Stellvertretend für die Solisten und Solistinnen: Trompeter Hanspeter Egli (stehend) brilliert. Bild Franz Kälin
Stellvertretend für die Solisten und Solistinnen: Trompeter Hanspeter Egli (stehend) brilliert. Bild Franz Kälin

Musik

«Konkordia isch bi de Lüt!»

Überschrieb die Konkordia ihr diesjähriges Konzert mit «Konkordia bi de Lüt», so konnte dies leicht als voreilige Behauptung verstanden werden. Am 5. November durfte mit Freude festgestellt werden, dass dem nicht so war.

Die Zuhörer im voll besetzten geöffneten Teil des Dorfzentrumsaals waren schnell mit dem musikalischen Lasso der Konkordianer eingefangen. Um den Kontakt zu den treuen Konzertbesuchern enger knüpfen zu können, haben sich die Musikanten des Dorfes bereits zum dritten Mal etwas einfallen lassen, das diesmal von rund zweihundert Gästen gerne benutzt wurde. Ein VIP-Angebot, in Form eines Nachtessens mit anschliessendem Konzertgenuss.

Ausgezeichnete Solisten

Der originelle Einsatz von Oskar Nauer als begleitender Sprecher fand bei der alsbald gut gelaunten Gästeschar schnell Anklang. Er liess das musikalische Programm mit abwechslungsreichen Einschüben der verschiedensten Art leichtfüssig daherkommen. Bei der jeweiligen Verdankung der Stückspenden liess er das Publikum seinem «Danke» ein laut schallendes «vielmal» folgen. Leicht dynamischer und dann wieder warmer Klang wechselten sich im Marsch der Medici zur Eröffnung ab.

Gelungener Versuch

Nicht oft zu hören ist bei der Blasmusik das Xylophonspiel. Die junge Solistin Andrea Kälin meisterte ihren Part in Happy Mallets voller Konzentration und sicher, als ob es gar nichts anderes zu geben schien. Nicht einfach war die Tempokoordination zwischen Solistin und dem Korps. Aber der Versuch gelang. Einen Sprung in Fellinis Filmwelt bedeutete Gelsomina aus La Strada mit dem brillanten Trompetensolo von Hanspeter Egli. Die alten Schlager, gesungen von Priska Tschümperlin in Oldies but Goldies, liessen Erinnerungen an die eigene Teeniezeit erwachen.

«Äs schränzt» im Dorfzentrum!

Nach der Pause wusste der Drummer Markus Gerber in Sir Duke das Publikum wieder so richtig ins Programm zu ziehen. Gern gehört sind immer wieder die Stücke von Glenn Miller. Bei der gehörten Aufführung wurde die vom Komponisten gewünschte Elastizität zwischen weich und hart, respektive leise und laut vermisst. Ganz andere Töne schallten alsbald durch den Saal. «Äs schränzt» lässt sich der rockige Gesang von Andrea Deuber überschreiben. The Wanderer und Proud Mary waren die Titel dazu. Dabei wurde sie durch das gekonnte Gitarrenspiel von Peter Annen und Roman Schönbächler fachgerecht unterstützt.

Wie bei Strasser

Beim Anhören der nachfolgenden tanzenden Trompeten fühlte man sich gleich bei Hugo Strasser zu Hause. Leicht ist man versucht, diese Darbietung, vom Soli der vier ausgezeichneten Trompeter überstrahlt, als Spitze des Abends einzureihen.

Nachhaltiger Eindruck

An diesem begeisternden Konzertabend war zu erleben, zu was die Konkordianer unter der überzeugenden Leitung ihres gewandten Dirigenten Rolf Galliker fähig sind. Auf vielen Hochzeiten spielten sie auf, sprich in mancher Musikrichtung wussten sie sich zu bewegen. Für einmal kamen die überzeugten Marschmusikfreunde zwar zu kurz. Es ist aber gewiss nicht zu viel versprochen, dass die Einsiedlerbläser ein anderes Mal auch für sie wieder aufspielen werden. Die Musik ist eben so vielfältig, dass unmöglich an einem Abend alle Richtungen vorgeführt werden können. Das am diesjährigen Konzert Erlebte bleibt sicher in angenehmer Erinnerung. Schliesslich war dieses ein eindrückliches Erlebnis.

Einsiedler Anzeiger

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

08.11.2011

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schwyzkultur.ch/VwmpKr