Dieses Wochenende spielte Mathias Meyer mit Dabu Fantastic an drei Openairs in nur zwei Tagen – wie hier in Aarau am Openair «Chrutwäje» Foto: zvg
Dieses Wochenende spielte Mathias Meyer mit Dabu Fantastic an drei Openairs in nur zwei Tagen – wie hier in Aarau am Openair «Chrutwäje» Foto: zvg

Musik

Im Gepäck – ein Swiss Music Award

Mathias Meyer aus Gross sitzt bei der Band Dabu Fantastic am Schlagzeug. Die Band tourt intensiv durch das Land – mit einem Swiss Music Award im Gepäck.

In den vergangenen Wochen verging kaum ein Wochenende, an dem der 23-jährige Mathias Meyer aus Gross nicht irgendwo in der Deutschschweiz mit Dabu Fantastic auf der Bühne stand. Soeben spielte die Band an drei Openair-Festivals in zwei Tagen: Am Freitag am «Openair Chrutwäje» in Aarau, am Samstagmittag am grössten Hip-Hop Openair Europas in Frauenfeld und am gleichen Abend noch in Wädenswil am «Arx-en-Ciel». «Das war anstrengend, aber gut», sagt Mathias Meyer. Und fügt lachend an: «Zum ersten Mal flog uns sogar Damen-Unterwäsche auf die Bühne.» Nun sei für einmal Entspannung angesagt: Die nächsten Konzerte sind erst in zwei Wochen, unter anderem am «Blue Balls»-Festival in Luzern.

Highlight Swiss Music Award

Es ist ein gutes Jahr für Dabu Fantastic: Anfang März gewann die Band einen Swiss Music Award in der Kategorie «Best Talent». Der Gewinn brachte der mittlerweile sechsköpfigen Band viel Aufmerksamkeit in der Schweizer Musikszene. Der Preis ermöglichte ihnen unter anderem die Auftritte an grösseren Openairs wie jenem in Frauenfeld oder auch in St. Gallen. «Der Gewinn des Swiss Music Award war für mich ein absolutes Highlight», sagt Mathias Meyer. Dabu Fantastic spielen einen Mix aus nachdenklichem Mundart-Pop und Hip-Hop für die Tanzfläche. Mit ihrem dritten Album «Disco Titanic» gelangten sie erstmals bis in die Charts. Vor «Disco Titanic» bestand Dabu Fantastic nur aus Sänger und DJ. Doch für das neue Album wollten diese endlich eine Live-Band. 2010 stiess daher Mathias Meyer über einen Freund der Band dazu, den er im Vorkurs der Jazzschule Luzern kennenlernte. Dort hat er soeben sein zweites Studienjahr im Studiengang «Jazz, Instrumental» abgeschlossen.

Studium, Konzerte, Unterricht

Angefangen mit der Musik hat Mathias Meyer im Alter von sieben Jahren: Dreieinhalb Jahre trommelte er an der Musikschule Einsiedeln in der Tambouren-Truppe von Toni Corpataux, bevor er als Zehnjähriger ans Schlagzeug und zu Lehrer Juli Vogt wechselte. In Einsiedeln spielte er später unter anderem in den Rock-Bands «Choked Denial» und «Skive», die heute beide nicht mehr existieren. Von 2008 bis 2010 lebte Mathias Meyer in Los Angeles, um an der «L.A. Music Academy» sein Talent zu professionalisieren. Dabei lernte er nicht nur neue Stilrichtungen wie Jazz und Hip-Hop kennen, sondern fasste auch einen entscheidenden Entschluss: «In Los Angeles wurde mir eindeutig klar, dass ich ein professioneller Musiker werden möchte», sagt er. Seither hat er sein Talent mit viel Knochenarbeit trainiert: Meistens übt er täglich mehrere Stunden. Neben dem momentanen Studium an der Jazzschule Luzern unterrichtet Mathias Meyer auch an der Musikschule Ybrig dreizehn Schüler. Studium, Konzerte, Unterrichten – das sei machmal richtig stressig, sagt er. Doch das Schlagzeugspiel zu lehren mache ihm Spass und sei zudem ein «wichtiger Zustupf». Denn trotz des Erfolgs verdiene er mit Dabu Fantastic bisher fast nichts: «Wir können gerade mal unsere Spesen decken.» Trotzdem ist für ihn klar, was er in näherer Zukunft machen will: «Ich möchte weiterhin möglichst viele coole Konzerte geben.»

Einsiedler Anzeiger

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

10.07.2012

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schwyzkultur.ch/pB8DbF