Die Konkordia zeigte eine tolle Leistung bei ihrem ersten Konzert des Jahres in der Jugendkirche, erstmals mit Dirigent Thomas Truog. Bild Franz Kälin
Die Konkordia zeigte eine tolle Leistung bei ihrem ersten Konzert des Jahres in der Jugendkirche, erstmals mit Dirigent Thomas Truog. Bild Franz Kälin

Musik

Gelungener Einstand von Thomas Truog

Am vergangenen Sonntagvorabend erfreuten Konkordia und Gospelsingers das Publikum in der Jugendkirche mit einem gut passenden, abwechslungsreichen Musikprogramm. Thomas Truog leitete erstmals die Konkordia.

Erstmals hielt die Konkordia in der renovierten Jugendkirche ein Kirchenkonzert, erstmals stand Thomas Truog auf dem Post und man darf es vorwegnehmen: ein gelungener Einstand! Truog leitete die Musikanten umsichtig, ruhig, doch engagiert. Man spürte, die rund 40 Musikanten wollen sorgfältig musizieren, sie wollen die Intentionen ihres neuen Chefs umsetzen. Gut so. Die zahlreich aufmarschierten Besucher genossen ein passendes, abwechslungsreiches Programm, das vor allem auch von der Gastformation geprägt war. Unter Sybille van Veen-Bingisser warteten die Gospelsingers mit gekonnt vorgetragenen Songs auf, die nicht nur die Gospelfreunde begeisterten.

Wunderbar auch ohne Marsch

Die gemeinsam vorgetragene Schlussnummer setzte diesem eine Fünfviertelstunde dauernden Konzertauftritt einen herrlichen Schlusspunkt. Wie wohltuend, wenn das Finale dem Rahmen entsprechend gestaltet wird. Denn der «schöne zackige Marsch»  er kam nicht. «Wonderful world» war eine herrliche Lösung für die zwei Musikwelten  da Gesang, dort Klang. Gerne hätte sich der Schreiber noch mehr solcher Gemeinsamkeiten an diesem Abend gewünscht.

Musik, die gefällt

Doch gehen wir schön der Reihe nach. Zum Auftakt stand die Blasmusik im Zentrum, die vier Nummern passten gut zu einem Kirchenkonzert, obwohl die Namen dies nicht immer verrieten. Etwa der «March to Mars». Fanfarenmotive standen im Wechsel zu getragenen Melodien, für die Musikanten war es ein sicherer Einstieg. Allerdings zeigte sich bereits bei diesem Konzertmarsch die Tücke des Raumes. Die Jugendkirche ist auch nach dem Umbau ein wunderbarer Klangraum, Hall inbegriffen. Folge: An diesem Konzert blieb die Dynamik in engem Bereich. Dafür erfreute über weite Strecken Intonation und guter Klangausgleich die Ohren. Und eine weitere Feststellung: Die Musikanten dürfen auch mal «forte» spielen. Beispielsweise im Tuttiteil der folgenden «Forrest Gump Suite», bei dem das Schlagwerk seinen Groove wirkungsvoll einbringen konnte. «One moment in time» darf man sicher als einer der Höhepunkte im Programm bezeichnen. Diesem Ohrwurm gab das Trompetenregister das nötige Fealing, obwohl «Best Friends» mit seinen klangvollen, ruhigen Melodieteilen ebenfalls beeindruckte.

Musik zum Mitgehen oder Träumen

Die Gospelsingers überzeugten mit sorgfältiger Interpretation und guter Intonation. Allerdings fehlen dem Chor (zusätzliche) Männerstimmen. Doch schön, es wurde nicht einfach elektronisch verstärkt. Der erste Vortrag, «Never alone», war oberste Grenze. Viele Wörter, oft als Auftakte, schnell hinzusingen und dazu die Klavierbegleitung der Chorleiterin, die kein Langsamerwerden erlaubte, die Gospelsingers waren echt gefordert. Aber keine Zweifel: ein guter Song! Danach folgten die Perlen mit abwechslungsreichen Arrangements, «Lean on me» etwa oder «Glory to God almighty» und «You raise me up». Dazu die Notiz des Schreibers: Zum Träumen! Die wohl beste Nummer «Sing and Shout» begann a cappella, steigerte sich im Tempo und fesselte mit snip und clap die Besucher.

Blasmusikalisches Schlussbouquet

Nun war wieder die Reihe am Gastgeber. «Conquest of paradise» offenbarte eine ganz andere Welt, das Schlagzeug erwies sich mit dem Drive als gute Stütze. Süffige Melodiebögen gab es in «Friends for Life» zu geniessen, und der Tattoo-Hit «Celtic Crest» von Christoph Walter überraschte mit einem neuen Klang: Mundharmonika. Durch das Abendprogramm begleitete Denise Egli mit sehr informativen Ansagen.

Einsiedler Anzeiger (rst)

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

18.03.2016

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schwyzkultur.ch/WQ9EBW