserordentlichen musikalischen Hörgenuss. Drei Musiker, die es verstehen, ihr Instrument stimmig, wohl temperiert und hochprofessionell einzusetzen, stets darauf bedacht, einander Platz und Raum im passenden Moment zu geben, dabei aber als Einheit perfekt harmonieren. Dass sie dabei auch eine Augenweide abgeben, ist das Tüpfelchen der Perfektion ihres Vortrages.

Einsiedler Anzeiger

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

14.09.2010

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schwyzkultur.ch/wNuVgL