Musik

Konzert der Einsiedler Klosterorganisten

Am letzten Donnerstag spielten die Patres Theo Flury, Lukas Helg, Basil Höfliger und Ambros Koch erstmals gemeinsam in der Klosterkirche auf. Eines der zehn Werke war eine Uraufführung von Pater Theo Flury.

Auch diesen Sommer durften sich die Orgelfreunde an der Reihe «Orgelkonzerte in der Klosterkirche Einsiedeln» erfreuen. Die sechs Konzerte, jeweils am Dienstagabend in der Klosterkirche, sorgten auch dieses Jahr für einen grossen Publikumsaufmarsch. Während gut einer Stunde wird dem Besucher ein Musikprogramm mit bemerkenswerter Qualität und grosser Vielfalt geboten. Speziell sind jeweils die aufliegenden Programme, die ausführlich und mit kompetentem Wissen das Abendprogramm beschreiben. Sonst keine Ansage, kein Wort, nur Musik in einem Raum, der nicht nur akustisch sondern auch mental ideale Voraussetzungen bietet.

Stelldichein der Meister

Aussergewöhnlich gross ist im Kloster zurzeit die Zahl hervorragender Organisten. Und schon oft wünschte man sich nach der Sommerserie ein Stelldichein mit allen, gleichsam als Finale. Am vergangenen Donnerstag wurde dies Wirklichkeit! Die Welttheatergesellschaft machte es möglich mit einem namhaften Beitrag an die neue Setzeranlage der Mauritiusorgel. Das war den vier Grund genug, dem Spielvolk und allen Freunden der Einsiedler Orgelkonzerte mit einem speziellen Auftritt zu danken!

Gedanken zur Osternacht

Das gebotene Programm war keine leichte, aber eine eindrückliche Kost. Besonders die Uraufführung «Die Einsiedler Osternacht 2009» hatte es in sich! Pater Theo Flury schrieb diesen mehrteiligen Zyklus für zwei Orgeln. Darin wird das Geheimnis der Osternacht in der Klosterkirche verarbeitet. Mehr oder weniger bekannte Melodiefragmente als Basis entwickeln sich zu Stimmungsbildern, die das Geheimnis der Osternacht zu ergründen versuchen – geheimnisvoll, suchend, manchmal reibend. Dass nicht nur die Zuhörer gefordert waren sondern auch die Spieler, findet sich als Hinweis im Kommentar: Das den Patres Basil und Lukas gewidmete Werk war für sie (vorerst) zu anspruchsvoll, deshalb sorgte der Meister selbst mit seinem Schüler Gabriele Terrone für die Erstaufführung.

Von Anfang an

Acht Hände gestalteten den «Feierlichen Einzug» von Richard Strauss. Ein füllend wirkender Auftakt der vier Klosterorganisten. Das folgende «Fiat lux», gespielt von Pater Ambros Koch, bildete einen klanglichen Gegensatz. Leise Stellen und die durchsichtigere Gestaltung liessen das Werk von Théodore Dubois im Raume schweben. Weiter interpretierte der älteste der vier Organisten die «Toccatina» des Einsiedler Paters Otto Rehm. Dazwischen sorgte der «Cäcilienmarsch » mit seinen lüpfigen Klängen für eine gelöste, fröhliche Stimmung. Pater Anselm Schubiger und Otto Rehm sind grosse Namen in der langen Musikchronik des Klosters. Die vier Interpreten dieses Abends darf man bestimmt mit in diese Liste einreihen! Das Duo Pater Basil Höfliger und Lukas Helg spielte nach dem Cäcilienmarsch «Variations on an Easter theme» von John Rutter. Das zeitgenössische Werk zeigte Frische und Vielfalt. Dem Briten folgte eine Hommage an die Barockzeit. Johann Sebastian Bach, der Lehrer, aber auch seine beiden Schüler Johann Ludwig Krebs und Johann Peter Kellner schrieben elegante Musik mit bewährter Satztechnik.

Einem grossen Finale gleich

Das Schlusswerk, die Toccata aus der 5. Sinfonie von Charles- Marie Widor, durfte als Antwort und Dank auf «Die Einsiedler Osternacht 2009» gedeutet werden. Die Patres Basil und Lukas setzten mit dem lebendigen und fröhlichen Stück einen würdigen Schlusspunkt. Das Orgelkonzert der vier Klosterorganisten wurde zum spannenden, anspruchsvollen Finale des Orgelsommers 2009 im Kloster Einsiedeln.

Einsiedler Anzeiger

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

28.09.2009

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