Muriel Fässler invstiert täglich zwei Stunden für ihr Hobby Musik. Foto: Magnus Leibundgut
Muriel Fässler invstiert täglich zwei Stunden für ihr Hobby Musik. Foto: Magnus Leibundgut

Musik

«Ich übe täglich zwei Stunden»

Muriel Fässler spielt am Samstag, 1. Juni um 20.15 Uhr, auf der Marienorgel der Klosterkirche Werke aus dem 18. Jahrhundert.

Die 18-jährige Maturandin Muriel Fässler macht Orgelmusik mit Leidenschaft. Gemeinsam mit Pater Lukas Helg präsentiert sie am 1. Juni abends dem Publikum Werke aus der Musikbibliothek des Klosters Einsiedeln.


Magnus Leibundgut: Wie sind Sie zur Musik gekommen, wie die Jungfrau zum Kind?


Muriel Fässler: Nein, vielmehr hat mir wohl bereits meine Mutter mit ihrem Talent die Musik in die Wiege gelegt. Erst spielte ich ab der Primarschule nur Klavier, dann kam in der Stiftsschule im Gymnasium das Orgelspiel hinzu.


War das Spiel auf der Orgel, die Königin der Instrumente, Ihr Mädchentraum?


Durchaus. Jedenfalls habe ich als kleines Mädchen zu meiner Grossmutter, die Sakristanin in der Jugendkirche war, gesagt: Auf dieser Orgel werde ich dann einmal spielen, wenn ich gross bin.


Hat Sie Pater Lukas, der mit Ihnen heute Abend auf der Orgel spielt, zu diesem Instrument inspiriert?


Auf den Geschmack der Orgel bin ich zwar selber gekommen. Doch Pater Lukas war mir immerzu ein wunderbarer Orgellehrer, der mir die Freude an der Musik gestärkt hat. Ich hatte das Glück, auf Pater Lukas zu treffen, weil er einfach ein famoser Lehrer ist.


Ist ein spezielles Talent vonnöten, um das Spiel auf der Königin der Instrumente zu beherrschen?


Sicherlich braucht es ziemlich viel Koordinationsvermögen, weil man ja viergliedrig spielt und wie ein Schlagzeuger Arme und Beine gleichzeitig im Einsatz hat. Aber ansonsten ist es wie bei jedem anderen Instrument: Üben ist das Wichtigste, eine Stunde pro Instrument pro Tag sollte es schon sein. So übe ich für beide Instrumente zusammen täglich zwei Stunden.


Wie kommen Sie dazu, ausgerechnet Werke von Piazza, Pfeyll und Terreni zu spielen?


Die Notenwerke dieser drei Komponisten stammen aus der Musikbibliothek des Klosters Einsiedeln. Von daher war es naheliegend, diese Werke auszuwählen, welche die Komponisten für Einsiedeln komponiert oder als Reisende dem Kloster vermacht haben. Hinzu kommen das Halleluja von Händel und ein Präludium von Lübeck.


Letztere beide Stücke spielen Sie solistisch, die anderen Werke gemeinsam mit Pater Lukas. Wie funktioniert das gemeinsame Zusammenspiel zweier Orgeln?


Nur via Kopfhörer (lacht)! Klänge und Töne brauchen Zeit, bis sie den Raum durchdringen. So bin ich darauf angewiesen, dass ich dank des Kopfhörers das Spiel von Pater Lukas auf der Chororgel in Echtzeit hören kann, sonst würde die verzögerte Aufnahme zu einem verspäteten Einsatz meinerseits führen und das Stück in einem Chaos enden.


Sie haben in Ihrer Maturaarbeit eine Bilderbuch-Geschichte mit Musik unterlegt. Liegt Ihnen das Komponieren?


Text und Musik zu gestalten für das Kinderbuch «Fünf freche Mäuse machen Musik» hat sich einfach so ergeben. Hinzu gekommen sind Kompositionen in der Volksmusik für Klavier und für Schwyzerörgeli.


Ist Musikerin zu werden ein Lebensziel von Ihnen?


Erst einmal werde ich nach der Matura die Pädagogische Hochschule in Goldau besuchen. Und wer weiss, vielleicht gehe ich dann nachher aufs Konservatorium. Allerdings gefällt mir auch die Jazzmusik. Das Interesse für Jazz verdanke ich nicht zuletzt meinem Klavierlehrer Laurent Girard.


Einsiedler Anzeiger / Interview: Magnus Leibundgut

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

01.06.2019

Webcode

schwyzkultur.ch/3DBBkU