Die Kinder sangen zu urchigen Schwyzerörgeli-Klängen und entzückten damit die Besucher. Foto: Sandra Steiner
Die Kinder sangen zu urchigen Schwyzerörgeli-Klängen und entzückten damit die Besucher. Foto: Sandra Steiner

Musik

Jodeljubiläum mit musikalischer Vielfalt

Die Kinder der Jodelgruppe durften an ihrem Jubiläumskonzert ihre Vielfältigkeit präsentieren. Jodeln, Alphorn spielen, Schwyzerörgeli, Geige oder Theater spielen meisterten sie zur Freude der Zuschauer.

Die letzte halbe Stunde vor Beginn des Konzertes kündigte sich an, im Gemeindesaal vom Alten Schulhaus in Einsiedeln war alles bereit für das Konzert des Kinderjodelchörlis der Musikschule Einsiedeln. Auf der grossen Treppe beim Alten Schulhaus empfingen drei junge Alphornbläser die vielen Gäste mit ihren urchigen und sanften Tönen. Der Gemeindesaal füllte sich schnell und es wurden noch viele zusätzliche Stühle aufgestellt, sodass die meisten Besucher sitzen konnten. Die Leiterin Agathe Kälin aus Willerzell begrüsste die vielen Gäste sehr herzlich. Das diesjährige Konzert sei das 10. Konzert. Dies soll ein besonderes Konzert sein.


Selbstkomponierte Stücke


Agathe Kälin wählte die Geschichte von Meinrad Lienert, «s’Mirli». Bei den Proben habe sie gemerkt, dass die Stücke recht schwierig seien, so habe sie einige Lieder ersetzt durch einfachere und hat auch gleich selber Stücke dazu komponiert. Die Geschichte wurde von den Kindern vorgelesen und gespielt. Mirli war eine Zigeunerin, die sich auf ihrer Flucht in den Bergen verirrte. Auf einer Alp traf Mirli den Älpler, er gab ihr zu essen und sie durfte auch dort schlafen, sie müsse ihm aber bei der Arbeit auf der Alp helfen. Eine «gwundrige» Frau aus dem Dorf und ihr Mann kamen immer wieder auf die Alp, da sie meinten, hier eine Frau gesehen zu haben. Der Älpler aber versteckte Mirli geschickt. Auch die Zigeuner suchten Mirli, doch so einfach machten sie es auch diesen nicht. Der Älpler seinerseits fragte sie eines Tages, warum sie denn weggelaufen sei. Sie meinte, sie hätte sich zwischen zwei Männern entscheiden müssen und sie wollte keinen der beiden haben, so sei sie einfach weggelaufen. Der Älpler und s’Mirli verliebten sich ineinander und da beide sehr scheu waren, wuchs ihre Liebe langsam und sanft. Um Mirli auf die Probe zu stellen, liess der Älpler einmal die Tür offen, um zu sehen, ob Mirli die Flucht ergreife oder ob sie wirklich bei ihm bleibe. Am Morgen, als er erwachte, war sie weg. Statt dass er im Stall nachschauen ging, suchte er sie auf den Wiesen und Wäldern. Leider fand er sie da nicht und er sang ein trauriges Lied. Dieses Echo hörte Mirli und lief zu ihm hinauf, um ihm ihre Liebe zu bringen.


Vielseitige und kreative Kinder


Die Mädchen und Jungen des Kinderjodelchörlis haben gezeigt, wie vielseitig und kreativ sie sind, denn sie können nicht nur jodeln und singen, sie können auch musizieren – sei es mit dem Alphorn, Schwyzerörgeli oder der Geige – Theater spielen und pure Freude zeigen. Sie zogen das Publikum in ihren Bann. Bei jedem Lied, jedem Jüüzli spürte man bei allen Mitwirkenden ihre Freude und Leidenschaft und diese übertrug sich auf alle Zuhörer und Zuhörerinnen. Mit Gänsehautmomenten beim Zuhören der Lieder und vielen Lachern und Schmunzeln während dem Vortragen der Geschichte verging das Konzert im Nu. Am Schluss bedankte sich die Leiterin Agathe Kälin bei den 35 Kindern, vom Kindergarten bis in die Oberstufe, für ihr Mitwirken und all die Proben und freut sich auf die weiteren Lektionen mit ihnen. Die Besucher bedankten sich mit einem riesigen und lang anhaltenden Applaus beim Kinderjodelchörli für ein Konzert, das jedes Herz berührte und einfach Freude verbreitete.


Einsiedler Anzeiger / sss

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

24.04.2018

Webcode

schwyzkultur.ch/kYC6vx