Chinesische Musiker in Einsiedeln: Zum Schluss zog das Jugend-Festivalorchester Peking nochmals alle Register und füllte den Saal mit kräftig klingender Musik. Bild Lilo Etter
Chinesische Musiker in Einsiedeln: Zum Schluss zog das Jugend-Festivalorchester Peking nochmals alle Register und füllte den Saal mit kräftig klingender Musik. Bild Lilo Etter

Musik

Jugendliche aus China bezauberten Publikum

Das Jugend-Festivalorchester Peking bezauberte am Sonntagnachmittag das Publikum im vollbesetzten Grossen Saal des Klosters Einsiedeln mit filigraner, poetischer Musik. Die chinesischen Volksinstrumente konnten im Ensemble und zusammen mit dem Schlagwerk auch sehr kraftvoll werden.

Als erstes spielte das Jugend-Festivalorchester Peking mit Bläserensemble und Schlagwerk «Heiteres Fest», bei dem die Töne zum Teil so durchdringend laut wurden, dass sich einige Zuhörer die Ohren zuhielten. Doch, so versicherte Moderator Lui Chan, sei die Musik sonst viel leiser. Lui Chan, gebürtig aus Peking, war im Rahmen von «Musik im Kloster Einsiedeln 2011» bereits als Violinist Gast im Kloster Einsiedeln.

Erklärungen

Das Konzert des Jugend-Festivalorchesters Peking wurde wegen verschiedener Absenzen etwas umgestellt. Lui Chan erklärte kurz die chinesischen Instrumente. So beispielsweise das chinesische Hackbrett, das im 16. Jahrhundert aus dem arabischpersischen Raum nach China eingeführt worden ist. Das mitgebrachte Instrument zählte 13 Saiten. Darauf bot Zihan Zhang das Stück «Poesie» dar. Es machte seinem Namen alle Ehre, war fein und lieblich wie das Wasser eines kleinen Bachs mit Strudeln und sachten Wellen, das sich in einen kleinen Wasserfall ergiesst.

Chinesische Zither

Eine lange Tradition habe auch die chinesische Zither, so Chan. Gespielt wurde etwa das Stück «Notturno im Fischerboot» von der jungen Yue Tian, gekleidet in ein leuchtend rotes Gewand, wie alle weiblichen Mitglieder des Orchesters. Auch sie spielte feinfühlig, perlend und liess ein zartes Klanggebilde erklingen.

Instrumente ausgestellt

Der Jüngste des Orchesters, der 13- jährige Xiang Chen, brachte «Ein schönes Lied aus Axi» auf seiner Mundorgel dar. Ihre Pfeifen würden aus 17, 21 oder 37 Bambusrohren gefertigt, so Lui Chan. Die in Einsiedeln gespielte verfügte über 21 Pfeifen. Die fantasievolle, vielschichtige Musik, die wie die höchsten Töne einer Orgel klingen, trug das Publikum in eine harmonisch schöne Klangwelt. In der Pause konnten die Instrumente besichtigt werden, und die Solisten zeigten, wie sie gespielt werden. Diese Gelegenheit wurde mit grossem Interesse wahrgenommen.

Holz und Kupfer

Im Stück «Siegesfeier» liess Li Zhang, Dirigent des Orchesters, nach der Pause die traditionelle chinesische Trompete ertönen. Es ist ein durchdringend klingendes Holzblasinstrument mit einem Schalltrichter aus Kupfer. Zum Schluss spielte das ganze Orchester und drehte die Lautstärke mit «Tanz des goldenen Drachens» nochmals kräftig auf. Das begeisterte Publikum erklatschte sich eine Zugabe, die mit einem kraftvollen, eindrücklichen Schlagwerksolo gewährt wurde. Da die Zuhörer aber noch nicht genug hatten, zog das ganze Orchester nochmals alle Register und erfüllte den Saal mit seiner hellen, fast schneidenden Musik.

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

09.08.2011

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schwyzkultur.ch/TYtTKH