Sie feierten ihr 20-Jahr-Jubiläum mit einem tollen Konzert: die Blaskapelle Etzelkristall
Sie feierten ihr 20-Jahr-Jubiläum mit einem tollen Konzert: die Blaskapelle Etzelkristall

Musik

Fröhlichkeit mit und in der Musik

Als ob dieses Motto ihr Markenzeichen wäre, zog die Blaskapelle Etzel-Kristall am letzten Samstag eine grosse Schar von Musikanhängern zu ihrem Konzert in das neu benannte Kulturund Kongresszentrum.

Bereits eine halbe Stunde vor dem angesagten Konzertbeginn war der vordere Teil des Saals prall gefüllt. «Die Tore weit» war in der Folge die Devise, um den erfreulichen Besucherandrang meistern zu können.

20 Musikanten

Vor zwanzig Jahren begann im Restaurant Feld in Feusisberg, was heuer als Jubiläum gefeiert werden kann. Und exakt zwanzig frohe «Etzel-Kristall»-Musikanten, den feinfühlig führenden Dirigenten eingerechnet, präsentierten sich mit ihren frisch polierten Instrumenten einem sich fachkundig zeigenden Publikum in unserem Kulturtempel. Sollte der erlebte Musikgenuss angemessen geschildert werden, würde dies das Zeilenvolumen sprengen. Darum wird, süssen Tortenstücken gleich, nur von einzelnen Darbietungen berichtet. Aller-dings können diese nur überzeugend wirken, weil die gut besetzte Formation in intensiven Proben an ihren Talenten feilt.

Böhmisch-mährisches Programm

Der Posaunist Christoph Huber wirkte wie ein Chef de Service. Die Ansage der Musikvorträge schmückte er mit Ausschnitten aus der Geschichte der zu feiernden Blaskapelle. Das alsbald mitgehende Publikum erhielt etwas präsentiert, das wie ein animierendes Naschwerk mit vielen Rosinen gespickt, zu geniessen war. Das eine Mal waren die einschmeichelnden Süssigkeiten weich klingende Baritone, wie das in seinem Solovortrag Michael Maier glänzend vorführte. Die voluminösen Posaunen des Trios Chris-toph Huber, Emil Erzberger und Sepp Müller ergänzten dieses Angebot. Ein anderes Mal glaubte der Zuhörer, dass die Trompeten die Nidel dazu schwungvoll hindrapieren würden. Als Solist zeigte aber Marcel Kälin in «Song for Adriana», dass solches auch auf sanfte Art passieren kann.

Leichtfüssig

Die eine oder andere Melodie kam an diesem Abend so leichtfüssig daher, als wäre dies die Bedienung der musikalischen Leckereien. Wie ein imaginärer Chefkonditor wirkte, diskret aus seiner fernen Welt, Altmeister Ernst Mosch. Ab und zu stellen die Konditoren eine zarte Figur auf ihre kleinen Kunstwerke. An diesem Abend übernahmen solches die drei glänzend spielenden Klarinettisten Bruno Marggi, Marcel Stössel und Thomas Truog. Guido Henn übertitelte ein Stück mit «Eine Holzgeschichte». Die Melodie drang aber keineswegs hölzern ans aufmerksame Ohr der Zuhörer. Es kommt einem Lohn gleich, wenn das Publikum immer wieder begeistert mitklatscht.

Die fünfte CD-Taufe

Einem Höhepunkt kam die Taufe der fünften CD der Blaskapelle «Et zel-Kristall» gleich. Kinder der Musi-ker begleiteten diesen Festakt, den das Ehepaar Zimmermann aus dem Ägerital freudig und feucht vornahm. Ein Tortenstück war mit «Musikantenglück» überschrieben. Glücklich darf sich gewiss ein Musikant schätzen, wenn er in einer solchen Formation, wie die erlebte, Musik machen darf. Dass das intensive Einüben der Stücke in kameradschaftlicher Art absolviert wird, beweist die offensichtliche Auftritt-Lockerheit. Einen weiteren erfreulichen Beweis lieferten die Musiker. Es gibt in unserem Land viele hervorragende Formationen. Da ist manch einer verwundert, warum Veranstalter immer wieder auf ausländiche Gruppierungen zurückgreifen. Warum denn fremde Töne suchen, wenn es zu Hause so gut klingt! Dass nicht nur der Schreibende so denkt, bewiesen an diesem Abend die fast nicht enden wollenden Zugabeforderungen des begeistert mitgehenden Publikums. Solches soll den Musikanten um den Etzel einen kräftigen Motivationsschub geben!

Einsiedler Anzeiger

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

22.10.2013

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schwyzkultur.ch/mQ5qQe