Die «Swiss Singers» – mit Roger Näf am Originalklavier des Einsiedler Komponisten Artur Beul – schenkten den Besucherinnen und Besuchern einen heimelig-nostalgischen und berührenden Abend. Bild Urs Gusset
Die «Swiss Singers» – mit Roger Näf am Originalklavier des Einsiedler Komponisten Artur Beul – schenkten den Besucherinnen und Besuchern einen heimelig-nostalgischen und berührenden Abend. Bild Urs Gusset

Musik

Frauenpower für einen Grossen

«100 Jahre Artur Beul  nach em Räge schint d'Sunne» mit «The Swiss Singers» im Chärnehus Einsiedeln vom Samstagabend.

Morgen Mittwoch, 9. Dezember, vor 100 Jahren, wurde der Künstler Artur Beul in Einsiedeln geboren. Was dem Bernhard Theater recht ist, ist dem Chärnehus billig: Downtown Zurich läuft «Stägeli uf  Stägeli ab», ein alpenländisch-musikalisches Lustspiel mit den grössten Hits und schönsten Melodien von Artur Beul. Im Chärnehus stand am letzten Samstag im Saal bei Bistrobestuhlung «100 Jahre Artur Beul  Nach em Räge schint d'Sunne»  auf dem Programm. Frauenpower bescherte den rund 100 Besucherinnen und Besuchern, die meisten nicht mehr die jüngsten, während rund 100 Minuten einen heimelig-nostalgischen und berührenden Abend  Leila und ihren acht Gesangskolleginnen, Ursi und Madeleine sei Dank.

Vor vollem Saal

Die 33-jährige Zürcher Sopranistin Leila Elmer ist die Frontfrau und Gründerin der Formation «The Swiss Singers», die im vollen Saal des Chärnehus durch eine nostalgische Reise durch die Musikgeschichte des Komponisten Artur Beul geführt hat. Ursi Staub war die quirlige und «freche» Moderatorin, ein wahrer Glücksfall. Madeleine Schönbächler war OK-Präsidentin dieses vom Kulturverein Chärnehus Einsiedeln bestens organisierten Events, der das umfassende Schaffen von Artur Beul in Erinnerung rief und die Anwesenden vorzüglich zu unterhalten wusste. Beim Smalltalk nach dem Event mit schöner Atmosphäre stand dem Trio die Freude ins Gesicht geschrieben.

Riesiger Applaus

Nach jedem Song  der Start erfolgte mit einem Beul-Medley  brandete Applaus auf, besonders starker nach dem Lied «Hei wili, hei!», das Artur Beul seinem zeitlebens geliebten Einsiedeln gewidmet hatte. Am Schluss dieses professionellen Beul-Abends mit rund einem Dutzend Volksliedern, die meisten lüpfig, und zwei Filmausschnitten reichte eine Zugabe für die «Swiss Singers» nicht. Interpretiert wurden noch «Gangi obe dure, gangi unde dure» und «Tuusig chlini Liechtli». Schon zuvor durften die wohl drei bekanntesten Beul-Lieder nicht fehlen  der Welthit «Nach em Räge schint d'Sunne», «Stägeli uf  Stägeli ab» und «Übere Gotthard flüget Bräme». Vorgetragen wurden auch weniger bekannte Lieder wie «Im Garten blühen Rosen», das Artur Beul für seine erste Frau Lale Andersen geschrieben hatte, oder «Wiehnachtsengel singed». Die Stimmung im Publikum ging nie «Stägeli uf  Stägeli ab», sondern war geprägt von einer anhaltend guten Stimmung.

Mit Originalinstrument

Die «Swiss Singers», altersmässig gut durchmischt, traten im Chärnehus mit neun Frauen und einem Hahn im Korb auf  Roger Näf am Klavier. Er spielte auf dem Originalinstrument von Artur Beul und sass auf dessen Hocker. Auf dem Klavier standen eine Bronzebüste des Künstlers und die Originallampe  alles Stücke aus der reichhaltigen Sammlung des Chärnehus Einsiedeln. Derweil Roger Näf, der auch jazzige und swingende Akzente setzte, im dunklen Anzug für die passende Begleitung sorgte, trat das Frauen-Ensemble, zum Namen der Formation die «Swiss Singers» passend, in Rot-Weiss auf. Dass auch Moderatorin Ursi Staub Rot trug, war Zufall.

Nicht nur Musik begeisterte

Die «Swiss Singers» begeisterten das Publikum nicht nur mit schmissiger Musik mit viel mehrstimmigem und auch mehrsprachigem Gesang, sondern mit einer gefälligen Choreografie und ausgewählten Accessoires zu den einzelnen Liedern. Stellvertretend erwähnt seien «Mir zwei underem Rägeschirm», bei dessen Interpretation die neun Ladies mit weissen Regenschirmen auftraten, oder «Swing das isch Musik für d Bei», als sie sich rote Sonnenbrillen aufsetzten. Manch einer im Publikum dürfte in Erinnerungen geschwelgt und ein warmes Herz und feuchte Augen gehabt haben: Emotionen pur!

Moderation überzeugte

Nicht nur die «Swiss Singers» überzeugten an diesem Abend mit der Interpretation vieler Evergreens von Artur Beul, sondern auch Moderatorin Ursi Staub mit ihrem unverkennbaren Urner Dialekt. Sie erzählte Episoden, Anekdoten und Klatsch und Tratsch über den Einsiedler Künstler und brachte auch den Interpreten den Schmaus. Diese bezeichnete sie als k- und k-Chor  «guet kli

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

08.12.2015

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schwyzkultur.ch/gcqEr9