Ein idyllisches Bühnenbild umrahmte den Auftritt des Einsiedler Jodlerklubs Alpenrösli am Jodleroubed. Bild Franz Kälin
Ein idyllisches Bühnenbild umrahmte den Auftritt des Einsiedler Jodlerklubs Alpenrösli am Jodleroubed. Bild Franz Kälin

Musik

«Jodleroubed» mit vielen frohen Facetten

Jodelgesang und Volksmusik begeisterte die Besucher am vergangenen Samstag in Einsiedeln Für den Zuhörer des Jodelgesangs ist es sehr reizvoll, wenn sich die Jodlerklubs zu ihren Aufführungen gegenseitig besuchen. Solches war auch am Samstag, 23. April, im Zwei-Raben-Saal zu erleben.

Um den örtlichen Klub Alpenrösli scharten sich der Jodlerklub Illgau und die Jodlerfamilie Herger aus Buochs. Die jugendliche Volksmusikformation «Echo vom Paradiesli» aus Unteriberg umrahmte die Auftritte mit glänzendem Handorgelspiel. Den Schmuck zum Ganzen lieferte die ausgezeichnete Dekoration aus der Hand von Bruno Füchslin. Echt plätscherte das Wasser aus dem Quartierbrunnen. Den ganzen Abend flatterte die Schweizerfahne auf der Bühne. Daneben präsentierte sich ein schmuckes Schwyzer Bauernhaus. Präsident Alois Betschart konnte im prall gefüllten Saal Delegationen von vielen auswärtigen Jodlerklubs, sowie auch solche aus andern Kultursparten ausmachen und willkommen heissen. Ein Stammgast dieses Anlasses könnte leicht die Meinung bekommen, dass Rosmarie Kälin-Ruhstaller zum Personalbestand des Jodlerklubs Alpenrösli gehören könnte. Schliesslich führt sie seit Jahren mit viel Humor durch das Abendprogramm.

Die Jodler wecken Heimatgefühle

Mehrmals war an diesem Abend der Ursprung des Jodelgesangs, nämlich der Naturjutz zu hören. Dazu wird im Buch «Jodel Theorie und Praxis», von Nadia Räss und Franziska Wigger, ein Zitat, zu einer diesbezüglichen Variante, von H. Szadrowsky wiedergegeben: «Wo immer gejodelt wird, beruht dies in den Uranfängen auf der Entdeckung des den Jauchzer verlängernden Echos.» Die Illgauer Jodler führten diese Jodelart in verschiedener Färbung vor. Einmal in leicht forscher Weise, das andere Mal auf lieblichere Art. Auch die andern zwei Gruppen wussten diese Jodeltechnik unterschiedlich vorzutragen. In fein klingender Art die Alpenrösli-Jodler. Fast wie schmeichelnd die Jodlerfamilie Herger. Um gleich bei dieser Formation zu verweilen, war leicht herauszuhören, dass diese sechs Geschwister den Jodelgesang freudig lieben. Zum Beispiel im Lied «Hei is Dorf» war eine feine Ton-Pflege im Nidwaldner Dialekt festzustellen. Solches vermochte die Heimatliebe im Gesang bildhaft werden zu lassen. Eine willkommene Besonderheit in ihrem Repertoire beansprucht einen gewichtigen Platz. Es ist das humorvolle, schalkhafte Lied, in den Eigenkompositionen ihres Bruders Sepp. Dieser weiss hie und da geradezu poetische Texte einfliessen zu lassen.

Volksmusik und Jodelgesang

Den gebührenden Platz erhielt an diesem Abend neben dem Jodel die Volksmusik. Es ist immer wieder erfreulich, wenn der Nachwuchs bereits hohe Qualität vorzuweisen versteht. Bei der Formation «Echo vom Paradiesli» aus Unteriberg ist solche eindeutig vorhanden. Dazu ergänzte die sehr junge, Trompete blasende Schwester ihre ausgezeichnet Akkordeon spielenden Brüder überraschend stark und sicher. Immer wieder ist festzustellen, dass die Jodlerklubs Komponisten in den eigenen Reihen haben. War das bei der Familie Herger mit dem einen Bruder Sepp der Fall, so ist gleiches auch bei den Illgauer Jodlern auszumachen. Der eine ist Christian Rickenbacher, der in der Volksmusik längst bekannt ist. Maria Betschart vermag bei gleichem Tun heimische Gefühle zu wecken. Gerne melden diese Jodler, dass der Naturjutz ihr Lieblingsgesang ist. Mit Fahnenschwingen und Alphornblasen ergänzten die Gastgeber ihr buntes musikalisches Bouquet. Ihre gesanglichen Vorträge weisen auf eine intensive Probenarbeit unter der Leitung der ausgezeichneten Dirigentin Marlen Betschart hin. Klangen die traditionellen Naturjutze äusserst lieblich, so vermochte das Jodellied «Mys Briefli» zu berühren.

Besondere Wirkung

Zwei Vorträge wirkten in besonderer Art. Der eine war der überraschende, originelle «Alperösliblues». Der andere ist immer wieder der abschliessende Gesamtchor. Solcherart wird kameradschaftliche Verbundenheit dokumentiert. Das gut gelaunte Publikum wertete die musikalischen Vorträge immer wieder mit Zugabe verlangendem Applaus. Dieser soll den Jodlern ihre Überzeugung zum Jodelgesang stärken. «Stütze ist's uns allzumal, wenn Jodel tönt von Berg und Tal.»

Einsiedler Anzeiger (heka)

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

26.04.2016

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schwyzkultur.ch/XgJgXn